Plüderhausen Eine Kindergartengruppe in der Schule?

Hier könnte demnächst eine Kindergartengruppe einziehen: In den dritten Stock der Plüderhäuser Schlossgartenschule. Foto: ZVW/Gaby Schneider

Plüderhausen.
Ein geburtenstarker Jahrgang und die steigende Nachfrage nach ganztägiger Kinderbetreuung machen der Gemeinde Plüderhausen zu schaffen. Aktuell sind es fast 40 Kinder, die zwar einen Platz benötigen, vorläufig aber keinen bekommen. Und bereits jetzt ist absehbar, dass sich die Lage im kommenden Kindergartenjahr noch einmal verschärfen wird.

Im Waldkindergarten wird deshalb die zweite Gruppe reaktiviert. Doch das alleine genügt nicht, um den Bedarf zu decken. Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatte die SPD-Fraktion nun die zügige Einrichtung zweier Gruppen für Kinder ab drei Jahren gefordert: eine im dritten Stock der Schlossgartenschule und eine im Bürgerhaus Walkersbach.

„Eine Kindergartengruppe in Walkersbach wird nicht funktionieren“, sagte Bürgermeister Andreas Schaffer im Gemeinderat. Wegen des Transports: Bei einer Voranfrage habe sich kein Busunternehmen gefunden, um das zu übernehmen. Außerdem seien die Räumlichkeiten im Bürgerhaus dafür nicht geeignet. (Diesen Teil des Antrags zog die SPD daraufhin zurück.)

Eine Alternative: Das ehemalige evangelische Gemeindehaus

Dafür gebe es Räumlichkeiten im ehemaligen evangelischen Gemeindehaus. Vor einem möglichen Umbau müsse die Verwaltung aber zunächst eine Lösung mit der Gemeindekapelle finden, die das Gebäude für Vereinsaktivitäten nutzt. Die SPD lehnte diese Verwaltungsidee allerdings ab, denn „wir wollen nicht den Umbau nach dem Umbau“, entgegnete der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Harald Kelemen. Das Gebäude sei erst kürzlich saniert worden.

Die anderen Fraktionen hielten eine Zwischenlösung im ehemaligen Gemeindehaus hingegen für durchaus denkbar – vorausgesetzt, es finde sich eine Lösung für die Gemeindekapelle. Mehrheitlich beauftragte das Gremium die Verwaltung, darüber Gespräche mit dem Verein aufzunehmen.

Schlossgartenschule schon länger in der Diskussion

Denkbar halten Gemeinderat und Verwaltung außerdem eine Übergangslösung für zunächst ein Jahr in der Schlossgartenschule. Das Gebäude steht schon länger in der Diskussion als möglicher Standort für ein künftiges Kinderhaus. Im Moment hat der Waldkindergarten hier bereits ein Notquartier. Allerdings sind sich die Räte uneins, ob die Schule tatsächlich ans Schulzentrum verlagert wird oder am Standort erhalten bleibt und dafür im geplanten Baugebiet Hohrain/Gländ ein Kinderhaus gebaut wird. Darüber muss das Gremium erst noch entscheiden. Worin sich jedoch alle einig sind: Es werden Kindergartenplätze benötigt – und das möglichst bald.

Um eine Gruppe im dritten Stock einrichten zu können, müsste das Gebäude aber umgebaut werden, so das Ergebnis einer ersten Untersuchung der Verwaltung. Zunächst sind für die Kinder nicht genügend Toilettenplätze vorhanden, weshalb als kurzfristige Lösung ein Container notwendig wäre. In Gesprächen mit der Unfallkasse sowie dem Kommunalverband für Jugend und Soziales hat die Gemeinde außerdem erfahren, dass dafür zwingend ein separater Eingang nötig wäre. Außerdem entsprechen die bestehenden Roste der Nottreppe nicht den gesetzlichen Vorgaben für Kindergartenkinder.

Anstatt diese zu ersetzen, hält die Gemeinde es für sinnvoll, den ohnehin geplanten Aufzug bereits jetzt einzubauen.

Kritik an bürokratischen Vorgaben für einen möglichen Umbau

„Die Bürokratie hemmt den gesunden Menschenverstand“, kommentierte Michael Gomolzig. Der CDU-Rat reagierte vor allem mit Unverständnis auf die Vorgabe der getrennten Eingänge. Ob es dann für Grund- und Realschüler eigentlich auch getrennte Eingänge geben müsse, wenn die Schlossgartenschüler ans Schulzentrum verlagert werden, fragte er sarkastisch. Er könne das auch nicht ganz nachvollziehen, entgegnete Schaffer. Aber so seien nun mal die gesetzlichen Vorgaben.

Der Plüderhäuser Bürgermeister schlug dann vor, zunächst die Kosten zu ermitteln und dabei als Alternative auch eine mögliche Ertüchtigung der Roste zu prüfen. Erst danach soll im Gemeinderat die Entscheidung fallen, ob die Schule demnächst auch eine Kindergartengruppe beherbergt.

Dem schloss sich der Gemeinderat einstimmig an. Am 30. Januar muss das Gremium noch einmal darüber abstimmen. Dann soll nämlich der Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet werden.

  • Bewertung
    4
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!