Plüderhausen 50. Plüderhäuser Festtage

Plüderhausen. Mit einem fünften Tag, dem weiteren Gang im sonst bewährten Menü, warten die Plüderhäuser Festtage bei ihrer Jubiläumssause auf. Hors d’Oeuvre der 50. Festtage wird am Donnerstag das Blasmusikfestival Rems-Murr sein, vor dessen Beginn (17 Uhr) sich alle Karussells auf dem Rummelplatz eine Stunde gratis drehen. Dann springt ein Fallschirmteam ab. Passend zum Jubiläum eröffnet der Musikverein Frohsinn aus dem heuer 750 Jahre alten Walkersbach den Blasmusikreigen.

Schülerbigbands

Zwei Schülerbands umrahmen die Preisverleihung des Entenrennens am Samstagnachmittag. Von sich hören lassen die Bigband der Jugendmusikschule Schorndorf und die Gmünder Schwörhaus-Bigband.

Bereits seit 9. Juli werden die Plüderhäuser auf das Festtagejubiläum mit Videoanimationen mit Bildern aus fünf Jahrzehnten auf Flachbildschirmen in den Schaufenstern verschiedener Geschäfte eingestimmt. Zeitweise waren vor den Läden schon einige Interessierte zu sehen, die alte Erinnerungen auffrischten. Früher als sonst steht heuer auf dem Gänswasen schon das Großzelt, das erste, das mit Hilfe des neuen Fronmeisters Jan Kunisch aufgebaut wurde. Auch die Schausteller, darunter solche mit Autoscooter, Polyp, Mondlift und einem Vier-Etagen-Laufgeschäft, sind Tage früher als sonst angerückt: Auch bei ihnen geht’s diesmal schon am Donnerstag los, mit Freifahrten und Sonderangeboten. Danach machen acht Orchester mit 300 Musikern das Plüderhäuser 2000-Mann-Festzelt zum Blasmusik-Dorado. Schon sind die meisten der Enten verkauft, die am Samstag, nach 15 Uhr, die Rems bevölkern werden. Auch die Online-Abstimmung der zehn Festtagehits, die die Plüderhäuser Musikanten am Montag anstimmen, läuft schon länger.

Wie die Jubiläumsorganisatoren im Gespräch mit unserer Zeitung erklärten, wird zum Jubiläum ansonsten auch Bewährtes zu sehen und hören sein. Dirndlträgerinnen und Mannsbilder mit Lederhosen dürfen sich wieder über Gaben von „I mog Di“-Herzen freuen. Schultes Andreas Schaffer wird nach dem Einzug der Honoratioren der feststemmenden Vereine das Fass anstechen. Die Schützen schießen donnernd Salut. Somit sind die Plüderhäuser Festtage, wiewohl an den Kassen zwischenzeitlich Touchscreens Einzug halten, wiedererkennbar und dem Grundmuster treu geblieben. Wie im Vorjahr sind die Fahnenschwinger von der Musik- und Spielgemeinschaft Trääs an Bord sowie die kessen, rassigen Dorfrock-Mädels aus Unterweissach beim Eröffnungsabend. Sie werden später auch in die Trachten von „Brunnenhannes“ aus Stuttgart steigen. Da soll es auch echt schwäbische „Ranzaspanner“ zu sehen geben.

Preise beim Hammellauf sind nicht mehr lebendig wie anno dunnemals


Diese Festtage rücken freilich auch jene Zeiten in den Blick, an die sich in Plüderhausen nur noch Herrschaften erinnern, die zwischenzeitlich in Ehren ergraut sind. Wiedererweckt in veränderter Form wird der traditionelle Hammellauf respektive -tanz (Beginn Montag 20 Uhr), bei dem die drei Siegerpaare nach dem finalen Schuss, mit dem die Dompfaffpolka endet, nicht mehr wie anno dunnemals einen lebendigen Hammel, Has’ und Hahn als Preise empfangen, sondern Gutscheine renommierter Lokale im Remstal. Freuen dürfen sich die Plüderhäuser auf den Festzug, der diesmal wieder über die Gleisstraße herunterkommen wird und dem daher an den Gleisen der Remstalbahn ein Päuschen drohen könnte. Die Organisatoren hoffen, dass den Zug mit seinen 43 Nummern auch eine Abordnung aus Gmünd in Stauferkostümen ziert, neben Oldtimern auch beide Theater, eine Abordnung aus Walkersbach, alte Bulldogs, Seifenkisten und Weinkönigin Stefanie II. aus Osann-Monzel. „Wein trifft Bier“, sagt Hartmut Bay dazu. Er, von klein auf dabei, ist im Laufe der Jahre in eine tragende Rolle hineingewachsen. Für ihn sind diese Festtage „Festtage der Zutaten“.

Solche Zutaten sind – sozusagen als Ablösung für Hans Kriso und die Vips, die später wieder mal zum Zug kommen können – am Sonntag die Blaskapelle „Charivari“, die für böhmische Melodien steht, und abends die Lederrebellen, die im Vorjahr auf dem Cannstatter Wasen ein rebellisch krachendes Debüt abgeliefert haben sollen. Die Gruppe um Jens Rück und Sängerin Caro sollen, so Bay, Profis sein, die mit Spaß und Schmackes hupen. Am Samstagabend sind indessen wieder Allgäu-Power um „Frontsau Wolle“ und Reiner Kreit am Zug.

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