Plüderhausen Badesee schwemmt Geld in die Kasse

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser: Rund 900 Ordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr gab es in diesem Jahr am Plüderhäuser Badesee. Sie schwemmten rund 4500 Euro an Verwarnungsgeldern in die Gemeindekasse. Foto: Habermann

Plüderhausen. „Außergewöhnlich erfolgreich auf der Einnahmenseite“ ist die Saison 2012 am Plüderhäuser Badesee nach den Worten von Bürgermeister Andreas Schaffer verlaufen. In der Tat: Während die Kommune in den letzten sechs Jahren nur zwischen 2800 und knapp 5000 Euro pro Jahr aus dem Verkauf von Parkscheinen einsacken konnte, waren es dieses Mal fast 27 500 Euro. Der Grund liegt auf der Hand: Es sind die neuen Parkautomaten.

Die drei Geräte wurden Anfang Juni in Betrieb genommen und erwiesen sich als Geldquellen, die nur so sprudelten. Demzufolge sprach der Plüderhäuser Rathauschef jetzt in der Sitzung des Verwaltungsausschusses auch von einer „sehr guten Bilanz aus Sicht der Verwaltung, wir haben mit den Parkautomaten noch bessere Erfahrungen als erwartet gemacht“. Der Schultes sprach von einer „sehr guten Bilanz aus Sicht der Verwaltung“ und wertete das als „Signal, so weiterzumachen“. Schaffer mischte dem Wein aber auch gleich ein wenig Wasser bei: Die Verwaltung habe mit den Parkkarten einen „relativ hohen Aufwand“. Das hat allerdings mit den Parkautomaten wenig bis nichts zu tun.

Facebook-Party

Besondere Vorkommnisse waren in diesem Jahr am Badesee so gut wie keine zu verzeichnen, sieht man mal von einer „kleineren Facebook-Party“ am 11. Mai ab. Rund 250 Menschen fanden sich ein, die Polizei löste diese Party aber frühzeitig auf. Die „Auslöserin“ konnte festgestellt werden.

Auch in diesem Jahr fanden wieder mehrere Großtaufen von Freikirchen statt, zudem Ende August ein kleinerer Filmdreh für den Fernsehsender des Evangeliumsrundfunks (EFR) sowie im September das traditionelle Motorradtreffen der Motorradfreunde Plüderhausen auf dem Parkplatz.

Die Jahresparkscheine für Pkw gibt es wie bisher zum Preis von 22 Euro am Badesee-Kiosk und zusätzlich im Rathaus Plüderhausen. Dort wurden in diesem Jahr 89 Stück verkauft. Einwohner Plüderhausens, die wie bisher kostenlos am Badesee parken dürfen, benötigen sogenannte „fahrzeugbezogene“ Jahresparkscheine, die im Rathaus erhältlich sind. Diese kostenlosen Jahresparkscheine für Plüderhäuser mit Eintragung des Kennzeichens gibt es dort gegen Vorlage der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein). 2012 wurde 741 solche Gratisparkscheine für Plüderhäuser Bürger ausgegeben. Das erfordert eben einen gewissen Verwaltungsaufwand.

Reißig erinnert daran, dass die SPD die Parkautomaten gefordert hat

Für die SPD erinnerte Gemeinderat Thomas Reißig daran, dass es seine Fraktion gewesen sei, die „dreimal“ gefordert habe, Parkautomaten am Badesee aufzustellen. Dass dies richtig gewesen und endlich umgesetzt worden sei, belege die Bilanz, die die Verwaltung jetzt vorlege. Sie hat laut Reißig „sämtliche Erwartungen übertroffen“. Aber auch der altgediente SPD-Rat fand ein Haar in der Suppe. Er fragte: „Wie kommen denn die Bauhofverrechnungen zusammen?“ Reißig hatte dabei die 21 200 Euro im Auge, die auf der Ausgabenseite ganz erheblich zu Buche schlagen.

Bürgermeister Schaffer antwortete: „Wir haben in diesem Jahr etwas mehr gemacht.“ Zum Beispiel sind an die Parkplätze ganz neue Absperrungen hingekommen, wie Martin Knödler, Pächter des Badesee-Kiosks (er bezahlt im Übrigen 5000 Euro Pacht, die auch in die Gemeindekasse fließen), ergänzte.

Die FW-FD-Fraktionsvorsitzende Claudia Jensen wollte wissen, ob im nächsten Jahr wieder Investitionen in dieser Größenordnung notwendig sind. Falls nicht, solle die Gemeinde Rücklagen bilden und damit einen Kinderbereich anlegen. Tilmann Kropf, im Plüderhäuser Hauptamt unter anderem für den Badesee zuständig, geht davon aus, dass die Ausgaben im kommenden Jahr deutlich geringer sind. Er machte allerdings eine durchaus verständliche Einschränkung: „Wenn nichts Außergewöhnliches passiert.“

Die Verwaltung (und hier vor allem Kämmerin Regine Rösch) will sich jetzt nach den Worten von Bürgermeister Schaffer Gedanken darüber machen, „wie wir das Geld im System Badesee lassen können“. Ganz einfach ist das haushaltsrechtlich offensichtlich nicht. Aber bis zur Badesaison 2013 bleibt ja reichlich Zeit. Und bis zur Bilanz im Spätherbst nächsten Jahres noch viel mehr.

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