Nächtlicher Lkw-Lärm in Waiblingen Anwohner fordert Parkverbot in Gewerbegebiet

Daniel Sluka hat genug vom Lastwagen-Lärm in der Gänsäckerstraße. Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Ein nächtliches Parkverbot in einem Teilbereich der Gänsäckerstraße fordert ein lärmgeplagter Anwohner am Rötepark. Seit Monaten klagt er sein Leid dem Ordnungsamt, doch von dort kommt keine Hoffnung auf Abhilfe. „Wir können nicht groß helfen, man muss das hinnehmen“, sagt Werner Nussbaum, Fachbereichsleiter Bürgerdienste. Die Gänsäckerstraße ist in diesem Bereich Teil eines Gewerbegebiets. Maßnahmen seitens der Verkehrsbehörde seien deshalb nicht möglich.

Vor sechs Jahren ist Daniel Sluka mit seiner Familie von Stuttgart an den Rötepark gezogen. Ein Reiheneckhaus und die Nähe zum Park lockten und schienen für die Kinder ideal. Wir haben uns das vorher angeschaut“, stellt der Familienvater klar. „Es war uns klar, dass es wegen des Busverkehrs und des nahen Remsparks nicht ganz ruhig werden würde.“

Nicht erwartet hatte er aber, dass er nachts regelmäßig von dröhnenden Lastwagenmotoren aus dem Schlaf gerissen werden würde. Das war nicht immer so. Doch die Gänsäckerstraße werde immer mehr zum Lkw-Parkplatz, ärgert sich Sluka. Und die Fahrer benähmen sich wie auf dem Betriebshof.

Um drei Uhr morgens aus dem Schlaf gerissen

Slukas Beobachtungen zufolge stellen die Lkw-Fahrer ihre Brummis am Nachmittag oder am frühen Abend ab und starten in den frühen Morgenstunden in den Arbeitstag. Anhänger werden abgestellt und dann wieder abgeholt. Um 3.05 Uhr, um 3.25 Uhr, 3.45 Uhr, um 4.30 Uhr, um 5.15 Uhr: Es sind üble Zeiten, zu denen Daniel Sluka und seine Frau aus dem Schlaf gerissen werden. Von warm laufenden Motoren, parlierenden Lkw-Fahrern, zuschlagenden Türen und anfahrenden Lastwagen. „Die Fahrzeuge stehen mit laufenden Motoren am Straßenrand und verseuchen die ganze Gegend mit Lärm“, so Sluka.

Anfangs habe er in seiner Hilflosigkeit noch die Polizei angerufen. Dort habe man ihm aber gesagt, die Stadt müsse das Problem lösen. Keine gute Idee war es aus Sicht der Polizei auch, dass Sluka ab und zu aufstand, über die Straße ging und die Lastwagen-Fahrer direkt auf die Misere ansprach. „Die Polizei hat mir geraten, ich solle nicht rausgehen“, sagt der Waiblinger.

Daniel Sluka weiß, dass das Parken, auch von Lastwagen, im Gewerbegebiet am Straßenrand legal ist. Gleichwohl hofft er auf das Entgegenkommen der Stadt, die doch um neue Waiblinger und ganz besonders um junge Familien werbe. Da passe es nicht, dass man sie nun im Stich lasse, findet er.

„Für mich ist der Krach ein Riesenproblem“, sagt er. Im Sommer könne er kaum noch bei offenem Fenster schlafen. Das Dröhnen der Dieselmotoren dringe aber auch durch die geschlossenen Scheiben. Auch seine Nachbarn ärgerten sich darüber, wenn sie sich bei der Stadt auch nicht alle beschweren würden.

CDU-Rat Kasper befürchtete Unfälle wegen der Sichtprobleme

Gemeldet hatte sich vor gut einem Jahr aber CDU-Stadtrat und Anwohner Siegfried Kasper. Er forderte ein einseitiges Halteverbot zwischen der Ausfahrt der Straße Am Rötepark und der Bushaltestelle in der Gänsäckerstraße. Allerdings nicht wegen nächtlichen Lärms, sondern wegen Sichtproblemen im Verkehr. Unfälle seien nur eine Frage der Zeit, fürchtete Kasper. Erfolg hatte er nicht.

Realisiert wurde das Halteverbot nun aber an anderer Stelle, nämlich im oberen Bereich auf Höhe der Schrägparkplätze. Grund dafür waren laut Fachbereichsleiter Werner Nussbaum Probleme mit dem Busverkehr. In dem von Kasper monierten Abschnitt darf dagegen weiter geparkt werden und das von Sluka herbeigesehnte nächtliche Parkverbot wird wohl auch nicht kommen.

„Ich bitte um Verständnis dafür, dass die von Ihnen als belästigend empfundenen Geräusche wohl hinzunehmen sind“ heißt es in einer Mail aus dem Ordnungsamt. Empfohlen werden Sluka gegen den Lärm stattdessen „einfache und kostengünstige Lösungen“ aus dem Fachhandel.


„Die Straße ist breit genug“

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist ein Parkverbot nur dann möglich, wenn die allgemeinen Parkvorschriften nach der Straßenverkehrsordnung nicht genügen. Diese schreiben zum Beispiel vor, dass bis zu fünf Metern vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen nicht geparkt werden darf.

„Ich wüsste nicht, wie man ein Parkverbot begründen könnte“, sagt Werner Nussbaum, Fachbereichsleiter Bürgerdienste der Stadt Waiblingen. „Die Straße ist breit genug.“

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