Plüderhausen Ehemalige an Schlecker-Läden interessiert

Die Zukunft der Filiale in der Plüderhäuser Hauptstraße ist ungewiss. Eine Genossenschaft ehemaliger Schleckerbeschäftigter ist interessiert. Foto: Schneider/ZVW

Plüderhausen. Christina Frank, zuständige Schlecker-Sekretärin der Gewerkschaft Verdi in Stuttgart, hat kürzlich den Plüderhäuser Bürgermeister Andreas Schaffer im Namen der GenoSF (Schleckerfrauen) „um politische Rückendeckung“ gebeten, die ehemalige Filiale in der Hauptstraße weiterzubetreiben zugunsten dauerhafter Nahversorgung.

Anfragen häufen sich

„Die Anfragen häufen sich, so dass wir sicherlich weitere Finanzierungen hinbekommen, sobald das Projekt öffentlich wird“ – Schlecker-Sekretärin Christina Frank an Wolfgang Gröll. Kontakt: mail@genosf.de

Als der Bürgermeister den Brief der „Schlecker-Sekretärin“ im Gemeinderat bekanntgab und anmerkte, dass gute Standorte gesucht werden und „Plüderhausen dazugehört“, war das Echo im Ratsrund positiv. Andreas Schaffer kündigte allerdings auch an, man werde dies „ideell unterstützen“.

Ob solch bloß ideelle Unterstützung ausreicht, ehemalige Schlecker-Beschäftigte in den nun leerstehenden ehemaligen Geschäftsräumen wieder in Brot und Arbeit zu bringen, ist nach unseren Recherchen mit Fragezeichen zu versehen. In Plüderhausen wird das Haus von einer Stuttgarter Immobiliengesellschaft verwaltet. Das Einzige, was bislang die GenoSF weiß – nach Zahlen von Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz –, ist: Die Filiale Hauptstraße 27 in Plüderhausen hat vor ihrem Aus schwarze Zahlen geschrieben. Die vom Verlust des Arbeitsplatzes in der Remstalgemeinde Betroffenen und die Schleckerfrauen kennen sich nicht. Mit der Gewerkschaft Verdi gab es auch in der Insolvenzphase keinen Kontakt. Da den Schleckerfrauen örtliche Verhältnisse andernorts vertrauter sind – Welzheim und Althütte stehen oben auf ihrer Liste –, wollen sie, so Stefan Dreher, in der IG Metall vernetzter Koordinator und Ansprechpartner für die Schleckerfrauen-Genossenschaft (hauptberuflich tätig für einen Linkenabgeordneten), zuerst fünf andere Filialen angehen. Wenn das zustande kommt, wären in einem weiteren Schritt Filialen wie Plüderhausen dran. Allerdings muss sich weisen, ob bis dahin nicht schon längst die Konkurrenz (Rossmann, Mc Geiz oder NKD) zum Zuge kam.

Zuerst mal Finanzierungen suchen zum Anschub von fünf Filialen

Wie Dreher auf Anfrage erklärte, wollen die Schleckerfrauen zunächst mit Hilfe des auf Dorfladenkonzepte spezialisierten Unternehmensberaters Wolfgang Gröll aus dem bayrischen Starnberg fünf ehemalige Schleckerläden im Großraum Stuttgart wiederbeleben. Da gelte es, Anschubfinanzierungen von je 3000 Euro aufzubringen. Eine übernimmt Verdi, eine die Evangelische KDA, eine „Die Linke“, zwei fehlen noch. Anfragen an große Parteien gibt es. Hilfe gebe es vom Genossenschaftsverband, teilweise auch vom Wirtschaftsministerium. Es gehe um Filialen, wo es Mitarbeiterinnen trotz bisher „völlig autistischer“ Vertriebspolitik, die sich wenig scherte um spezielle örtliche Verhältnisse, durch persönliche Kontakte verstanden, Kundinnen und Kunden an ihre Läden zu binden. Es gelte, für solche Läden zentral einzukaufen und auch die Buchhaltung zu managen. Kröll habe damit Erfahrung. Drehers Fazit: „Wenn wir es schaffen, fünf Läden zum Laufen zu kriegen, dann ist der Rest deutlich leichter, was bedeutet, dass sich die Filiale Plüderhausen gewissermaßen in der Spur der Beispielläden entwickeln kann.“

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