Nordrhein-Westfalen Steiger Awards für eine bunte Promi-Truppe

Essen - Heino, Senta Berger und der kroatische Premierminister Andrej Plenković: Promi-Auflauf beim Steiger Award - diesmal in Essen. Die undotierte Auszeichnung für alle möglichen Verdienste hat am Samstag wieder zahlreiche Persönlichkeiten ins Ruhrgebiet gelockt.

Zum 14. Mal erhielten Schauspieler, Musiker, Politiker und andere Prominente den Preis, der an die Tugenden eines Steigers, des Vorarbeiters im Bergbaus, erinnern soll: Geradlinigkeit, Offenheit und Toleranz. Das Welterbe Zeche Zollverein als Schauplatz der Gala war passend zum Preis gewählt.

Nur wenige hielt es auf den Sitzen, als nach einem dreistündigen Verleih-Marathon Heino ein Medley schmetterte - mit "Blau blüht der Enzian", "Schwarze Barbara" und anderen Erfolgssongs. Kurz zuvor war der 80-jährige Volksmusiker für sein Lebenswerk geehrt worden. Es sei das erste Mal, dass er solch einen Preis annehme, sagte er vor der Verleihung. Bislang habe ihn immer davon abgehalten, dass die meisten Geehrten kurz nach der Würdigung ihres Lebenswerks gestorben seien. Gelobt wurde Heino von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die bekannte: "Ich bin seit meiner frühen Kindheit der absolute Heino-Fan." Und feststellte: "Wie der Kölner Dom, wie die Loreley, wie Schloss Neuschwanstein gehörst du zu Deutschland."

Es war ein Abend der Kontraste: Zuvor war der kroatische Premierminister Andrej Plenković für seine Verdienste um Europa geehrt worden, nachdem er tagsüber schon von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet als Gast empfangen worden war. Der CDU-Politiker ließ es sich dann auch nicht nehmen, die Lobrede zu halten. Plenković bedankte sich auf Deutsch: "Europa ist eine Gemeinschaft der Werte und Rechtsstaatlichkeit. Und Europa ist ein globales Vorbild für Entwicklung und Solidarität - das sollte Europa auch bleiben".

Für nachdenkliche Stimmung unter den rund 300 Gästen sorgte Uschi Glas. Sie wurde von Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen für ihre Hilfsorganisation "Brotzeit" geehrt. Der Verein versorgt deutschlandweit benachteiligte Schüler mit Frühstück.

Rhetorischer Glanz strahlte von der ansonsten leider schwach ausgeleuchteten Bühne, als Götz Alsmann ans Mikro trat - und die Arbeit von Anne Will lobte. Die Geehrte gab einen Einblick in journalistische Grundsätze ihrer Talkshow: "Extremisten laden wir nicht ein. Aber jemanden, der einen anstößigen Inhalt vertritt, darf man nicht von der öffentlichen Debatte ausschließen." Allerdings müsse man ihm dann mit "absolut entschiedenem Widerspruch" begegnen. Und wenn dies keiner aus der Runde mache, tue sie dies eben selbst.

Und sonst? Rührung bei Lindenstraßen-Autor Hans W. Geißendörfer nach der Lobrede von Thomas Kutschaty, SPD-Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag. Begeisterung des Publikums beim Lied "Glück auf" von Joris, der am gleichen Abend noch nach Köln musste für einen Live-Fernsehauftritt. Bewunderung des Duos Zweikanalton für den 19-jährigen YouTube-Star Lukas Rieger, der ebenfalls am Abend noch nach Berlin fliegen wollte.

In der Kategorie Ruhrgebiet bekam der Unternehmer und frühere RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann die von ihm "Steiger Preis" genannte Auszeichnung. Der mit ihm befreundete Künstler Markus Lüpertz hob Großmanns Engagement für ALS-kranke Menschen hervor. Bemerkenswert sein Outfit: Er trug einen Steiger-Anzug.

  • Bewertung
    0

Heute in Ihrer Tageszeitung

  • Waiblinger Kreiszeitung
  • Schorndorfer Nachrichten
  • Winnender Zeitung
  • Welzheimer Zeitung
Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!