Nach Niederlage gegen SC Magdeburg TVB Stuttgart muss sich weiter in Geduld üben

Mit dem Auftritt seiner Mannschaft (links Robert Markotic, daneben Nick Lehmann) in Magdeburg war der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt zufrieden, nicht allerdings mit der Regelauslegung der Schiedsrichter. Vor allem in den ersten 20 Minuten fühlte sich der TVB benachteiligt. Foto: Voigt

Waiblingen. Das 28:33 in Magdeburg ist die sechste Niederlage gewesen des Handball-Erstligisten TVB Stuttgart im neunten Spiel. Der Trainer und Geschäftsführer blickt dennoch optimistisch nach vorne. „Die Entwicklung und der Charakter der Mannschaft stimmen“, sagt Jürgen Schweikardt.

Gegen Lemgo hatte der TVB ein Fünftore-Polster verspielt und musste sich mit einem Remis begnügen. In Magdeburg führte der TVB mit sechs Treffern und unterlag mit fünf Toren Differenz. Warum schafft es das Team von Trainer Jürgen Schweikardt nicht, ein Spiel nach Hause zu bringen?

"Wir bekamen Gelbe Karten für nix"

Erklärungen hierfür gibt’s einige. Zunächst einmal ist’s keine Heldentat, im Handball fünf oder sechs Tore aufzuholen. Schon gar nicht für einen Gegner wie den SC Magdeburg. Der gehört zu den Top-Teams der Liga – und das biss sich am TVB Stuttgart am Donnerstag lange die Zähne aus. Während der Auszeit beim 3:8-Rückstand hielt der Magdeburger Trainer eine emotionale Ansprache: „Eine ehrliche Frage, Jungs: Ist das das, was wir besprochen haben? Ist das die Leidenschaft, die wir uns vorgenommen haben?”, fragte Bennet Wiegert. „Zeigt es jetzt!“

Dass es nach dem zwischenzeitlichen 3:9 elf Minuten später 10:10 stand, lag allerdings nicht nur daran, dass sich Magdeburg steigerte. Die Stuttgarter waren mit der Regelauslegung der Schiedsrichter Nils Blümel und Jens Loppaschewski nicht einverstanden. „Wir bekamen Gelbe Karten für nix“, sagt der TVB-Trainer Jürgen Schweikardt. „Obwohl wir von den ersten 20 Minuten acht Minuten in Unterzahl waren, führten wir noch.“ Ein größerer Vorsprung freilich war unter diesen Umständen nicht drin. Durch die „teilweise unberechtigten“ Zeitstrafen sei Magdeburg erst ins Spiel gekommen, so Schweikardt.

Im zweiten Spielabschnitt musste sich der TVB allerdings an die eigene Nase fassen. Binnen zehn Minuten wandelte der SCM den Zwei-Tore-Rückstand in einen Drei-Tore-Vorsprung um. „Wir haben schlecht verteidigt und Damgaard nicht zu fassen bekommen.“ So behielt der Favorit beim 33:28 die Punkte.

Mehr Zeitstrafen als die Gegner - in fast jeder Partie

„Nach dem Spielverlauf sind wir enttäuscht, die Niederlage ist zu hoch ausgefallen“, so Schweikardt, der wichtige Erkenntnisse mitnimmt. „Man merkt, dass sich die Mannschaft immer mehr findet.“ Zudem hat der TVB seit Donnerstag mit Rudolf Faluvégi eine weitere personelle Alternative. „Rudi hat das Spiel gut gesteuert“, so Schweikardt. Nach seiner langen Verletzungspause sei er zwar noch weit weg von seiner Bestform, doch er habe großes Potenzial – und Faluvégi ist heiß darauf, seinem Team weiterzuhelfen. Bisweilen agiert er noch ein wenig übermotiviert. So sah der Spielmacher kurz vor Schluss bei einer Abwehraktion die Rote Karte, die in einer weiteren Unterzahl mündete.

Auffallend ist in dieser Saison, dass der TVB in fast jeder Partie mehr Zeitstrafen aufgebrummt bekommt als die Gegner. Während die in neun Spielen 27 kassierten, sammelten die Stuttgarter 50. Schweikardt möchte seinen Spielern aber keinen Vorwurf machen, sieht dies eher dem Übereifer geschuldet. „Sie versuchen oft, Zweikämpfe zu gewinnen, die eigentlich schon verloren sind.“ Einige seien noch jung und müssten cleverer agieren, doch auch dies gehöre zum Lernprozess.

Nach der Spielpause geht’s für den TVB am Samstag, 2. November (20.30 Uhr), weiter: Der Deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt gastiert in der Porsche-Arena.

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