Nach Schlägerei vor Waiblinger Shisha-Bar Polizisten stoppen zwei Männer mit Warnschuss

Symbolbild. Foto: ZVW/Joachim Mogck

Waiblingen. Nach einer Schlägerei vor einer Shisha-Bar sind zwei Männer vor der Polizei geflohen. Die beiden gebürtigen Kasachen sollen dabei die Polizisten mit Holzlatten bedroht und sie übel beschimpft haben. Erst ein Warnschuss, den einer der Beamten abgab, brachte die Flüchtigen zum Anhalten. Anschließend widersetzten sie sich ihrer Verhaftung. Beide Täter müssen ins Gefängnis.

Unbeschriebene Blätter sind die zwei Angeklagten gewiss nicht: Im Vorstrafenregister des Jüngeren finden sich neun, in dem des Älteren acht Einträge. Die Vermerke lauten unter anderem auf Körperverletzung, Sachbeschädigung, Falschaussage, Raub, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr und Urkundenfälschung. Beide Männer sitzen derzeit wegen voriger einschlägiger Vergehen in Haft. Für den 27-Jährigen ist es die erste Freiheitsstrafe, der 38-Jährige hat bereits mehr als 12 Jahre in Gefängnis und Jugendarrest verbracht.

Der genaue Ablauf der Schlägerei lässt sich nicht rekonstruieren

Nun müssen die Männer sich erneut vor Gericht verantworten: Sie sollen eine Schlägerei vor einer Shisha-Bar angezettelt haben und anschließend vor der Polizei geflohen sein. Später sollen sie die Beamten bedroht, beleidigt und sich ihrer Verhaftung widersetzt haben. Der genaue Ablauf der Schlägerei lässt sich vor Gericht – auch anhand dreier Zeugenaussagen – nicht rekonstruieren. „Im Nachhinein Schlägereien aufzuklären ist sowieso immer schwierig“, stellt der Vorsitzende Richter Dautel fest. Doch im vorliegenden Fall sehe er auch große Widersprüche in den Zeugenaussagen. Das Verfahren wegen Körperverletzung gegen die beiden Männer wird deshalb eingestellt.

Weiter verhandelt werden aber die anderen Anklagepunkte: tätlicher Angriff auf Polizeibeamte, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Nachdem die Polizei verständigt war, sollen die zwei Angeklagten nämlich die Flucht ergriffen haben, kurze Zeit später jedoch mit Holzlatten bewaffnet zurückgekehrt und beim Eintreffen der Polizei erneut geflohen sein. Die Beamten nahmen die Verfolgung in Richtung Alter Bundesstraße auf. Zwar decken sich auch die Aussagen der Polizisten nicht gänzlich, klar scheint aber zu sein: Irgendwann hielten die Flüchtigen Holzlatten in der Hand, die Worte „Wir machen euch fertig, ihr Wichser“ sollen gefallen sein. Zumindest der Ältere warf seinen Pfosten dann in Richtung eines Polizisten. Der konnte ihn abwehren und blieb unverletzt.

Warnschuss stoppt Täter

Doch die Flucht ging weiter. Stoppen konnte die beiden Männer erst ein Warnschuss, den einer der Beamten abfeuerte. Festnehmen lassen wollten die zwei sich aber immer noch nicht. Der eine pöbelte weiter, wehrte sich gegen die Handschellen, bezeichnete die Polizisten als „Hurensöhne“ und drohte ihnen „Ich ficke eure Mütter“. Der andere floh erneut und lief vor ein Auto – der Fahrer konnte gerade noch bremsen und hielt den Mann fest, bis die Polizisten zur Stelle waren. Wie sich herausstellte, waren die beiden Deutsch-Kasachen zum Tatzeitpunkt betrunken. Sie waren vorher auf einer Geburtstagsfeier gewesen und hatten offenbar dem Alkohol ordentlich zugesprochen. „Ja, russischer Geburtstag halt, Wodka, Jacky, keine Ahnung“, fasst einer der Angeklagten zusammen.

Am Ende spricht Richter Dautel den 38-Jährigen der versuchten schweren Körperverletzung, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der Beamtenbeleidigung für schuldig. Er muss für zwei Jahre ins Gefängnis. „Und die wird er wohl auch bis zum letzten Tag absitzen“, so Dautel. Der Grund: Der Mann stand unter Bewährung, die vorige Strafe wird mit eingerechnet. Bei dem 27-Jährigen sieht Dautel die Vorwürfe zumindest zum Teil erwiesen. Er muss wegen des tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und deren Beleidigung für neun Monate hinter Gitter. Auch diese Strafe kann – obwohl die Freundin des Mannes das zweite gemeinsame Kind erwartet – nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Zu schlecht sei die Sozialprognose, so Dautel. Dass er bereits einen Sohn hatte, habe den Mann auch von vorherigen Straftaten in keiner Weise abgehalten.

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