Ordnungsdienst in Waiblingen Präsenz zeigen gegen Probleme am Postplatz

Alex Hartel und Werner Jenisch mit Schäferhund Howie auf Streife. Foto: Habermann Foto: ZVW/Gabriel Habermann

Waiblingen. Wenn Betrunkene auf dem Postplatz lärmen, Autofahrer ohne Erlaubnis in der Fußgängerzone parken oder Hundebesitzer ihre vierbeinigen Lieblinge in der Talaue frei springen lassen: Der Kommunale Ordnungsdienst schaut nach dem Rechten. Wir beleuchten die wichtigsten Aufgaben des KOD.

Einer der Haupteinsatzorte des Kommunalen Ordnungsdienstes ist der Postplatz. Auf der stark frequentierten Freifläche vor den Toren zur Altstadt kommt vieles zusammen, was sich nicht ohne weiteres verträgt: Lieferanten bringen Ware in die nahen Geschäfte, Autos fahren in die Tiefgarage Querspange ein, die Besucher des beliebten Bäckerei-Cafés möchten ihre freie Zeit genießen, und auch die Stufen vor dem Rewe-Markt eignen sich gut als Treffpunkt – auch für Leute, die nicht immer ganz einfach im Umgang sind. Ob auf routinemäßiger Streife oder weil sie gerufen wurden: Die Einsatzkräfte des städtischen Ordnungsdienstes kommen täglich vorbei.

Die Klientel vor dem Rewe ist den Wachleuten gut bekannt

„Die Situation am Postplatz ist nach wie vor unbefriedigend“, berichtete die Stadtverwaltung neulich im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats. Zwar seien die Beschwerden und Problemfälle in letzter Zeit weniger geworden, sagt Timo Lösch, der Leiter des KOD. Doch auch dieses Jahr wurden bisher zwölf „ordnungsrechtliche Maßnahmen“ notwendig. 2018 waren es 67. Dazu gehören Platzverweise, Bußgelder, die angeordnete Entsorgung von Müll und mündliche Verwarnungen. Wobei „mündlich verwarnen“ in diesem Zusammenhang nicht nur bedeutet, dass jemand eben aufgefordert wird, endlich leise zu sein. Vielmehr nehmen die Ordnungshüter Personalien auf und fragen ausdrücklich: „Sind Sie mit einer mündlichen Verwarnung einverstanden?“ Wenn der Angesprochene bejaht und sich erneut beim Lärmen erwischen lässt, kennt der KOD kein Pardon mehr und verordnet ein Bußgeld. Platzverbote gibt’s bei Sachbeschädigung oder Gewalttätigkeit.

Durch die regelmäßigen Kontrollen kennt der Vollzugsdienst die Klientel, die sich auf den Stufen vor dem Rewe aufhält, gut. Von diesem Kreis, der nach Einschätzung von Timo Lösch nicht viel mehr als zehn Personen umfasst, gehe ein Großteil der Vermüllung und der Verwahrlosung aus. „Bei den Kontrollen versuchen wir deshalb, klare Spielregeln auf dem Platz aufzustellen.“ Die Leute gleich zu sanktionieren oder zu vertreiben, ist nicht das Ziel. Grundsätzlich dürfe sich jeder auf dem Platz aufhalten, sagt der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, Oliver Conradt. Sofern die Verhaltensregeln eingehalten werden - also: kein Gebrüll, kein Ansprechen von Passanten, kein Müll.

Ansprache: Freundlich, aber bestimmt

Die Ansprache sei das A und O, erzählt Timo Lösch, der zehn Jahre draußen im Ordnungsdienst arbeitete, bevor er in den Innendienst – also zu den organisatorischen Aufgaben – gewechselt hat. Freundlich, aber bestimmt ist der Ton. Die Uniformen und manchmal auch der Dienst-Schäferhund verschaffen zusätzlichen Respekt. In den Abendstunden ist der KOD zur Sicherheit als Doppelstreife unterwegs. Je nach Alkoholpegel der Angesprochenen stoßen die Diensthabenden auf mehr oder weniger Verständnis. Gewalttätigen Widerstand hat Lösch noch nicht erlebt - was er darauf zurückführt, dass der KOD vorbeugend wirkt und nicht dann, wenn die Situation schon eskaliert ist. Dann nämlich ist die Polizei gefragt.

Den Rückgang der Vorfälle wie der Beschwerden sieht Fachbereichsleiter Werner Nußbaum als Folge des ausgeübten Kontrolldrucks. Für alle Einsatzgebiete gilt: Je mehr Präsenz der Ordnungsdienst zeigt, desto mehr Ruhe kehrt ein. Allerdings kann er unmöglich rund um die Uhr das ganze Stadtgebiet abdecken. Stark nachgelassen haben am Postplatz die Störungen durch Jugendliche, die sich eine Zeit lang in den Treppenhäusern des Postplatz-Forums aufhielten - auch, um dort zu feiern und Müll zu hinterlassen. Seit die Hausbesitzer einen Sicherheitsdienst einsetzen, ist es damit vorbei. Entspannt hat sich auch die verkehrliche Situation, seit die Stadt vor einem Jahr ein absolutes Halteverbot eingeführt und die Betonsitzsteine entlang des Fahrtwegs zur Tiefgarage aufgestellt hat. Schön sind sie nicht unbedingt, das weiß man auch auf dem Rathaus – aber sie erfüllen ihren Zweck. Das früher so häufige wilde Parken wird dadurch verhindert, die Fußgänger und Café-Besucher werden vor den Autos geschützt.


Ordnungsdienst

2012 startete in Waiblingen der Kommunale Ordnungsdienst (KOD). Der Schwerpunkt des alten Gemeindevollzugsdienstes lag bei Park- und Geschwindigkeitskontrollen.

Der KOD versucht, präventiv zu wirken, und zeigt Präsenz, um vorbeugend für Ordnung zu sorgen. Er fungiert auch als verlängerter Arm der Ämter bei Waffen-, Spielhallen-, Gaststätten- und Jugendschutzkontrollen sowie im Feldschutz.

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