Nach versuchter Verschönerung Balaton-Areal in Neustadt nicht gartenschautauglich

Die Baulücke wurde als Teil des Gartenschau-Grünkonzepts neu bepflanzt. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Waiblingen-Neustadt. Eigentlich sollte das Balaton-Areal, die Baubrache im Herzen von Neustadt, rechtzeitig zur Remstal-Gartenschau verschönert werden. Derzeit wirkt die Fläche, auf der sich einst ein beliebtes Tanzlokal befand, immer noch wüst und leer. Große Nachbesserungen sind dennoch nicht zu erwarten.

Wer Zweifel hatte angesichts des Vorschlags von Oberbürgermeister Andreas Hesky, das Balaton-Areal könne Gartenschau-Fläche werden, der kann sich heute bestätigt sehen. Gemeint war damit zwar nicht viel mehr, als die Brache an der Neustadter Hauptstraße ins Grünkonzept aufzunehmen und bis zur geplanten Bebauung etwas aufzuhübschen. Aber das darin vorgesehene Ziel, ihr etwas Aufenthaltsqualität zu verleihen, ist Stand heute – und die Gartenschau läuft seit knapp zwei Wochen – klar verfehlt. Zwischen den Stauden-Pflanzungen liegt noch viel braune Wüste. Die geschwungene „Lavendel-Rems“ besteht aus einer Reihe von winzigen Büschlein und ist wohl nur für informierte Betrachter als Fluss erkennbar.

Nachbesserungen nicht zu erwarten

„Mir gefällt es auch nicht“, räumt Dieter Schienmann auf Nachfrage ein. Allerdings hegt der Baubürgermeister noch Hoffnung, dass die Pflanzen nach dem Regen der vergangenen Wochen gut gedeihen. Die aktuelle Situation sei auch „der Jahreszeit geschuldet“. Der Bauzaun an der Hauptstraße wurde entfernt und durch einen Handlauf aus Holz ersetzt, im Bereich der Friedhofstraße muss er aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht bleiben. Allerdings soll der verbliebene Zaun noch bespannt und auf ehrenamtlicher Basis gestaltet werden. Für Farbtupfer sorgen liebevoll bemalte „Remsi“-Bienen. Eine weitere Sitzbank soll zum Verweilen einladen. Trotz allem macht der Baubürgermeister kein Hehl daraus: „Das ist eine Baulücke.“ In einen Park werde sie sich nicht verwandeln, das sei mit vertretbaren Mitteln nicht zu machen. An Nachbesserungen über das bisherige Konzept hinaus sei momentan nicht gedacht.

Derweil wird an der Ausschreibung für das städtebauliche Großprojekt der neuen Neustadter Mitte gearbeitet. Das alte Rathaus aus Zeiten der Selbstständigkeit der Gemeinde Neustadt soll dem Neubau eines Pflegeheims weichen, in dem auch Büros für die Ortschaftsverwaltung unterkommen sollen. Das Gelände des ehemaligen Tanzlokals wird frei für Wohnbebauung. Um das Projekt für Investoren attraktiv zu machen, hat sich die Stadt Waiblingen dafür entschieden, Pflegeheim und Wohnhäuser als Gesamtpaket auszuschreiben, was besonders wegen der geringen Größe des Pflegeheims geraten schien.

Nach der Ausschreibung möchte die Stadt Waiblingen in einem ersten Schritt aus einer hoffentlich größeren Runde möglicher Investoren die fünf besten auswählen, damit diese in einem zweiten Schritt ihre detaillierteren Entwürfe ausarbeiten.

Frühestens Ende 2021

Bis der Investor ausgewählt ist, der das Projekt wirklich umsetzt, werden wohl ab dem Zeitpunkt der Ausschreibung – voraussichtlich in diesem Sommer – etwa zwölf bis 14 Monate vergehen. Was mit Bauanträgen und Bauzeit bedeutet, dass die Neustädter Ortsmitte noch mindestens bis Ende 2021 auf sich warten lässt. 900 000 Euro bekommt Waiblingen aus der Städtebauförderung. Private Sanierungen sind zwar theoretisch möglich, doch das Sanierungsgebiet ist groß.

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