Plüderhausen Buskonzept wird erneut nachgebessert

Beim Busverkehr wird in Plüderhausen nachjustiert. Unser Bild zeigt die Linie 243 in der Ortsmitte. Foto: Schneider / ZVW

Plüderhausen. Erneut bessert die Gemeinde bei den neuen Buslinien nach. Zum 1. Juli wird die Fahrtenlücke der Linie 248 zwischen 9 und 13 Uhr geschlossen. Plüderhausen-Süd wird am Wochenende, feiertags und im Spätverkehr an Wochentagen besser an die Ortsmitte angebunden. Es gibt weitere Aufgaben: Die Gemeinde soll ein Verkehrskonzept für die Gartenschau entwickeln und sich um eine bedarfsgerechtere Busanbindung von Walkersbach kümmern.

Das Buslinienkonzept und die Nachjustierungen dazu beschäftigen Gemeinderat und Verwaltung schon länger, erinnerte Bürgermeister Andreas Schaffer im Rat an Vorberatungen zu Jahresbeginn. Das Schließen sogenannter „Angebotslücken“, das sind Zeiten ohne Fahrtmöglichkeiten, war damals schon ein Anliegen. Und zwar geht es um jene der Buslinie 248 zwischen 9 und 13 Uhr sowie am Wochenende und in Randzeiten.

Dazu hat die Gemeinde nun mit dem Landratsamt, dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und der Gemeinde Urbach beratschlagt. Die Verwaltung regte vier zusätzliche Fahrtenpaare an, um insbesondere Fahrten vom südlichen Plüderhausen in den Ortskern an Wochentagen zwischen 9 und 13 Uhr zu ermöglichen. Zur Hauptverkehrszeit fährt der Bus 248 weiterhin alle halbe Stunde, zwischen 9 und 13 Uhr dann ab Juli stündlich. Die zusätzlichen Fahrten kosten Plüderhausen rund 9500 Euro (wenn auch Urbach zustimmt).

An den Wochenenden, an Feiertagen und im Spätverkehr an Wochentagen schlug die Gemeinde vor, die Linie 243 stündlich abwechselnd auf ihrer Route mit dem und gegen den Uhrzeigersinn fahren zu lassen. Der Bus fährt dementsprechend ab 1. Juli mal zuerst über das Wohngebiet Goldacker zur Hohbergschule und dann über das Unterdorf zurück nach Urbach, und mal zuerst über das Unterdorf zur Hohbergschule und dann ins Wohngebiet Goldacker. Damit sollen insbesondere Ziele innerhalb von Plüderhausen besser erreichbar werden. Diese abwechselnde Routenplanung kostet die Gemeinde nichts.

Kein zusätzlicher Zwischenstopp direkt am Bahnhof

Weiterhin war zudem kritisiert worden, dass die Anbindung des Areals nördlich des Bahnhofs mit zum Beispiel dem neuen Rossmann entfallen war. Nach dem vorherigen Plan fuhr der Bus die Haltestellen Postweg und Bahnhofstraße an. Mit dem neuen Buskonzept entfielen diese, was Unmut bei den Kunden ausgelöst hatte.

Als Ersatz wurde die Haltestelle Grabenstraße geschaffen. Bei der wird es nun bleiben. Landratsamt und VVS fanden, dass mit dieser neuen Haltestelle eine weitere Erschließung des Bahnhofs unnötig ist. Von der Grabenstraße sind’s 280 Meter Fußweg, Zeitaufwand: drei Minuten, vermerkt die Verwaltung in den Sitzungsunterlagen der Räte. Für die Südseite gibt es die Haltestelle Ahornstraße mit einem Fußweg von 250 Metern und drei Minuten Gehzeit. Einen zusätzlichen Zwischenstopp direkt am Bahnhof lässt zudem die Streckenlänge nicht mehr zu, die Fahrzeiten sind ausgereizt, heißt es im Rathaus.

Linienbus als Schulbus mit einheitlichem Fahrplan oft leer

Die Gemeindeverwaltung war zudem beauftragt worden, sich mit der Bus-Anbindung von Walkersbach zu beschäftigen. Der Teilort hatte vor dem neuen Buslinienkonzept ein schlechteres Angebot. Bis zum Sommer 2017 gab es den Schulbus und das Ruftaxi. Seit dem Sommer des vergangenen Jahres gibt es einen Linienbus als Schulbus nach einem einheitlichen Fahrplan, der montags bis freitags fährt, aber häufig leer ist. Lassen sich Kapazitäten, die wochentags nicht genutzt werden, aufs Wochenende verlagern? Das war die Frage.

