Nach Wasserschaden Altes Schulhaus in Ebni nicht mehr benutzbar

Außenansicht von der Winnender Straße aus. Foto: Stütz / ZVW

Kaisersbach-Ebni. Das Alte Schulhaus in Ebni an der Durchgangsstraße ist ein Sanierungsfall. Seit dem Wasserschaden steht das Gebäude leer und die langjährige Mieterin musste ausziehen. Einig ist sich das Gremium weitgehend, das ortsbildprägende Gebäude zu erhalten. Doch der Weg dorthin ist derzeit offen.

Gemeinderat Bernd Basler hat deshalb zusammen mit einem Fachmann verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt und bereits im Herbst letzten Jahres in einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung vorgestellt. Auch in der letzten Gemeinderatssitzung wurde das Thema im Rahmen der Bürgerfragestunde angesprochen, weil die Turnenfrauen keinen Übungsraum mehr haben. Laut Bernd Basler gibt es Zuschussprogramme, bei denen die Gemeinde Chancen habe berücksichtigt zu werden. Das reicht vom Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum bis zur Leader-Förderung. Doch Geld gibt es nur bei einem konkreten Konzept und das muss erst noch entwickelt werden.

Bereits konkrete Formen hingegen hat das geplante Nahwärmekonzept angenommen. Die Heizanlage soll hinter den Garagen des Alten Schulhauses platziert werden. Im Frühjahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, damit rechtzeitig zur nächsten Heizperiode die Anlage zur Verfügung steht. Angeschlossen wird das Alte Schulhaus sowie einige in der Nähe liegende Privathäuser.

Ein Wahrzeichen des Kaisersbacher Ortsteils

Ein Dorfhaus, eine Holzverkaufsstelle oder Anlaufstelle für Naturparkführer? Gedanken gibt es viele zu dem Thema. Das Alte Schulhaus, im Jahr 1922 errichtet, ist ein Wahrzeichen des Kaisersbacher Ortsteil. Zum Schulhaus in Ebni gibt es allerdings nicht viel Historisches zu sagen, berichtete der leider viel zu früh verstorbene frühere Bürgermeister Bodo Kern im Oktober 2011 im Gemeinderat. Das Gebäude wurde im Jahre 1922 auf den Grundmauern des früheren Schulhauses erstellt. Das ganz alte Schulhaus ist nach den Informationen, die dem Bürgermeister seinerzeit vorlagen, wohl um 1918 abgebrannt. „Weshalb ist mir nicht bekannt. Auch weiß ich nicht, wann dieses abgebrannte Schulhaus gebaut wurde und wie es aussah.“

Das bestehende Gebäude ist seit seiner Errichtung praktisch nicht wesentlich verändert worden. „Historische Bilder gibt es nicht, was auch nicht tragisch ist, weil das Gebäude ja noch so aussieht, wie es 1922 gebaut wurde,“ so Kern abschließend.

Bisher waren die oberen Räume vermietet, das Erdgeschoss war für die Nutzung durch die Allgemeinheit offen. Das reichte von Übungsraum für die Turnerfrauen bis zu Sonntagscafé. Die Reit- und Countryfreunde Ebni boten regelmäßig mittwochs Linedance für Anfänger und Fortgeschrittene an. 17 Jahre lang gab es auch eine Jungschargruppe mit 35 Kindern, die allerdings vor Jahren nach Kaisersbach verlegt wurde. Und bei den Wahlen diente das Alte Schulhaus als Wahllokal.

„In den letzten 20 Jahren hat die Gemeinde ins Schulhaus kaum was investiert“, sagt Bernd Basler. Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass ein großer Sanierungsbedarf entstanden ist. Im Jahr 2012 war die Westseite des Schulhauses in Ebni in Eigeninitiative der Bürger gerichtet worden, die im Lauf der Jahre stark gelitten hatte.

„Altes Schulhaus – neue Chance“: Unter dieser Überschrift sieht Gemeinderat Bernd Basler seine Initiative. Das Wahrzeichen von Ebni sei ein Kulturgut und ein Kleinod mit Potenzial. Institutionen, Vereine oder Menschen seien aufgefordert, sich zu melden und das ehemalige Schulhaus mit neuem Leben zu erfüllen.

Überlegungen gibt es genug: Nutzung der ehemaligen Wohnung als Büro für die Holzverkaufsstelle, ein Atelier könnte einziehen oder die Tagesmütter mit einem Tiger-Projekt. Kurse der Volkshochschule oder Dienstleistungen für Menschen auf dem Land seinen vorstellbar.

Der ehemalige große Schulsaal im Erdgeschoss könnte für Veranstaltungen, Seminare, Feiern, Turnen, Sport und Bewegung von Jung und Alt genutzt werden. Denkbar wäre eine Selbstverwaltung zum Beispiel durch eine Dorfgemeinschaft als eingetragener Verein.

Laut Bernd Basler gab es bereits am 28. November 2018 ein Vorgespräch mit der Gemeindeverwaltung und interessierten Gemeinderäten im Rathaus. Seither warte das Gremium auf konkrete Vorschläge, wie es mit dem Wahrzeichen für Ebni an der Winnender Straße weitergehen soll.


Alte Schulzeiten

Conny Schall, die frühere Mieterin des alten Schulhauses erinnert sich: „Die ersten Jahre gingen wir in Ebni zur Schule, in dem Haus, in dem ich wohnte. Die Schule fing an, wenn der Letzte da war. Bis dahin mussten wir auf dem Schulhof, wo heute der kleine Park ist, Frühgymnastik machen. Es gab einen Lehrer, acht Klassen und zwei Klassenzimmer. Wir waren immerhin zu viert in der Klasse.“

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