Parkhaus-Abriss am Bahnhof Waiblinger Hess-Areal wird zum Groß-Parkplatz

Die Freiflächen des Hess-Areals im Gewerbegebiet Ameisenbühl werden zum Ausweichparkplatz. Foto: Habermann/ZVW

Waiblingen. Das überlastete P&R-Parkhaus beim Bahnhof wird voraussichtlich im Herbst abgerissen und neu gebaut. Unklar war bislang, wo die rund 350 Autos während der zweijährigen Bauphase parken sollen. Die Lösung lautet: Die Freiflächen des Hess-Areals im Gewerbegebiet Ameisenbühl werden zum Ausweichparkplatz.

Wahrscheinlich nach der Remstal-Gartenschau soll der Abbruch des alten P&R-Parkhauses beim Waiblinger Bahnhof beginnen. Damit die derzeit etwa 300 Parkplätze während der Bauzeit für das neue Parkhaus nicht ersatzlos entfallen, sollen auf jeden Fall vor dem Abbruch etwa 350 Ersatzparkplätze auf dem Hess-Areal bereitstehen. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen der Stadt und der Eigentümerin der ehemaligen Ziegelei. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, aber voraussichtlich von März oder April an wird die Parkierungsgesellschaft die Freiflächen bis Mitte 2021 anmieten.

Über Max-Eyth-Straße und Dieselstraße zum Parkplatz

Die Anfahrt zum Ersatzparkplatz erfolgt aus Rücksicht auf die Anwohner nicht über die Straße Ameisenbühl, über welche die bestehenden P&R-Parkplätze beim Gleis eins auf der Nordseite des Bahnhofs angebunden sind. Stattdessen erreichen die Nutzer des Ausweichparkplatzes das Hess-Areal vom Gewerbegebiet her über die Max-Eyth-Straße und die Dieselstraße, fahren also vorbei am Druckhaus und auch am Pferdehof.

Für 580 Stellplätze rund 2,2 Millionen Euro zu erwarten

Offen ist noch, wann genau der Abbruch des Parkhauses beginnt. Fördermittel aus dem Landesverkehrsfinanzierungsgesetz sind beantragt. Für die geplanten 580 Stellplätze sind rund 2,2 Millionen Euro zu erwarten. Aktuell wird der Zuschussantrag beim Regierungspräsidium Stuttgart geprüft. Sobald die Entscheidung vorliegt, will die Stadt die weiteren Planungen forcieren. Vor der definitiven Zusage sollte sie jedoch nicht anfangen, da ihr sonst der Zuschuss entgeht.

Diesel-Fahrverbote könnten die Park-Situation verschärfen

Das alte P&R-Parkhaus südlich der Bahnlinie hat teilweise eine Auslastung von mehr als 100 Prozent. Mangels Platz wird oft außerhalb der markierten Flächen geparkt, so dass die Durchfahrten verstellt oder gar versperrt werden. Mit dem Neubau wollen Stadt und Parkierungsgesellschaft außerdem erreichen, dass mehr Menschen den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, und mehr P&R-Plätze schaffen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass sich die Situation durch die Fahrverbote in Stuttgart wohl noch verschärfen wird.

Marktgarage am "beliebtesten"

Einen Spitzenwert verbucht die Parkierungsgesellschaft im Rechnungsjahr 2017 bei der Nutzung der von ihr betriebenen Parkhäuser: Fast 1,3 Millionen Autos fuhren als Kurzparker ein. Am „beliebtesten“ ist weiterhin die Marktgarage vor dem Postplatz-Forum, das auch nach abgeschlossener Sanierung der Marktgarage weiter einen Zuwachs erfährt. Die höchste Auslastung pro Stellplatz haben der Widmayer-Parkplatz und die Querspange – jeweils eine Folge der benachbarten Supermärkte. Noch nicht in der Statistik erfasst ist die Volksbank-Garage, die im Mai 2018 erst in Betrieb ging.


Das E-Bike-Gerücht

Zwischen den Jahren geisterte durch die sozialen Netzwerke das Gerücht, die E-Bike-Station am Bahnhof habe wegen mangelnder Nutzung geschlossen. Eine Halbwahrheit: Tatsächlich liegt die derzeitige Schließung in einem Betreiberwechsel begründet, sagt Thomas Schaal, der Geschäftsführer der Parkierungsgesellschaft. Ende Februar oder Anfang März soll die Station wieder nutzbar sein.

Im Rahmen des Namoreg-Projekts der Region Stuttgart hat die Parkierungsgesellschaft die E-Bike-Station gebaut, die 2015 in Betrieb ging. Nach immerhin 678 Ausleihen im Jahr 2016 ist deren Anzahl 2018 auf nur noch 331 gesunken, was die Pedelec-Stationen sogar auf die Verschwender-Liste des Bundes der Steuerzahler brachte. Das Fahrradverleihsystem in der Region ist nun als „RegioRad Stuttgart“ vereinheitlicht. Außer zehn Pedelecs stehen nach Wiedereröffnung zusätzlich fünf Fahrräder zur Verfügung. Neuer Betreiber ist die DB Connect.

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