Nach Messerattacke in Plüderhausen Auslieferung dauert bis zu zwei Monate

Ortsschild von Plüderhausen. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Plüderhausen/Stuttgart.
Ein bis zwei Monate kann eine Auslieferung des mutmaßlichen Messerstechers aus Afghanistan dauern, der in Belgien verhaftet wurde. Dem 20-Jährigen wird vorgeworfen, in der Nacht zum 15. Juli durch ein offenes Fenster ins Haus seiner Ex-Freundin in Plüderhausen eingestiegen zu sein, deren Vater attackiert und mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart auf Anfrage mitteilt, setzt eine Auslieferung in diesem absehbaren Zeitraum jedoch voraus, dass der Beschuldigte keine Rechtsmittel einlegt. Wie der Fall von Carles Puigdemont, des ehemaligen Präsidenten der katalanischen Autonomieregierung, aber zeige, kann sich eine Auslieferung über einen viel längeren Zeitraum hinziehen.

Verdächtiger konnte in Belgien aufgespürt werden

Wie berichtet, war der 20-Jährige aus Schorndorf sofort in Verdacht geraten und nach der Tat vernommen worden. Doch die Beweise reichten für einen Haftbefehl nicht aus, zumal er ein Alibi vorzuweisen hatte, das sich zunächst nicht ohne Weiteres entkräften ließ. Das Opfer konnte den 20-Jährigen ebenfalls nicht identifizieren. Die Auswertung der Spuren am Tatort dauerte seine Zeit – und der Asylbewerber aus Afghanistan tauchte am 19. Juli unter. Nachdem Kriminaltechniker die am Tatort gefundenen DNA-Spuren eindeutig zuordnen konnten, startete die Polizei eine öffentliche Fahndung. Auch Zielfahnder des Landeskriminalamtes machten sich ans Werk. Sie spürten den Verdächtigen in Belgien auf. Er wurde am vergangenen Wochenende in Brüssel verhaftet und sitzt seither in Auslieferungshaft.


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