Plüderhausen Marodes Wasserleitungsnetz muss saniert werden

Im August wurde auch die Wasserleitung in der Lerchenstraße zwischen Zeisigweg und Berkener Weg mit einem Spezialverfahren, dem sogenannten Inliner-Verfahren, saniert. Unser Bild zeigt die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung. Foto: Zühr / ZVW

Plüderhausen. In der Grünewaldstraße, im Cranachweg, in der Haydn-, Mozart- und in einem Stück der Weberstraße sowie im Gluckweg werden in diesem Jahr neue Wasserleitungen verlegt. Dabei handelt es sich um dringende, unaufschiebbare Maßnahmen. Es hätte derer noch mehr gegeben. Finanzbedingt hat der Gemeinderat aber in der jüngsten Sitzung eine Auswahl treffen müssen.

Das Wasserleitungsnetz in Plüderhausen ist mächtig in die Jahre gekommen. Hier gibt es noch alte Leitungen mit Grauguss und Graphit, das sind die ersten Leitungen, die man überhaupt in der Wasserversorgung verlegt hat. Mit einer anfälligen Kombination: Der Eisenanteil in ihnen verschwindet mit den Jahren, die Leitungen werden spröde. Kommen mechanische Beanspruchungen dazu, beispielsweise durch Frost, wird’s heikel. Darüber hinaus kann die chemische Zusammensetzung des Bodens zusätzlich noch Rost bewirken.
 

75 Prozent des Wasserleitungsnetzes gelten als sehr sanierungsbedürftig

Die Generation von Wasserleitungen nach den Graugussleitungen, die sogenannten duktilen Leitungen mit verbessertem Grauguss, sind ebenfalls noch im Plüderhäuser Untergrund verbreitet. Es handelt sich um die ersten Leitungen dieser Art, die eingebaut wurden, und auch sie haben Schäden. Beide Varianten zusammen, also die Graugussleitungen und die erste Generation der duktilen Leitungen, machen etwa 75 Prozent des Wasserleitungsnetzes der Gemeinde aus und gelten als sehr sanierungsbedürftig, sie haben Priorität der Stufe eins, wenn man so will.

Wasserverluste von mehr als 40 Prozent

Das heißt nun nicht, dass überall der Bagger anfahren muss. Beachtliche Teile dieser bestehenden Leitungen lassen sich in einem speziellen Verfahren von innen heraus sanieren. Nur bei rund einem Drittel ist auch damit nichts mehr zu machen: Hier müssen die Wasserleitungen komplett ausgetauscht werden.

Dass das Wasserleitungsnetz altert, macht sich in Wasserverlusten von mehr als 40 Prozent bemerkbar. Das sind nicht unbedingt die großen Rohrbrüche, vielmehr versickert an vielen kleineren Stellen das Nass, da und dort immer wieder mal ein bisschen. Und immer wieder steht dann irgendwo im Gemeindegebiet ein Bagger und „flickt“ das Netz.

So weit die Vorgeschichte. In der vorletzten Sitzung des Gemeinderats hatte die Verwaltung die sogenannte Inliner-Sanierung der Wasserleitungen in der Lerchenstraße sowie im Amsel-, Drossel-, Meisen- und Schwalbenweg aufgegriffen. Bei dem dort im August eingesetzten Spezialverfahren schob sich ein Gewebeschlauch wie eine Art umgestülpte Socke von innen durch die Wasserleitung, wurde durch Pressluft aufgeblasen und mit der bestehenden Leitung verklebt, um deren Undichtigkeiten abzudichten (wir haben berichtet).

So viel Geld hatte die Gemeinde nicht eingeplant

Dieses Verfahren wollte die Verwaltung erneut einsetzen. Allerdings sind dafür spezielle Maschinen erforderlich, es lohnt sich nicht, sie und die Firma wegen 100 Metern kommen zu lassen, auch deshalb nicht, weil die Zeitfenster der Firma eng sind und sie international tätig ist. Der nächste wirtschaftliche Abschnitt, gedacht war an den Zeisig-, Falken- und Elsterweg sowie an ein Stück der Lerchenstraße und einen Teil der Aichenbachstraße, erwies sich aber in der Gesamtsumme als zu groß mit weit mehr als 400 000 Euro. So viel Geld hatte die Gemeinde nicht eingeplant.

Vorgehen in kleineren Abschnitten möglich

Deswegen beschlossen die Räte, dass man keine Inliner-Sanierung, sondern einen kompletten Austausch der alten Leitungen macht, da man so in kleineren Abschnitten vorgehen kann. Die Verwaltung wurde beauftragt, fünf dringende Maßnahmengebiete zu benennen, die auch mehrere Straßen umfassen können.

Die machte sich an die Arbeit. Die Wahl fiel auf die Areale Rosenstraße, Dahlienweg, Lilienweg und Nelkenstraße, auf die Mühlstraße, die Münzenhalde und die Thomas-Mann-Straße, die Grünewaldstraße und den Cranachweg sowie auf die Haydn-, Mozart-, und ein Stück der Weberstraße mit dem Gluckweg. Aber auch diese fünf Gebiete in Angriff zu nehmen, wäre zu teuer geworden.

Verfahren offen in der Münzenhalde und der Thomas-Mann-Straße

Daher hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass die Grünewaldstraße, der Cranachweg, die Haydn- und die Mozartstraße, ein Stück der Weberstraße sowie der Gluckweg in diesem Jahr neue Wasserleitungen erhalten werden. Geschoben wird eine Inliner-Sanierung im Elster-, Falken- und Zeisigweg. Für die Wasserleitungen in der Münzenhalde und in der Thomas-Mann-Straße ist das Verfahren noch offen. Bei den Leitungen in der Mühl-, Rosenstraße sowie in der Nelkenstraße, im Lilien- und im Dahlienweg muss ein Leitungsaustausch vorgenommen werden.

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