Plüderhausen Jugendhaus soll fit sein für die Zukunft

Plüderhausen. Knarrende Dielen, alte Mauern, mächtige Balken: Das Jugendhaus der evangelischen Kirchengemeinde hat historischen Charme - und junge, quicklebendige Nutzer, eine schöne Kombination. Damit’s weiter so bleibt, muss auch der Brandschutz verbessert werden. Einiges Geld ist bereits zusammengekommen, ein bisschen was soll noch dazu, 2018 soll saniert werden. Wer mithelfen will, kann zum Beispiel beim Remstal-Marathon starten.

Video:Eine Einladung zur Unterstützung des Projekts auf sportlichem Wege

Am 25. September nämlich fällt wieder der Startschuss für die Lauffreudigen im Remstal. Mit dabei ist Pfarrer Hans-Dirk Walz, eine ehemalige Vikarin aus Bad Cannstatt wird erwartet, Verstärkung kommt ebenfalls von Mitgliedern des Kirchengemeinderats, von Läufern der methodistischen Kirchengemeinde, von der katholischen Kirchengemeinde ist Unterstützung angekündigt, von der Grünen Liste Umwelt ist eine Staffel in Aussicht gestellt, der Skiclub schickt Läufer an den Start, zählt der evangelische Pfarrer Hans-Dirk Walz vergnügt Teilnehmer auf. Bereits 2014 waren beim Remstal-Marathon für das Jugendhaus der Kirchengemeinde 50 Läufer an den Start gegangen. Die Startgebühr selbst tragen, sich aber die erlaufenen Kilometer von einem Sponsor für den guten Zweck bezahlen lassen, das ist die Idee hinter dem sportlichen Engagement. 8500 Euro waren so vor zwei Jahren zugunsten des Jugendhauses zusammengekommen. „Das war natürlich eine super Sache“, freut sich der Pfarrer.

„Wir wollen das Jugendhaus als Jugendhaus behalten“

Das Geld ist nötig, um das evangelische Jugendhaus zu unterstützen und für die Zukunft zu sichern. Dabei geht es auch, aber nicht nur um den Brandschutz. Der ist ein Thema, seit 2012 ein Sicherheitsbeauftragter der Landeskirche kam, um nach dem Brandschutz zu schauen. Die Kirchengemeinde wandte sich ebenfalls ratsuchend ans Landratsamt. Von der Behörde sei später ein Schreiben gekommen mit einer ganz kurzen Frist zur Erledigung von Auflagen, sonst müsse man das Haus schließen, erinnert sich der Pfarrer.

Ein weiterer Aspekt des Themas war, dass sich auch die Kirche mit dem demografischen Wandel beschäftigt und die Gemeinden wegen Konzepten für ihre Immobilien gefragt waren. Für Pfarrer Walz stand fest: „Wir wollen das Jugendhaus als Jugendhaus behalten.“

Die knappe Frist wurde beim Landratsamt verlängert, einiges wurde für den Brandschutz bereits getan. So schließen die Türen rauchdicht und ziehen sich automatisch zu. Außerdem gibt es Einschränkungen zur Zahl der Kinder, die sich im Haus aufhalten dürfen. 2013 bildete sich ein Förderkreis, der viele ehemalige Jugendliche in seinen Reihen hat, die „ihr“ Jugendhaus gut aufgestellt wissen wollen. Der Förderkreis schaut, dass das Haus „fit ist für die nächsten 25 Jahre Jugendarbeit, und zwar uneingeschränkt“, sagt Pfarrer Walz. Grundlegende Sanierungen sind das Ziel. Eine Brandmeldeanlage ist dabei, auch neue Fensterläden und Fenster sind anvisiert.

Bis 2018 hoffentlich renoviert

Für dieses Ziel wurde in den vergangenen Jahren einiges auf die Beine gestellt. Da waren die Läufer beim Remstal-Marathon, die Jugendlichen der Kirchengemeinde haben beim Plüderhäuser Flohmarkt Crêpes verkauft, der sogenannte „Plüderhäuser Beitrag“ der Kirchengemeinde ging an das Vorhaben, Geburtstagsjubilare wünschten sich anstelle von Geschenken Spenden fürs Jugendhaus. Unterstützung kam zum Beispiel auch von den Azubis der Firma Bahmüller, die bei einem Betriebsturnier bewirteten und die Einnahmen für das Vorhaben zur Verfügung stellten. Der Förderkreis hat inzwischen mehr als 50 000 Euro beisammen, weiß der Pfarrer. Wobei idealerweise bis zum Beginn der Arbeiten noch etwas dazukommt. Die Sanierung muss auch nicht der Förderkreis allein stemmen, die Landeskirche und der Kirchenbezirk geben ebenfalls Geld. Nächstes Jahr sollen nun die Renovierungen geplant werden. „2018 hoffen wir, sie umsetzen zu können.“

Früheres Pfarrhaus:

  • Das heutige Jugendhaus der evangelischen Kirchengemeinde kann auf eine längere Geschichte zurückblicken. Das frühere evangelische Pfarrhaus wurde 1728 gebaut und 1745 durch Stall und Fachwerkscheuer umgestaltet. Zum Ensemble gehört auch ein Wasch- und Backhäusle, das 1787 errichtet wurde. Viele Generationen von Pfarrern lebten in dem altehrwürdigen Gebäude, und zwar bis zum Jahr 1971.
  • Seit 1978 wurden sacht innen Umbauten vorgenommen. Inzwischen beherbergt das Haus die evangelische Jugendarbeit und die Kirchenpflege.
  • Auch andere Gruppen nutzen das Gebäude, zum Beispiel der Freundeskreis Suchtkrankenhilfe oder Mutter-Kind-Gruppen.

Mitlaufen und helfen

  • Wer mithelfen möchte, das evangelische Jugendhaus mit einem zeitgemäßen Brandschutz zu versehen, kann das auf verschiedene Weise tun.
  • Zum einen gibt es ein Spendenkonto des Förderkreises Evangelisches Jugendhaus, und zwar bei der Kreissparkasse Waiblingen, IBAN: DE97 6025 0010 0004 0014 07.
  • Außerdem kann man zugunsten des Projekts beim Remstal-Marathon mitlaufen. Der startet wieder am Sonntag, 25. September. Wer will, kann sich selbst Sponsoren suchen für seine erlaufenen Kilometer. Oder sich ans evangelische Pfarramt wenden, das weiterhilft. Wer nicht laufen mag, kann sich auch als Sponsor für von anderen gelaufene Kilometer betätigen
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