Plüderhausen. Nicht nur wegen steigender Temperaturen stinkt es den Damen vom Tier- und Naturschutzverein ein halbes Jahr nach dem Bezug des neuen Tierheims in Plüderhausen gewaltig: Die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises weigert sich standhaft, durch den Uferweg Tierkot und anderen Müll abzufahren. Auch die Frauen, die bisher den Müll mit ihren Autos an den alten Standort Mühlstraße transportierten, wollen nun nicht mehr.

„Im Auto stinkt es tagelang“ – wie Brigitte Herda, Vorsitzende des Tier- und Naturschutzvereins Plüderhausen-Urbach, beklagt, werden „die ehrenamtlichen Mitarbeiter, überwiegend Frauen, von der Müllabfuhr vom Landratsamt im Stich gelassen. Nach der Fertigstellung der Tierstation im Oktober 2011 wurde einmal der Müll abgeholt und dann nicht mehr“. Für den Verein, der sich im vergangenen halben Jahr auch endlos mit der Telekom wegen eines Telefonanschlusses herumzuärgern hatte – Brigitte Herda verbrachte Stunden in telefonischen Warteschleifen –, ist es ein drängendes Problem. Derzeit versorgt der Tier- und Naturschutzverein fast 35 Tiere. In den Ferien, wenn verantwortungslose Zeitgenossen wieder Tiere auf die Straße setzen, sind es bis zu 100 in der Station. Der Verein hat drei Biotonnen, zwei Gelbe Tonnen, einen Papiercontainer und einen großen Restmüllbehälter für seine Abfälle. Wegen des AWG-Boykotts hat man sie wieder hinüber an den alten Standort in der Plüderhäuser Mühlstraße ans sogenannte „Katzenhaus“ geschafft. Denn dort werden sie geleert. Allerdings weigern sich inzwischen die Frauen, den Kot in ihren Privatautos hinüber in die Mühlstraße zu transportieren.

Zuerst „Sondermüll“ für die AWG, dann sei der Uferweg zu schmal

Erst auf Nachfrage bei der Behörde in Waiblingen, warum der Müll nicht abgeholt wird, hat Brigitte Herda die Antwort erhalten, dass der Müll des Tierheims „Sondermüll“ sei. Der Verein, der in Plüderhausen und Urbach sitzt, recherchierte daraufhin und ermittelte, dass sowohl die Abfälle der Tierauffangstation in Schorndorf wie auch der in Backnang von der AWG nicht als Sondermüll behandelt werden.

Die AWG rückte nun ab von ihrer Sondermülllinie. Sie erklärte dem Verein, seine Abfälle seien doch kein Sondermüll, aber sie könnten dennoch nicht abgefahren werden. Die Zufahrtsstraße sei zu schmal, der Uferweg müsse über vier Meter breit sein. Außerdem gebe es keine Ausweichstellen.