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Oberberken Krieg im Wald: Fallen für Mountainbike-Fahrer

Schorndorf. Sie verbuddeln Nagelbretter unter dem Laub, spannen Drähte in Halshöhe und legen Baumstämme auf die Pfade. Militante Mountainbike-Gegner stellen heimtückische Fallen – und fühlen sich offenbar im Recht. Denn laut Landeswaldgesetz ist das Radfahren auf Pfaden, die schmaler als zwei Meter sind, verboten. Der Radsport in der Grauzone hat kriminelle Gegner.

Der Wald war schon jeher Schauplatz von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Konflikten. Die Germanen lauerten bei der Varusschlacht den Römern in sumpfigen Wäldern auf. Der Vietcong buddelte Tunnel im von Agent Ornage entlaubten Urwald, um Onkel Sam aufzulauern. Robin Hood und seine Freunde nutzten das Dickicht für Überraschungsangriffe auf die Häscher des Sheriffs von Nottingham – und heute stellen in den Wäldern rund um Schorndorf Unbekannte Mountainbikefahrern Fallen, um diese aus dem Wald zu verbannen. Dabei gefährden sie auch Fußgänger und Tiere.

Dr. Christoph Gaa und Klaus Reuster sind leidenschaftliche Mountainbikefahrer und Mitglieder der Mountainbike-Abteilung des Vereins Naturfreunde Schorndorf. Allerdings haben die Sportler militante Gegner, die ein Höchstmaß an krimineller Energie an den Tag legen. Vorvergangenen Dienstag musste der Schwager von Gaa dies in der Nähe von Unterberken am eigenen Leibe erfahren. „Wir waren auf dem Weg vom Nassachtal zum Adelberger Stausee. Mein Schwager Mike ist vorausgefahren“, so Gaa. Ein Fichtenstamm, dessen Äste eine Form von Widerhaken bildeten, verfing sich in den Speichen. Mike stürzte und brach sich den Kiefer und das linke Handgelenk. Ein Sturz auch mit wirtschaftlichen Folgen. „Mein Schwager betreibt in der Schweiz ein Ingenieurbüro. Die Auftragsbücher sind voll“, sagt Gaa, der davon ausgeht, dass der Fichtenstamm dort mutwillig abgelegt wurde. Es sei nicht das erste Mal. Häufiger seien Hinternisse auf den Pfaden, die offensichtlich nicht auf natürlichem Wege dort hingelangten.

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