Ostalbkreis Polizei löst "Corona-Party" bei Burgruine auf

, aktualisiert am 19.03.2020 - 17:15 Uhr
Symbolbild. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Heubach.
Die Polizei hat am Mittwoch nach eigenen Angaben eine "Corona-Party" im Bereich der Burgruine Rosenstein aufgelöst. Einer aktuellen Pressemitteilung zufolge hatte ein Anrufer kurz vor 15 Uhr gemeldet, dass sich mehrere dutzend Jugendlich dort aufhielten und feierten. Mehrere Polizeistreifen wiesen die rund 40 Jugendlichen vor Ort auf die derzeitige Problematik und die Risiken des Coronavirus hin.

"Die Jugendlichen reagierten mit Verständnis und verließen die Örtlichkeit nach Aufforderung bereitwillig", so die Polizei. "Dieser Tage ist der falsche Zeitpunkt gemeinsam Partys zu feiern. Damit helfen Sie am Ende nicht nur anderen, sondern auch sich selbst und ihrer Polizei."

Die Polizei greift in Baden-Württemberg härter durch

So glimpflich wie die Jugendlichen in Heubach werden Feiernde in den nächsten Tagen wohl nicht mehr davonkommen. „Gestern war die Polizei nachsichtig und hat Ermahnungen ausgesprochen. Ab heute werden Verstöße gegen das geltende Recht zur Eindämmung des Coronavirus von der Polizei Baden-Württemberg konsequent kontrolliert“, sagte der stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl laut einer aktuellen Pressemitteilung. „Dies gilt auch für sogenannte Corona-Partys, zu denen sich vor allem Jugendliche und Heranwachsende zum Beispiel auf Grill- und Spielplätzen treffen. Die Polizei wird hart durchgreifen.“

Seit dem 18. März gilt in Baden-Württemberg eine neue Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. „Ich habe exakt null Verständnis dafür, wenn die Coronavirus-Verordnung der Landesregierung nicht eingehalten wird. Das ist seit gestern geltendes Recht. Verstöße dagegen sind keine Kinkerlitzchen, sondern eine rechtswidrige Tat. Wer gegen die Vorschriften zur Eindämmung des Coronavirus verstößt, gefährdet letztendlich Menschenleben“, so Innenminister Thomas Strobl.

Schärfere Sanktionen: Es drohen bis zu zwei Jahren Haft

Strobl kündigte außerdem scharfe Sanktionen an. Zuwiderhandlungen gegen die Coronavirus-Verordnung können nach dem Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte unter anderem wegen Corona-Partys am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht. "Es kann nicht sein, dass jetzt junge Leute zu Corona-Partys rennen", sagte er laut dpa bei einer Pressekonferenz im Landtag in Stuttgart. "Wenn nicht alle ihr Verhalten grundlegend umstellen, dann kommen wir um härtere Maßnahmen und Sanktionen nicht herum."

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