Neue Ideen für den Korber Ortsrand Wohnungen, wo das Stadion steht

Bis sich im Korber Norden etwas tut, wird vermutlich noch einige Zeit vergehen. Es gilt, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Foto: Habermann / ZVW

Korb. Drei Varianten zur Ortsentwicklung am nördlichen Rand von Korb hat ein Ingenieurbüro erarbeitet: Sportstätten, Wohnungen und Gewerbe sollen entstehen, das große Gebiet zwischen Ortsdurchfahrt und Bundesstraße müsste dafür neu strukturiert werden. Alle drei Entwürfe eint: Das Fußballstadion zöge um, am heutigen Standort würde Wohnraum geschaffen.

Die neue Spielstätte der Korber Bezirksliga-Fußballer liegt in allen drei Entwürfen weiter oben, nordwestlich des jetzigen Standorts, direkt hinter der Ballspielhalle und den Tennisplätzen (siehe Grafik). Noch weiter westlich würde das Gewerbegebiet Riebeisen II angesiedelt, durch Parkplätze und die Römerstraße räumlich getrennt vom Stadion

„Betrachten Sie es als Diskussionspapier“

Spruchreif ist im Korber Norden freilich noch überhaupt nichts. „Betrachten Sie es als Diskussionspapier“, sagte Michael Kerker vom Ingenieurbüro KMB, das auch das Gewerbegebiet Riebeisen geplant hat, am Dienstagabend in der Alten Kelter. Zuvor hatte Kerker dem Gemeinderat drei städtebauliche Konzepte vorgestellt.

Variante 1 dürfte den Verantwortlichen des SC Korb ganz gut gefallen. Der Kunstrasenplatz bliebe in diesem Szenario, wo er ist, ein Neubau wäre nicht nötig. Drum herum fänden neue Gebäude des Vereins Platz: Eine Dreifeldsporthalle könnte dort entstehen, wo heute noch die Gebäude der ehemaligen Firma Eimer stehen, außerdem wäre Platz für das gewünschte Sportvereinszentrum. Wohnungen würden an der Stelle gebaut, wo sich momentan das Stadion befindet.

Der Vorteil aller drei Varianten: Die Fußballspiele fänden nicht mehr in unmittelbarer Nähe des Wohngebiets statt. Wohnbaufläche könnte auch, so sehen es ebenfalls alle drei Entwürfe vor, an der Ecke Römerstraße/Albrecht-Dürer-Straße entstehen. Das Gewerbegebiet Riebeisen II weiter nördlich müsste in Variante 1 über eine Stichstraße mit Wendehammer erschlossen werden – keine optimale Lösung. Wohngebiet, Gewerbegebiet und Vereinsgelände könnten größtenteils unabhängig voneinander entwickelt werden. In Variante 1 würde allerdings am wenigsten Wohnbauland gewonnen.

Variante 2 stieße vermutlich auf Widerstand bei den Bewohnern der Musikersiedlung. Diese büßten bei Umsetzung dieses Entwurfs die üppige Grünfläche in Richtung Norden ein. Stattdessen sieht Variante 2 direkt oberhalb des Quartiers einen Parkplatz vor. Die neuen Gebäude des SC Korb lägen direkt darüber. Auf der ehemaligen Grünfläche wäre der Kunstrasenplatz angesiedelt, der von der Winnender Straße an die Westseite der Römerstraße verlegt würde. Auf dem ehemaligen Kunstrasenplatz, dem Eimer-Gelände und dem Gelände des Jugendtreffs mit Festplatz, wo derzeit noch Flüchtlinge leben, könnten wiederum Wohnungen entstehen. Ein weiterer Vorteil: Die Römerstraße müsste zwar erweitert werden, dann könnte das neue Gewerbegebiet aber ringförmig erschlossen werden – für die Lastwagen müsste keine Wendefläche geschaffen werden. Die Erschließung der Sportstätten gestaltete sich in diesem Szenario allerdings kompliziert und zentrales Parken wäre schwer umzusetzen. Planer Michael Kerker selbst hält diese Variante für „nicht ganz so optimal“.

Variante 3 ist eine Weiterentwicklung des zweiten Entwurfs. Dem SC Korb dürfte der Standort des Kunstrasenplatzes, der auf die Westseite der Römerstraße verlegt würde, also in den Süden des neuen Gewerbegebiets, etwas zu abgelegen sein. Allerdings wäre zentrales Parken möglich – und die Musikersiedlung behielte ihren Blick ins Grüne. Lediglich ein neu gebautes Jugendhaus rückte in diesem Entwurf näher an die Wohnungen heran.

Die freigewordenen Flächen des Stadions sowie des Kunstrasenplatzes und der angrenzenden Areale könnten wie in Variante zwei für Wohnungsbau genutzt werden. Das Gewerbegebiet könnte über eine Ringstraße erschlossen werden. Den Bau einer Erschließungsstraße zwischen Stadion und Sportvereinszentrum müssten die Sportclub-Verantwortlichen auch in diesem Fall abwarten. Über diese würde auch das neue Gewerbegebiet von der Winnender Straße aus erschlossen. Der Ausbau des Sommerhaldenwegs im Norden wäre, anders als in Variante I und II, wohl nicht nötig.

Bis sich im Korber Norden etwas tut, wird vermutlich noch einige Zeit vergehen. Es gilt, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen: Rathaus und Gemeinderäten liegt eine rasche Umsetzung des Gewerbegebiets Riebeisen 2 am Herzen. Den Sportlern ist das geplante Sportvereinszentrum besonders wichtig.

Zudem würden vor allem die Varianten 2 und 3 viel Geld kosten – das allerdings über den Grundstücksverkauf wieder eingenommen werden könnte.


Erste Reaktionen

Eine „hervorragende Diskussionsgrundlage“ (Jürgen Klotz, SPD) sehen die meisten Räte in den Plänen der Ludwigsburger. Gerhard Brenner (Grüne) war Variante 3 „die sympathischste“, Martin Schwegler (CDU/FW) warnte vor Schnellschüssen.

Skeptisch zeigte sich Martin Zerrer (CDU/FW): Die Gemeinde habe einen Teil des Baulands in dem Gebiet als „allgemeine Bedarfsfläche“ relativ günstig erhalten. Früher sei am Ortsrand ein Freibad geplant gewesen. Die Flächen nun anderen Nutzungen zuzuführen und teuer zu verkaufen hält er für problematisch: „Glauben Sie, dass Sie da oben ein Grundstück verkauft kriegen?“ Bürgermeister Müller kündigte an, zu prüfen, wann und zu welchen Bedingungen die entsprechenden Grundstücke erworben wurden.

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