Plüderhausen Marktplatz bleibt zur Gartenschau für Autos offen

Direkt auf dem Marktplatz gibt es neun Parkplätze (hinter der Tanne). Die Mehrheit des Gemeinderats möchte, dass dies so bleibt. Foto: Ellwanger/ZVW

Plüderhausen. Am Marktplatz darf auch weiterhin geparkt werden. Die Idee, zumindest während der Gartenschau im kommenden Jahr den Platz autofrei zu machen, wurde vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. Auch an der Kurzparkdauer von 90 Minuten wird sich vorerst nichts ändern.

Beide Vorschläge - die Änderung der Parkdauer sowie der temporär autofreie Marktplatz - waren zuvor von Gemeinderäten ins Gremium getragen worden. Michael Gomolzig (CDU) war es, der sich für eine verlängerte Kurzparkdauer von 120 statt 90 Minuten starkmachte. Genau so lang darf seit dem 1. Dezember kostenlos in der Tiefgarage geparkt werden. Seine Fraktionskollegin Susanne Pfeiffer und Silvan Vollmar (FW-FD) hatten sich zudem dafür starkgemacht, den Marktplatz während der Gartenschau stärker zu beleben – und dafür zumindest zeitweise Parken zu verbieten.

Schaffer bevorzugt kürzere Parkzeiten in der Ortsmitte

Bürgermeister Andreas Schaffer nahm dazu nun Stellung: „Wir sind dafür, die Parkplätze auf dem Marktplatz zu belassen. Und wir bevorzugen tendenziell eher kürzere Parkzeiten als längere.“ Aus Sicht der Verwaltung wäre deshalb vielmehr eine Reduzierung auf eine Stunde diskussionswürdig. Dazu sollten aber zunächst Gespräche mit den Einzelhändlern und dem Handels- und Gewerbeverein geführt und sollte deren Meinung abgefragt werden.

Silvan Vollmar kritisierte die Vorlage der Verwaltung als „richtig schlecht“, gebe sie doch die Idee nur unzureichend wieder. „Wir wollten doch die Parkplätze nicht als Selbstzweck weghaben, sondern den Marktplatz attraktiver machen.“ Susanne Pfeiffer (CDU) sagte dazu: „Wir wollen während der Gartenschau den Marktplatz zum Marktplatz machen, nicht zum Parkplatz.“ Das könne man doch zumindest einmal ausprobieren, um den Platz zu beleben.

Fraktionskollege Ulrich Scheurer ist da ganz anderer Meinung. Parkplätze seien in der Ortsmitte von Plüderhausen oft ein Problem. „Wir können die Autofahrer verteufeln, aber wenn sie keinen Parkplatz finden, sind sie von Plüderhausen weg. Wir brauchen diese neun Stellplätze.“

Zu viele Parkplätze fallen weg

Auch Klaus Harald Kelemen (SPD) hält die Parkplatze für dringend notwendig, „sonst haben wir diejenigen, die nicht sowieso schon nach Lorch, Gmünd und Schorndorf fahren, sondern der Ortsmitte die Treue halten, irgendwann wutentbrannt in der Straße stehen, weil sie keinen Platz finden“. Zu viele Parkplätze seien in letzter Zeit weggefallen, unter anderen am Rathaus, wo die meisten Stellplätze nun tagsüber für Mitarbeiter reserviert sind.

Thomas Reißig (SPD) meinte: „Wir müssen Abschied davon nehmen, dass wir unseren mit dem Stuttgarter oder Schorndorfer Marktplatz vergleichen können.“ In Plüderhausen werde das leider nie so sein. „Wir würden ihm alle anderen Funktionen nehmen, wenn da keine Parkplätze mehr sind.“ Dass viele Bürger ohnehin verärgert seien wegen der Parkplatzsituation, zeige die Kritik an den jüngst aufgestellten Blumenkübeln.

„Einen Riesencharme“ habe die Idee eines autofreien Marktplatzes zwar, sagte Erich Wägner (GLU). „Aber wenn was los ist, sind die Parkplätze doch innerhalb von ein paar Minuten mit Schildern gesperrt.“ Das sei doch viel alltagstauglicher als eine dauerhafte Sperrung.

Einstimmiger Beschluss

„Ich war schon immer dafür, die Parkplätze bestehen zu lassen“, sagte Reiner Schiek (CDU), der sich zugleich für eine Ausweitung der Kurzzeitparkdauer auf zwei Stunden aussprach. „Wenn man Parkplätze möglichst lang belegt, dann gibt es natürlich auch weniger Umlauf“, gab Bürgermeister Schaffer darauf zu bedenken.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat schließlich, die Parkzeit zunächst zu belassen und erst einmal mit den Einzelhändlern zu sprechen. Auch beim Thema Parkplätze teilte die Mehrheit des Gremiums die Verwaltungssicht. Bei zwei Gegenstimmen beschlossen die Gemeinderäte, dass auf dem Marktplatz weiterhin geparkt werden darf.


Kritik an Kübeln

Im sozialen Netzwerk Facebook haben sich einige Bürger über die Blumenkübel beschwert, die seit kurzem an der Straße am Marktplatz stehen – und in der Ortsmitte Parkplätze wegnehmen. Das berichtete Klaus Harald Kelemen (SPD) im Gemeinderat.

Die Blumenkübel sind für die Gartenschau mit Beteiligung der Bürger aufgestellt worden. Einer davon wird später voraussichtlich wieder weichen, der vor dem Theater hinterm Scheuerntor bleibt. Dafür, so Bürgermeister Schaffer, seien beim „Grünen Anger“ drei zusätzliche Parkplätze entstanden. Auch an der Schulstraße sei kurzfristig Parkraum geschaffen worden.

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