Neuer VfB-Boss Thomas Hitzlsperger „Wer Mut einfordert, muss ihn auch vorleben“

Thomas Hitzlsperger wird der neue Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart. Foto: ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
 Am kommenden Dienstag beginnt die Amtszeit von Thomas Hitzlsperger als neuer Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart offiziell. Ungefähr eine Halbzeit lang dauerte am Dienstag die Pressekonferenz zur Beförderung des Ex-Profis. Dabei ist auch der 37-Jährige selbst ausführlich zu Wort gekommen.

Thomas Hitzlsperger über...

... seinen Antrieb: „Ich habe jetzt drei Jahre hier erlebt beim VfB Stuttgart und hatte verschiedene Positionen inne. Ich habe den Verein sehr, sehr gut kennengelernt. Mich hat mehr angetrieben als nur das Ergebnis am Wochenende, als nur eine Mannschaft zusammenzustellen und einen Kader zu formen. Von daher bin ich sehr froh, dass ich diese Möglichkeiten bekommen habe. Ich habe sehr viele Mitarbeiter hier persönlich kennengelernt. Ich habe ein sehr gutes Gespür dafür entwickelt, wie es beim VfB zugeht. Das ist ein großer Club, der sehr viele Möglichkeiten hat, diese aber nicht jedes Jahr ausschöpft. Da möchte ich mithelfen.“

... seine Qualifikation: „Ich wollte die Chance nicht verstreichen lassen. Ich hatte ein paar Mal in meinem Leben gute Möglichkeiten und habe sie ergriffen, habe sie genutzt. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussah, als hätte ich das erreichen können, diese Ziele. Ich fordere Mut von den Mitarbeitern und allen, die hier sind. Wenn ich das einfordere, dann muss ich das selbst auch vorleben. Ich weiß, es ist ein mutiger Schritt. Als mir klar war, was die Anforderungen sind, habe ich gemerkt: Ich bringe Vieles mit, was man dafür braucht. Was das wichtigste ist: Was ich noch nicht weiß, möchte ich erlernen. Ich möchte damit Vorbild sein für andere. Nur weil ich etwas jetzt nicht kann, heißt das nicht, dass es für immer ausgeschlossen ist.“

... seine Gefühlswelt: „Ich bin echt sehr, sehr glücklich und vielleicht auch ein bisschen stolz. Das möchte ich nicht unterschlagen, das habe ich glaube ich noch nie gesagt. Aber es ist eine sehr große Aufgabe, die ich mit Freude angehe.“

... sein Zeitmanagement mit den zusätzlichen Aufgaben: „Das funktioniert schon. Wir gehen zurück zur ursprünglichen Form, die wir in diesem Verein hatten und die meistens auch gut funktioniert hat mit einem Trainer und einem Sportdirektor. Ich bleibe dem Sport aber ja nicht fern. Das erste Ziel bleibt der direkte Wiederaufstieg. Ich werde mir das Training anschauen. Ich werde da sein. Ich werde den Kontakt zum Trainer halten, das ist extrem wichtig. Aber es bleibt hoffentlich die Zeit für alles, was jetzt noch ansteht. Da ist mir überhaupt nicht bange. Der Sportbereich ist so aufgestellt, dass die Leute, die da sind, einen super Job machen und ich das weiter begleite, aber sehr wohl Kapazitäten habe für alles andere, was im Club ansteht. Ja, ich werde vielleicht noch ein oder zwei Stunden am Tag mehr arbeiten müssen. Aber das gehört dazu. Ich bin jung, gesund, mir geht es gut. Das sind gute Aussichten.“

... den Vergleich mit Oliver Kahn, der beim FC Bayern München Vorstandschef wird und zuvor studiert und Erfahrungen als Unternehmer gesammelt hat: „Das ist wirklich gut. Sehr gut. Aber ich habe mir auch gedacht, nachdem ich die Schule und die Lehre abgeschlossen habe, da war ich Fußballprofi. Wenn ich da drauf geschaut habe, dann wäre meine Jobprognose keine gute gewesen. Wenn das entscheidend ist, was man die ersten 18 oder 20 Jahre in seinem Leben macht, dann wäre meine Prognose keine gute gewesen. Ich habe mich entschieden zu kämpfen. Alles mitzunehmen, was geht. Wir haben heute überhaupt keinen Mangel an Informationen, an Möglichkeiten besser zu werden. Ich finde es super, wenn Spieler sich weiterbilden oder nach der Karriere studieren. Das ist mir verwehrt geblieben. Aber ich möchte auch als Beispiel dienen, dass, wenn man dieses Studium nicht absolviert hat, man trotzdem Vorstandsvorsitzender werden kann.“

Die komplette Pressekonferenz mit Thomas Hitzlsperger und dem Aufsichtsratschef Bernd Gaiser zum Nachsehen hier im Video:


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