"Nette Toilette" in Plüderhausen Hier finden Sie die öffentlichen Örtchen

Das Rathaus macht natürlich auch bei der „netten Toilette“ mit. Foto: Schneider/ZVW

Plüderhausen. Der Bedarf an öffentlichen Toiletten ist schon lange da, jetzt hat die Gemeinde sich um eine Lösung bemüht. Mit der „netten Toilette“ führt sie ein niederschwelliges Angebot ein, von dem sowohl die Bürger als auch die Gastronomen und Händler, die das Angebot ermöglichen, profitieren sollen. Im Moment sind es noch zehn, bald könnten weitere folgen.

Bei Bürgerstammtischen war der Mangel an öffentlichen Toiletten in Plüderhausen schon lange ein Thema, so Bürgermeister Andreas Schaffer. Bereits 2009 habe es einen einschlägigen Antrag der SPD gegeben, aber zu Zeiten der Finanzkrise seien die Kosten für eine öffentliche Toilette zu hoch gewesen. Neun Jahre später gibt es jetzt endlich eine Lösung: die „netten Toiletten“.

Das Konzept der „netten Toilette“ kommt ursprünglich aus der Stadt Aalen: Gastronomen stellen ihre Toiletten für die Öffentlichkeit zur Verfügung und werden dafür von der Stadt finanziell bei der Pflege ihrer sanitären Einrichtungen unterstützt. Dadurch bekommen die Gastronomen den einen oder anderen neuen Gast und Geld für schon bestehende WCs, die Stadt spart Geld, und die Bevölkerung erhält ein Netz an frei zugänglichen Toiletten, die sauber und bis spät in die Nacht geöffnet sind. Fast genauso funktioniert das in Plüderhausen.

2000 Euro für die Lizenz

Der feine Unterschied: In Plüderhausen muss die Gemeinde nicht tief in die Taschen greifen, um die Gastronomen, Einzelhändler und Einrichtungen zu unterstützen. Die Gemeinde hat lediglich 2000 Euro für die Lizenz bezahlt und Geld für die Werbemittel ausgegeben. „Eigentlich ist es gar keine große Veränderung für die Beteiligten“, meint Bürgermeister Schaffer. „Im Prinzip wurde das schon so gelebt, dass die Toiletten auf Nachfrage zugänglich waren.“ Trotzdem: In Zukunft wissen auch Menschen, die sich vorher nicht zu fragen trauten, ob sie die Toiletten benutzen dürfen, dass sie willkommen sind.

Ein öffentliches Toilettenhäuschen hätte für die Gemeinde laut Schaffer „Riesenkosten“ bedeutet, dazugekommen wäre die teure Wartung und die Tatsache, dass öffentliche Toiletten oft schnell verschmutzt sind. „Jetzt haben wir das Problem niederschwelliger gelöst“, so Schaffer. Außerdem biete sich das System für einen langgezogenen Ort wie Plüderhausen grundsätzlich an. Die Gemeinde hatte auch Alternativen in Betracht gezogen und überlegt, sich ein eigenes Konzept zu überlegen.

Schlussendlich hat die „nette Toilette“ gesiegt. „Auch aufgrund des Wiedererkennungswerts“, sagt Schaffer. „Die ,nette Toilette’ gibt es zum Beispiel auch in Schorndorf. Die Leute wissen schon, was die Aufkleber zu bedeuten haben.“ Die Hoffnung ist, dass sich in Zukunft noch weitere Orte, wie zum Beispiel der Bahnhof, an dem Konzept beteiligen. Einen großen Ansturm erwartet jetzt aber niemand, höchstens einen leicht erhöhten Bedarf während der Gartenschau im nächsten Jahr.

Toiletten-Standorte

An den folgenden Örtchen steht die „nette Toilette“ während der jeweiligen Öffnungszeiten zur Verfügung:

  • Gaststätte Küferstüble, Schlossweg 1 (mit Wickelmöglichkeit).
  • Ratsstube in der Staufenhalle, Am Marktplatz 10 (mit Wickelmöglichkeit und barrierefrei).
  • Rathaus, Am Marktplatz 11 (barrierefrei).
  • China Garden Restaurant, Bahnhofstraße 7.
  • Friedhof, Alte Aussegnungshalle, Hauptstraße 6.
  • Donner Papeterie, Hauptstraße 21.
  • LBS in Plüderhausen, Hauptstraße 33.
  • Bücherei, Hauptstraße 33.
  • EDV Schuler, Obere Kirchgasse 4.
  • Seniorenzentrum Haus am Brunnenrain, Brunnenstraße 6 (barrierefrei).
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