Plüderhausen Badesee bekommt Wagen mit WC für behinderte Menschen

Die Toiletten am Badesee-Kiosk in Plüderhausen sind nicht behindertengerecht. Foto: Habermann/ZVW

Plüderhausen. Der Badesee bekommt einen Toilettenwagen mit einem WC für behinderte Menschen. Die Neuanschaffung enthält außerdem zwei herkömmliche WC-Kabinen sowie einen Wickeltisch. Der mobile Wagen soll vor allem am Badesee eingesetzt werden, es gibt aber auch Überlegungen für eine Nutzung für Vereinsfeste.

Eine sogenannte „Toilette für alle“ ist es nun doch nicht geworden. Ein solches WC hätte, versehen mit einer Liege und einem Lifter, die Versorgung von schwerstbehinderten oder mehrfach behinderten Menschen ermöglicht. SPD-Gemeinderätin Elke Mück hatte sich für eine solche „Toilette für alle“ eingesetzt und auch Spenden gesammelt. Mit der nun vorgeschlagenen Variante war sie nicht einverstanden. Ziele des Antrags auf eine „Toilette für alle“ seien Inklusion und Barrierefreiheit gewesen, Menschen mit Handicap sollten sich am Badesee wohlfühlen, erinnerte sie. Und zählte auch die Einwendungen gegen die „Toilette für alle“ auf: Der Container wäre zu groß gewesen, hätte zu wuchtig ausgesehen, die Infrastruktur hätte nicht gepasst, der Aufwand für die wenigen Betroffenen wäre zu teuer gewesen.

Toilettenwagen kann zu jedem Fest im Ort gebracht werden

„Positiv war, dass wir so bemerkt haben, dass es am See nicht mal eine barrierefreie Toilette gibt“, stellte Elke Mück fest. Der nun vorgeschlagene Toilettenwagen sei mobil, er könne zu jedem Fest im Ort gebracht werden, auch im Sommer. „Eigentlich eine gute Idee, die Vereine freuen sich“, so die SPD-Rätin. „So zieht man aber auch die Behindertentoilette vom See weg“, sorgte sie sich und fürchtete nur zeitweise Barrierefreiheit und zeitweise zwei neue Toiletten am See. Für Elke Mück war klar: „Das hat nichts mehr mit unserem Antrag zu tun.“ Sie wollte sich enthalten.

Wagen soll im Sommer am See sein

Markus Proschka (CDU) fragte, wer diese neuen Toiletten reinigt. Er äußerte sich kritisch zum vorgeschlagenen WC-Wagen in städtebaulicher und optischer Sicht. Den Zweck, den man eigentlich gewollt habe, nämlich ein vollwertiges Behinderten-WC, erreiche man nicht.

Bürgermeister Andreas Schaffer sagte, der neue barrierefreie WC-Wagen werde im Sommer stets am See sein und dort Priorität haben. Er ging davon aus, dass, wenn die Kioskpächterin die Reinigung übernehmen würde, sie etwas dafür verlangen würde.

Toilettenwagen bietet Chance, am See auch winterfestes WC zu betreiben

Reiner Schiek (CDU) warf ein, dass dann, wenn der Wagen am Badesee Priorität hätte, auch die Feste stattfinden würden.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der nun diskutierte Toilettenwagen zwar 43 Prozent mehr kostet als der ursprünglich vorgeschlagene Wagen mit nur einem behindertengerechten WC. Er biete aber die Chance, am See auch ein winterfestes WC zu betreiben.

Kosten: 29 000 Euro

Elke Mück regte an, festzuschreiben, dass der Toilettenwagen im Sommer nicht für Vereine bereitsteht.

Die Räte erklärten sich abschließend mit 13 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen mit der Anschaffung des WC-Wagens einverstanden. Er kostet rund 29 000 Euro.


Erst im Herbst

Der neue WC-Wagen hat eine lange Lieferzeit. Voraussichtlich wird er Mitte Oktober eintreffen.

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