Plüderhausen König der Herzen und Edelsteine

Plüderhausen. Lange hatte man von Thomas Hornauer, dem einstigen Betreiber einer 0190-Nummer und eines dubiosen Regionalsenders, nichts gehört. Inzwischen, erzählt er, ist er geadelt worden, gar Majestät und hat sich mit dem Buddhismus auseinandergesetzt. Mit einer neuen Geschäftsidee setzt er auf die Heilkraft von Edelsteinen. Bericht von einer außerordentlichen Audienz.

In der Mitte des großen Verkaufs- und Ausstellungsraums steht erhöht ein goldener Thron mit rotem Samtpolster. Umgeben ist er von einem Kreis am Boden aufgereihter, glitzernder Mineralsteine. „Seine Exzellenz“, wie er von einem beflissenen jungen Adjudanten genannt wird, „ist bereit“.

„Prinz zurückgegeben, damit ich mir kein afrikanisches Karma einfange“

Und nein, Hornauer empfängt nicht vom hohen Thron herab. Geradezu leutselig kommt er dem Gast entgegen. Im grauen Geschäftsanzug, Krawatte und blitzweißen Schuhen. Ganz uneitel und verbindlich steht er Rede und Antwort. „Das ist ein Neuanfang, ein neuer Lebensabschnitt, nach zehn Jahren Arbeit in Thailand.“ In Thailand also war er. Dort habe er in Paradise Valley ein spirituelles Dorf gegründet und sich intensiv mit dem Buddhismus auseinandergesetzt. „Als ich durch eine Pressekampagne eine schwere Zeit hatte, hat mir der Buddhismus sehr geholfen.“

Zuvor war er von einem westafrikanischen König geadelt und zu dessen Prinzen gekürt worden. „Ich hab’ den Titel nicht gekauft, sondern durch meine Anstrengungen erhalten.“ Als er aber, wie er sagt, „2010 auf Einladung buddhistischer Meister in Thailand war und an den Erleuchtungsort des Buddha reiste“, kam es zu einer neuen Wende. „Ich habe dann den Titel ‘Prinz der Königlichen Föderation Westafrikas’ zurückgegeben. Auf Rat der buddhistischen Meister, damit ich mir kein afrikanisches Karma einfange.“ Majestät aber lässt er sich immer noch nennen, als „König der Herzen fürs Vereinte Deutsche Königreich“.

Man sucht in Hornauers Gesicht etwas irritiert nach einem Spürchen Selbstironie. Aber da ist nichts. „Was ich hier lebe, ist meisterlich königliches Bewusstsein zur Öffnung des Kronen-Chakras.“ Aha.

In der Presseeinladung wurde er als „Gründer des Christ-Buddhismus“ bezeichnet, das aber korrigiert er nun. „Nicht begründet, sondern entdeckt“, sagt er bescheiden. „Ich will, dass das Licht Asiens nach Europa rüberkommt.“ In beiden, im Buddhismus und der Lehre Jesu, sieht Hornauer „Himmelsreligionen“. Die Grundenergien von Christentum und Buddhismus, nämlich „Erlösung und Erleuchtung“, müssten zusammenkommen.

„Der erste Lichtkristall-Pyramidenaltar der Welt!“

Dermaßen spirituell eingestimmt, erklärt Hornauer nun seine neue Geschäftsidee. „Was die Gärtner mit Pflanzen machen, versuche ich mit Steinen.“ Er macht eine ausholende Armbewegung auf den Raum: „Im Rahmen meiner Erhebung in den Adelsstand hab’ ich alles hier veredelt. Bis auf weiteres ist das hier der neue Thronsaal.“ Am Boden rote Teppichläufer, die mit Endlosreihen von Achatscheiben verziert sind, überall eigenwillig leuchtende Lampen aus Edelsteinen, und dann eine imposante Konstruktion auf vier Beinen: „Das ist der erste Lichtkristall-Pyramidenaltar der Welt“, sagt er nicht ohne Stolz. Da sind etliche LED-Lampen untergebracht, die die Steine zum Funkeln und Leuchten bringen. Preis? „So im fünfstelligen Bereich.“

„Das stellt ein Labor der Wirkungen der Steine dar“, erklärt der 55-jährige Hornauer. Denn darum geht es ihm. Er will die verschiedenartige energetische Wirkung der Edelsteine mit seinen Objekten unter die Leute bringen. „Arztpraxen oder Firmenfoyers“ schweben ihm vor.

Es gebe aber auch schon kleine Sachen für jeden Geldbeutel. Hornauer ist gerne bereit zu beraten: „Was sind Sie für ein Typ? Welche Steine passen zu Ihnen?“ Denn, so der schwäbische, spirituell-esoterische Edelsteinunternehmer: „Im Geschäftsbereich Häuslesbauer ist das alles noch erschwinglich.“ Aber er habe „noch keine wirkliche Preisbildung gemacht“, denn erst mal will er beobachten, „wie die Leute auf die Steine reagieren“.

Für geistige Arbeit

„Normalerweise tragen wir Edelsteine als Schmuck am Körper“, betont Thomas G. Hornauer. „Von jetzt an können wir Edelsteine in unsere Häuser und Wohnungen integrieren. Für die geistige Arbeit in der heutigen Zeit ist das sehr wichtig.“ Thomas Hornauer, zitiert in der Presse-Einladung zur Eröffnung seiner Edelsteinausstellung.

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