Neu gegründeter Kids-Club SG Schorndorf will Sport in Kindergärten anbieten

Symbolbild. Foto: Fotolia/satyrenko

Schorndorf. In jedem der 32 Kindergärten ein wöchentliches Sport- und Bewegungsangebot durchzuführen und nach und nach möglichst alle Ü-3-Kindergartenkinder in der Stadt und den Stadtteilen einmal pro Woche in Bewegung zu bringen – das ist das ehrgeizige Ziel des neuen SG-Kids-Clubs, mit dem der größte Schorndorfer Sportverein einen starken sportpädagogischen Akzent setzen und Bewegung als zentralen Baustein in der Kindergartenlandschaft installieren will. Ganz nach dem Motto „Die SG bewegt Schorndorf“.

Ausgangspunkt, sagt SG-Geschäftsführer Benjamin Wahl, war der Einstieg des Vereins in den von der Awo betriebenen Bewegungskindergarten im Sportpark Rems, in dem die SG von September an für den Sportunterricht zuständig sein wird. Wobei noch nicht klar ist, in welchem Umfang das von Anfang an der Fall sein wird, weil sich der Kindergarten ja auch erst einmal füllen muss. Jedenfalls hat es diese Aufgabenstellung in Kombination mit der Idee des Kids-Clubs möglich gemacht, dass die SG mit dem 37-jährigen René Bihler einen studierten Sport- und Erziehungswissenschaftler einstellen konnte, der einerseits Erfahrungen als Leiter der Waiblinger Kindersportschule einbringt und andererseits als langjähriger Handballspieler über SG-Stallgeruch verfügt. Bihler ist bei der SG als stellvertretender Geschäftsführer mit Schwerpunkt Kindersport, um den er sich gemeinsam mit Heiko Paule kümmert, an- und eingestellt worden.

„Nicht in erster Linie ein SG-Projekt, sondern gesellschaftliche Aufgabe“

Dass sich Kinder nicht nur, aber gerade auch in Deutschland generell zu wenig bewegen, ist Fakt. Nicht umsonst hat die Weltgesundheitsorganisation Bewegungsmangel zur „Epidemie des 21. Jahrhunderts“ erklärt. Insofern, sagt die bei der SG für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Nadine Kuhnert, ist das, was die SG jetzt in den Kindergärten vorhat, „nicht in erster Linie ein SG-Projekt, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe“, die eigentlich staatlicher- oder städtischerseits übernommen werden müsste. Weshalb, ergänzt Benjamin Wahl, die Stadt auch sehr dankbar sei, dass die SG mit Hilfe von Sponsoren in Vorleistungen gehe. Deren Engagement – sechs an der Zahl sind’s, die sich alle fürs erste Jahr mit einem höheren fünfstelligen Betrag engagieren – hat’s laut Wahl überhaupt erst möglich gemacht, das Projekt Kids-Club, das in den Gesprächen mit den Sponsoren zunächst einmal auf drei Jahre fixiert worden ist, in Angriff zu nehmen. Denn schließlich braucht’s auch noch einiges an Fachpersonal, wenn im Idealfall tatsächlich in rund 30 Kindergärten allwöchentlich sportpädagogische Angebote gemacht werden sollen – was bedeuten würde, dass pro Woche sechs Kindergärten besucht werden müssten, in denen je nach Anzahl der Kinder, die mitmachen, ja auch wieder mehrere Gruppen betreut werden müssten.

„Das Tolle an dem Projekt ist, dass niemand ausgeschlossen wird“

„Es ist spannend, wie die Kindergärten reagieren“, sagt René Bihler, der gerade dabei ist, sich und das neue Angebot in den einzelnen Kindergärten vorzustellen und zu eruieren, wie die räumlichen Voraussetzungen für ein solches Bewegungsangebot sind, oder ob möglicherweise in andere Räumlichkeiten ausgewichen werden müsste. Ziel sei es, so Bihler, im Oktober mit den ersten Angeboten zu beginnen, möglichst in der Kernstadt, und dann das Angebot nach und nach auszuweiten – auch auf die Stadtteile, aber dort natürlich nur in Absprache mit den Sportvereinen vor Ort. Weitere Instrumente, das Bewegungsangebot bekannt und den Kindergärten – erst den Erzieherinnen und Erziehern – und dann auch den Eltern schmackhaft zu machen, sind Elternbrief und Elternabende. „Wir haben die Hoffnung, dass das Ganze so eine Eigendynamik bekommt, dass jeder merkt, dass alle einen Vorteil haben“, sagt Nadine Kuhnert und stellt fest: „Eigentlich müsste jeder Kindergarten dieses Angebot mit Kusshand nehmen.“ Und für René Bihler ist „das Tolle an dem Projekt, dass niemand ausgeschlossen wird“. Weil es kostenlos ist. Wobei Benjamin Wahl aber auch keinen Hehl daraus macht, dass im Hintergrund natürlich auch das Interesse mitspielt, Kinder für den Vereinssport zu gewinnen, wobei dieser Verein nicht zwingend die SG sein müsse.


Bewegungstag

Am Freitag, 24. Mai, richtet die Stadt Schorndorf im Sportpark Rems einen Bewegungstag für Kinder aus.

Von 9 bis 18 Uhr können die Kids kostenlos an zahlreichen Parcours-Stationen spannende Sportübungen machen und Turni- oder Miniturniabzeichen gewinnen.

Der Deutsche Alpenverein stellt einen großen Kletterturm auf, und in der AOK-Arena gibt es eine große Sprungbude mit Airtrack und Trampolinen.

Die Veranstaltung wird von der SG Schorndorf in Kooperation mit dem TV Weiler und dem TSV Haubersbronn durchgeführt. Es sind rund 60 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.

Von 9 bis 13 Uhr können Kindergärten das Angebot wahrnehmen. Ab 13 Uhr ist das Angebot für jeden und ohne Anmeldung zugänglich. Gegen 18.15 Uhr tritt der TV Weiler mit einer Tanzgruppe auf.

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