Nellmersbach/Waldrems B14-Ausbau dauert länger

Die Trasse von Waldrems aus gesehen. Foto: Alexander Becher

Backnang. Das Ende der Bauarbeiten am vierstreifigen B-14-Abschnitt zwischen Ortsende Waldrems und Nellmersbach steht unmittelbar bevor. Laut Regierungspräsidium Stuttgart ist die Fertigstellung für diesen oder allerspätestens den nächsten Monat geplant. Aber bevor der Verkehr auf beiden Fahrbahnen geführt werden kann, sind neben dem Einbau des Deckbelags noch weitere Arbeiten notwendig.

Innerhalb des gesamten Projekts B-14-Neubau um Backnang herum ist der Abschnitt zwischen Nellmersbach und Waldrems der kleinste und unproblematischste. Gerade einmal einen Kilometer lang mit lediglich einer Feldwegebrücke. Und trotzdem wurde der Fertigstellungstermin schon mehrfach verschoben. Erst sollte die Ertüchtigung der Strecke auf vier Fahrspuren im November vergangenen Jahres fertig werden. Dann hieß es Mai. Dann Juli. Dann August. Jetzt meldet die Pressestelle des Regierungspräsidiums: „Die Fertigstellung des Bauabschnitts 1.1 ist für September/ Oktober geplant.“ 

Die Behörde teilt ferner mit, dass derzeit noch Restarbeiten an der Peripherie vorgenommen werden. Darunter laufen Arbeiten an den Amphibienleiteinrichtungen sowie Rekultivierungsarbeiten. Des Weiteren werden Telekomkabel im Bereich der Böschung des Wirtschaftsweges und der Feldwegüberführung verlegt. 

Die Koordinierung der restlichen Arbeiten ist nicht einfach. So müssen jetzt zuerst noch Arbeiten für die Herstellung der Fundamente für die Lichtsignalanlage am neuen Knotenpunkt B 14/Illerstraße vorgenommen werden. Und zwar zwischen den beiden Fahrbahnen im Mittelstreifen sowie auf der östlichen Fahrbahn und in der Illerstraße.

Beide linke Fahrspuren werden gesperrt 

Diese Fundamentarbeiten für die Ampelanlage müssen vor dem Einbau der Deckschicht erfolgen. Andererseits können andere Arbeiten erst erledigt werden, wenn die Deckschicht bereits aufgebracht ist. Etwa das Aufbringen der Fahrbahnmarkierung auf der östlichen Fahrbahn, die Herstellung der Bankette oder das Setzen der Leitpfosten. 

Sind die oben genannten Arbeiten durchgeführt, wird der Verkehr auf die nächste Verkehrsphase umgelegt. Dabei wird in Fahrtrichtung Schwäbisch Hall nur der äußere Fahrstreifen der östlichen Fahrbahn freigegeben. Und der Verkehr in Fahrtrichtung Stuttgart bleibt wie bisher auf der westlichen Fahrbahn. Dann sind die jeweiligen Fahrstreifen direkt neben der Mittelleitplanke ohne Verkehr. Sie sind somit für die Arbeiter zugänglich. In dieser Phase können die restlichen Arbeiten erledigt werden. Dies sind der Einbau der noch fehlenden Mittelleitplanken auf der Seite der westlichen Fahrbahn sowie Fahrbahnmarkierungsarbeiten in diesem Bereich.

Die Fundamente für die Beschilderung des neuen Abschnitts wurden dieser Tage bereits gesetzt sowie einige Schilder montiert. Die restlichen Schilder werden kurz vor der Verkehrsfreigabe dieses Bauabschnitts montiert. 

Baufirma hat Probleme Asphaltkolonne zu bekommen

Die Tatsache, dass viele Arbeiten nur hintereinander und in einer ganz bestimmten Reihenfolge erledigt werden können, ist nur ein Grund für die längere Bauzeit. Viel problematischer ist, dass die ausführende Baufirma Schwierigkeiten hat, eine Asphaltkolonne für die Deckschichtarbeiten in diesem Abschnitt zu bekommen. Die RP-Pressestelle schreibt: „Die Asphaltkolonnen sind derzeit aufgrund der vielen Baustellen, die während der Sommerferien durchgeführt werden müssen, weitestgehend ausgelastet. Für die Umlegung auf die neue Verkehrsphase, in der mit je einem Fahrstreifen beide Fahrbahnen befahren werden, muss die Deckschicht aufgebracht sein. Der spätere Einbau der Deckschicht führt leider erneut zu geringen Verzögerungen im gesamten Bauablauf. Wir sind mit der ausführenden Baufirma bezüglich einer zügigen Durchführung der noch ausstehenden Asphaltarbeiten in engem Kontakt. Leider sind Asphaltkolonnen derzeit so ausgelastet, dass auch eine Beauftragung einer Drittfirma zu keiner früheren Fertigstellung führt.“ 

Das Regierungspräsidium befindet sich ferner in Gesprächen mit der Deutschen Bahn wegen der Planung der Bahnbrücken. Beide Brücken südlich des Backnanger Bahnhofs müssen im Zuge des B-14-Ausbaus neu gebaut werden.

B-14-Ausbau: Wie es weitergeht

Als nächste Baumaßnahme im Rahmen des B-14-Ausbaus steht der Bau des östlichen Murrtalviadukts an. Der Bauwerksentwurf wurde dem Bund vorgelegt und zwischenzeitlich auch genehmigt. Derzeit werden noch Sachverhalte, unter anderem an der Entwässerung, geklärt.

Sobald alle Sachverhalte geklärt sind, wird der Bauentwurf in die Ausschreibungsplanung eingearbeitet. Danach erfolgt die Veröffentlichung (2019), so dass mit einem Baubeginn mit Ende 2019/Anfang 2020 zu rechnen ist.

Eine Ausschreibungsplanung zum Bauabschnitt 2.2 Anschlussstelle Backnang-Süd liegt derzeit noch nicht vor.

Der Baubeginn für den Tunnel Waldrems ist durch die Problematik mit den unterschiedlichen Grundwasserströmen und der dadurch erforderlichen Umplanung für das Jahr 2020 vorgesehen.

Wegen dieser Umplanungen werden Flächen über die Planfeststellungsgrenzen hinaus benötigt. Auch sind für die Baugrube temporäre Rückverhängungen (Anker) notwendig, welche ebenfalls außerhalb der Planfeststellungsgrenzen liegen und umliegende Grundstücke tangieren. Zu inhaltlichen Details der laufenden Verhandlungen mit den Grundstückeigentümern äußert sich das Regierungspräsidium nicht.

Aufgrund des komplexen Baugrunds im Bereich des Tunnels Waldrems und der dadurch verbundenen Verzögerung wurde der Planungsfokus auf die übrigen Bauabschnitte gelegt. Dies ist neben dem zweiten Viadukt auch der Abschnitt Murrtalviadukt bis Bauende nach der Anschlussstelle Backnang-West. Diese beiden Abschnitte inklusive der Anschlussstelle Backnang-West sowie der in diesem Bereich befindlichen anderen Bauwerke befinden sich in der Ausschreibungsplanung.

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