Eine Wochenendverbindung nach Walkersbach mit dem Linienbus 250 wäre „laut Landratsamt und VVS unverhältnismäßig“, so die Verwaltung in den Sitzungsunterlagen. Geprüft werden soll, ob das an Wochentagen bestehende Ruftaxi-Angebot aufs Wochenende ausgedehnt werden kann. An den Wochentagen ist beim Linienbus 250, dem Schulbus, eine Verlagerung von Fahrten möglich. Die Gemeinde will mit der Schule Kontakt aufnehmen. Ziel ist, etwa durch Änderungen des Stundenplans ab nächstem Schuljahr den Fahrplan mehr am Bedarf auszurichten. Damit würden eventuell einzelne Ruftaxi-Angebote an Wochentagen überflüssig, die vielleicht am Wochenende zur Verfügung stünden.

Gemeinderat nimmt Vorschläge einstimmig an

Im Gemeinderat wurden diese Vorschläge einstimmig angenommen. „Eine schöne Vorlage, die SPD-Fraktion dankt dafür“, sagte Klaus Harald Kelemen, der SPD-Fraktionsvorsitzende. Es seien Wünsche und Anregungen der SPD und solche aus der Bevölkerung „im Wesentlichen enthalten“. „Ein Großteil der Gemeinde benötigt diese Linie“, unterstrich Kelemen zu Fahrtangeboten zwischen 9 und 13 Uhr. Mit dem Thema Walkersbach werde man sich noch beschäftigen müssen. „Am Freitag- und Samstagabend kommen die Leute ohne Privatfahrzeug nicht raus.“ Das sei aus Klimaschutzgründen und wegen der gesellschaftlichen Teilhabe nicht zeitgemäß.

„Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Ulrich Scheurer. Das Buslinienkonzept sei Anfang des Jahres ein „Aufregerthema“ gewesen. Der Gemeinderat und auch er selbst hätten die Probleme nicht erkannt, räumte Scheurer selbstkritisch ein. Bei der Entscheidung sei damals auch aufs Geld geschaut worden. Mit Urbach komme nun ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zum Ausdruck, man habe sich gemeinsam abgestimmt, sagte Ulrich Scheurer zu den Vorschlägen.

"Es fahren so viele leere Busse"

Claudia Jensen, FW-FD-Fraktionsvorsitzende, sorgte sich um einen anderen Aspekt. „Es fahren so viele leere Busse.“ Sie wolle am Buskonzept nichts ändern, sagte Jensen. Sie merkte aber zu den Kapazitäten an: „Das ist einfach nicht bedarfsgerecht.“ Bürgermeister Andreas Schaffer gab dazu zu bedenken: „Plüderhausen ist bei der Linie 243 die Wendemarke.“ Der Bus fahre in Schorndorf voll ab, die Leute stiegen unterwegs aus, in Plüderhausen an der Schule sei der Bus leer. „Dann beginnt er sich wieder zu füllen.“


Mobilitätskonzept für die Remstal-Gartenschau

Die Gemeindeverwaltung war außerdem beauftragt worden, eine Anbindung der Gartenschau-Bereiche insbesondere im Osten von Plüderhausen während er Remstal-Gartenschau im nächsten Jahr zu prüfen. Dabei geht es um den Bereich von der Ortsmitte bis zum Badesee mit Bürgergarten, Mühlkanal, Angelseen oder Minigolf. Dazu ist vonseiten des Landratsamts und des VVS kein Geld zu erwarten.

„Es handelt sich um zeitlich begrenzte Veranstaltungsverkehre, für deren Finanzierung keine ÖPNV-Mittel herangezogen werden können“, teilt die Gemeinde in den Sitzungsunterlagen mit. Denkbar wäre auch eine Zuständigkeit der Remstal Gartenschau GmbH für die Mittel für den Verkehr bei Veranstaltungen. Die Gemeinderäte beauftragten die Verwaltung, ein vom öffentlichen Nahverkehr unabhängiges Mobilitätskonzept für die Remstal-Gartenschau 2019 zu erarbeiten. „Zum ÖPNV zur Gartenschau müssen wir uns noch Gedanken machen“, räumte Bürgermeister Andreas Schaffer ein. „Das ist eine kommunale Aufgabe.“

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