"Nicht klar, wofür sie stehen" Ex-Trainer Wolf kritisiert VfB für "extremen" Strategiewechsel

Ex-VfB-Trainer Hannes Wolf. Foto: Galm / ZVW

In einer Spezial-Ausgabe von kicker.tv hat Ex-VfB-Trainer Hannes Wolf am Donnerstag seinen ehemaligen Arbeitgeber für einen "extremen" Strategiewechsel kritisiert. Auch die Entlassung von Tayfun Korkut kann der 37-Jährige nicht nachvollziehen.

"Stuttgart hat fünf Punkte, aber Schalke hat sechs, Leverkusen sieben, Hoffenheim hat sieben, die auch sehr hohe Ambitionen haben", sagt Wolf, "und Stuttgart wechselt dann schon - das ist erst mal ein bisschen überraschend aus der Entfernung." 

"Die beste Möglichkeit wäre gewesen, gar kein Interview zu geben"

Reschke hatte sich am Samstagabend nach der 1:3-Niederlage bei Hannover 96 in Interviews zunächst vor Korkut gestellt, ihn wenige Stunden später aber dennoch beurlaubt. Anschließend gab er zu, bewusst die Unwahrheit gesagt zu haben, weil ein Vorstandstreffen am Abend bereits vereinbart war. 

Wolf kritisierte auch Sportvorstand Michael Reschke: "Die beste Möglichkeit wäre gewesen, gar kein Interview zu geben. Ich glaube nicht, dass man das muss. Da hätte man als Sportdirektor auch einfach darauf verzichten können."

"Da sind wir wieder beim Thema Ungeduld"

Korkut hatte die Mannschaft erst Ende Januar 2018 von Hannes Wolf übernommen und souverän zum Klassenverbleib geführt. Dank einer Erfolgsserie von acht Spielen in Serie ohne Niederlage hätte der VfB unter Korkuts Regie sogar fast noch die Qualifikation für die Europa League geschafft.

In der neuen Saison aber folgte trotz zahlreicher Verstärkungen die Wende. Erst einen Sieg holten die Stuttgarter unter dem früheren türkischen Nationalspieler in dieser Bundesliga-Saison. Zudem wurde Korkut zuletzt wegen seiner oft biederen Spielweise kritisiert.

In der Rückschau spricht Hannes Wolf von einem "extremen Strategiewechsel" beim VfB: "Wir sind im September 2016 mit dem Ziel gekommen, eine junge, entwicklungsfähige, intensive Mannschaft zu machen, und waren da mit der Zweitliga-Meisterschaft auch auf einem ganz guten Weg." Inzwischen jedoch habe es - "und da sind wir wieder beim Thema Ungeduld" - einen "Strategiewechsel zu einer sehr, sehr erfahrenen Mannschaft" gegeben.

Wolf will bald wieder im Geschäft sein

Inzwischen ist Markus Weinzierl der neue Cheftrainer beim VfB und sein Vor-Vorgänger ist "gespannt, mit welcher Spielphilosophie, mit welcher Art von Fußball sie jetzt da rauskommen, weil es auch nicht klar ist, wofür sie stehen". Und sehr spannend sei auch, "wie sie das auch taktisch lösen, weil es nicht ganz klar ist, wie du das mit dieser Mannschaft machst."

Wolf selbst will bald wieder voll im Geschäft sein. Im Sommer hospitierte er bei seinem einstigen Mentor Jürgen Klopp im Trainingslager des FC Liverpool. Wolf: "Das war ein großartiger Input. Jürgen ist ein super Typ und auch ein fantasitscher Trainer." Nach seiner Auszeit sagt er heute: "Ich bin einfach wieder heiß und hätte Riesenlust, wieder was Cooles zu machen."

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