Nach Messerattacke in Plüderhausen Schutzmaßnahmen für das Opfer

Nach der Messerattacke in Plüderhausen fahndete die Polizei mit Hochdruck nach einem 20-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan. Foto: Habermann / ZVW

Das steht fest:


Plüderhausen. Dem Opfer geht es zumindest körperlich besser. Der 53-Jährige konnte am Freitag das Krankenhaus verlassen. Der Mann hatte, als er sich unverhofft des Nachts dem Fremden im Schlafzimmer der Tochter gegenübersah, keine Chance, heißt es bei der Polizei.

Er habe sich nicht anders verhalten könnte, als er es getan hat; der Mann war von der Situation völlig überrascht. Er rief seine Frau um Hilfe, die sich in ihrer Not an Nachbarn wandte. Der Täter hatte dem Mann so schwere Schnittverletzungen zugefügt, dass die Polizei sofort erste Hilfe leisten musste.

Das Opfer konnte das Krankenhaus am Freitag verlassen

Die Familie befindet sich laut Ronald Krötz „an einem sicheren Ort. Es laufen Schutmaßnahmen.“

Laut Fachleuten, die in der Gewaltprävention arbeiten, gibt es in der Regel im Vorfeld einer solchen Tat Anzeichen, etwa Bedrohungen. Es ist schon ein paar Wochen her, als die 19-jährige Plüderhäuserin ihre Beziehung zu dem Afghanen beendet hatte. Ob der junge Mann sie in dieser Zeit in welcher Form auch immer bedrängt hat, „ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagt Ronald Krötz.

Keine Auswirkungen auf Festtage

In Plüderhausen haben jetzt die Festtage begonnen. Bürgermeister Andreas Schaffer glaubt nicht, dass die Geschehnisse sich auf den Festverlauf auswirken werden. Natürlich sei man nichtsdestotrotz in Plüderhausen „spürbar schockiert“.

Keine Ruhe für Schorndorf

Der Tatverdächtige hat in Schorndorf gewohnt. Matthias Klopfer, der Schorndorfer Oberbürgermeister, kommt nicht zur Ruhe. Zwar verlief die SchoWo dieses Jahr friedlich – im Jahr davor aber nicht. Vor kurzem gab es in Schorndorf eine Schlägerei, die Aufsehen erregte; der Fokus richtete sich – wieder – auf junge Ausländer.

Matthias Klopfer kennt weder den Namen noch das Gesicht des Mannes. Er ist genauso betroffen wie jeder mitfühlende Mensch das nach solch einem Vorfall ist. Die Frage stellt sich, ob nun in der Stadt, und nicht nur dort, eine Anti-Stimmung gegen Flüchtlinge hochkochen könnte. Matthias Klopfer nimmt nichts in dieser Richtung wahr im Moment.

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