Plüderhausen Bilanz der 51. Plüderhäuser Festtage

Plüderhausen. Die 51. Plüderhäuser Festtage sind Geschichte. Zeit also, Bilanz zu ziehen – wirtschaftlich, menschlich und polizeilich, nachdem die Sperrzeiten um dreieinhalb Stunden an vier Tagen verkürzt wurden und das Zelt mehr oder weniger pünktlich eine halbe Stunde nach Schankschluss von Ordnungskräften auch geräumt wurde.

Für Festtagesprecher Hartmut Bay war das Wetter „zu gut“ und „zu heiß“ für die Arbeitsgemeinschaft der fünf festtragenden Vereine. Das führte nicht nur dazu, dass der Festzug am Sonntag an manchen Stellen fast ohne Zuschauer durch die Straßen zog, sondern auch zu zeitweisen Einbrüchen in den Besucherzahlen im Zelt und dazu, dass etwa Kaffee und Kuchen oder auch Mandeln natürlich nicht mehr so gefragt waren wie in den Vorjahren 2012 und 2011, als das Wetter kühler und durchwachsen war. Wegen der Hitze tagsüber gab es spätabends indessen Versorgungsengpässe. Da herrschte sozusagen „Land unter“ im Zelt, während es kurz vorher noch fast zu ruhig war. „Sensationell“ lief bis in die frühen Morgenstunden der Biergarten, wobei nicht nur das Bier, sondern auch nichtalkoholische Getränke nachgefragt wurden, so Bay. Er betont, dass die Sonderangebotsaktion, zwei für den Preis von einem zu trinken, nicht zu vergleichen sei mit Sektgeschenken bei anderen Festen. Bay: „Bei uns muss man erst mal ein Getränk zahlen.“ Im Biergarten musste der „Hohberg“ extrem ran. Auch das Radler ging weg, wie auch alkoholfreie Getränke. Umsatzmäßig, so Bay, lag das 51. Volksfest über dem Durchschnitt, wiewohl auch härtere Drinks an der Bar, diesmal in wiederverwendbaren, soliden Kunststoffgläsern statt in wegen spitzer Glassplitter stark verletzungsträchtigen Rialtogläsern ausgeschenkt, seltener über den Tresen gingen. Vermutlich wegen der Hitze, die Durstlöscher forderte. Schnittverletzungen gab es trotzdem, als im Überschwang Tanzender eine Bierbank zusammenbrach, eine andere umfiel und Betroffene ins Krankenhaus mussten. Stark gefragt auf dem Vergnügungspark vor allem bei jungen Leuten: das in gegenläufigen Drehbewegungen wirbelnde „Breakdance“ aus Augsburg. Beim Festzug vorne, so Bay: das Piratenschiff der Hoizer und die „Wilde Dreizehn“ mit Jim Knopf des Sängervereinigungs-Kinderchors „Confetti“.

„Es waren sehr gute Festtage“, resümierte Bürgermeister Andreas Schaffer angesichts dessen, dass die Zelträumung im Grunde akzeptiert wurde und die Hitze eben ihren Tribut forderte. „Bisher hat es bei uns immer funktioniert ohne eine solche Regelung, jetzt hat es anders auch funktioniert.“ Nur montags wurde nicht geräumt, da habe man es eher auslaufen lassen.

Polizeichef Thomas Georgi: Diesmal „sehr positiv verlaufen“

Im Vorjahr hatte der Schorndorfer Polizeichef Thomas Georgi moniert, dass die Stimmung im überfüllten Festzelt am frühen Sonntagmorgen zu kippen drohte und immer noch Alkoholgetränke ausgeschenkt wurden. Diesmal zog Georgi ein „sehr positives“ Fazit. Es habe deutlich weniger Gewalt gegeben und Sachbeschädigungen im Umfeld. Täglich gab es eine Lagebesprechung mit der Security (SPO aus Reutlingen), dem Gemeindevollzugsdienst und dem DRK. Die Zusammenarbeit, „wir haben Hand in Hand gearbeitet“, sei positiv gewesen. Die Zelt-Räumung, am Freitag-, Sonntag- und Montagabend eine Stunde eher, in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine halbe Stunde eher, hat nach Informationen Georgis „völlig problemlos geklappt“. Da habe es vielleicht mal 10, 15 Minuten Verzögerung gegeben, aber die Gesellschaft habe sich schnell verlaufen. „Wenn es immer so läuft, sind wir zufrieden.“

Bay: Besser geordneter Rückzug als Rauswurf

Festtagesprecher Hartmut Bay fasste seine Meinung zum Thema Sperrstunde gestern in fünf Punkten zusammen:

Erstens ist ein geordneter freiwilliger Rückzug der Gäste besser als ein Rauswurf vor das Zelt.

Zweitens kann man nicht alle Feste gleich behandeln – ein Stadtfest und ein Fest auf der grünen Wiese ...

Drittens hängen Aggressionen mit Wetterlagen zusammen: 2011 und 2012 gab es Gewitter, Enge und Stress. 2013 hatten alle Gäste Platz und keinen Stress.

Viertens gibt es in Plüderhausen keine Anwohnerklagen.

Das Interesse der festtreibenden Vereine ist es, ein friedliches und wirtschaftliches Fest zu veranstalten.“

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