Plüderhausen Darum wird der Remssteg vorerst nicht saniert

Der marode Steg. Foto: ZVW/Mathias Ellwanger (Archiv)

Plüderhausen.
Dass der Steg zwischen Mühl- und Remsstraße saniert werden müsste, ist augenfällig: An zahlreichen Stellen ist der Belag aufgebrochen, Wasser eingedrungen – und auch das Holz des Geländers ist von der Zeit gezeichnet.

Der als Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Teilen der Gemeinde dienende Fußweg ist zudem nicht barrierefrei. Vor allem die Rampe an der Remsstraße ist eine Stolperfalle. Ein Schild an der Nordseite weist seit geraumer Zeit darauf hin. Dass an dem Steg etwas getan werden muss, ist deshalb unstrittig. Nur wie und in welchem Umfang, darüber herrscht keine Einigkeit.

Mit der Brücke zwischen Mühl- und Remsstraße haben sich Verwaltung und Gemeinderat in Plüderhausen schon häufig beschäftigt. Zunächst war vorgesehen, sie gründlich zu sanieren. Auch über eine Bedachung wurde diskutiert. Dann war zeitweise eine „Stuttgarter Holzbrücke“ als Ersatz im Gespräch. Wegen der hohen Kosten wurde dies aber wieder verworfen.

SPD fordert die Sanierung des Stegs

Ende 2018 bekam die Verwaltung dann vom Gemeinderat den Auftrag, eine Minimallösung zu erarbeiten. Finanzieller Umfang: 80 000 Euro. Im Technischen Ausschuss wurden Varianten vorgestellt und diskutiert. Die Verwaltung hat in der Zwischenzeit weitergeplant. Konkret gemacht wurde an dem Steg in der Zwischenzeit jedoch nichts.

Für 2020 hatte die Verwaltung im Haushaltsplan nun keine Mittel mehr für die Sanierung vorgesehen. Stattdessen soll erst einmal weiter geplant und die Ergebnisse dem Technischen Ausschuss demnächst zur Beratung vorgelegt werden.

Die SPD-Fraktion hatte jetzt in den Haushaltsberatungen gefordert, die notwendigen einfachen Sanierungen vorzunehmen – und dafür 80 000 Euro in den Haushalt für das laufende Jahr aufzunehmen. „Wir haben es drei Jahre lang nicht gemacht – trotz Willensbekundungen“, kritisierte SPD-Gemeinderat Klaus Harald Kelemen im Gremium. Die Bausubstanz werde aber nicht besser, wenn man die notwendigen Maßnahmen weiter herauszögere.

Ordentliche Planung hätte längst gemacht werden müssen

Fraktionskollege Thomas Reißig sagte: „Ich bin entsetzt. Sie fangen jetzt mit der ordentlichen Planung an.“ Dies hätte längst gemacht werden müssen. Schließlich sei die Sanierung des Stegs bereits mehrfach beschlossen worden.

Auch Reiner Schiek zeigte sich irritiert darüber, dass die Verwaltung die Sanierung weiter verschieben möchte: „Ich verstehe nicht: Es hieß immer, man müsse das möglichst schnell richten.“ Der CDU-Rat kritisierte weiter: „Bei der Gartenschau wurde das Geld aus dem Fenster geschmissen, und jetzt haben wir nicht mal das Geld für’s Allernötigste.“

Dass die prekäre Finanzlage der Kommune in diesem Zusammenhang eine Rolle spielt, bestätigte Bauamtsleiter Ludwig Kern. Man habe den Haushalt bereits „ausgequetscht“, aber „wo sollen wir 80 000 Euro hernehmen?“

Kein Geld für die Sanierung in diesem Jahr

Im Moment feile die Verwaltung noch an den Kosten. Ziel sei es, den Steg mit möglichst minimalem Aufwand zu erhalten. Bürgermeister Andreas Schaffer erinnerte außerdem daran, dass sich das Gremium über die Details der Sanierung nicht einig war. Und dass die Verwaltung ohnehin einen Neubau favorisiere.

Peik Reitler (FW-FD), der bis Anfang 2019 im Bauamt tätig war, gab noch zu bedenken: „Wie es um die Brücke wirklich steht, sehen wir erst, wenn wir anfangen mit der Sanierung.“ Aufgrund der Bauweise könne man den Zustand der Substanz erst bewerten, wenn das Äußere entfernt sei.

Der SPD-Antrag wurde von der Mehrheit des Gemeinderats schließlich abgelehnt. In diesem Jahr wird kein Geld im Haushalt für die Sanierung bereitgestellt.

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