Plüderhausen Mehr Brandschutz für die Staufenhalle

Bauamtsleiter Ludwig Kern (links) und Thomas Wieszt zeigen es: Im Fall eines Brands in der Staufenhalle können Sportler nun aus dem Fenster des Gymnastikraums und über eine Treppe flüchten. Foto: Habermann/ZVW

Plüderhausen. Der Brandschutz in der Plüderhäuser Staufenhalle wird verbessert. Entsprechenden Ausgaben und Vergaben hat der Gemeinderat jüngst zugestimmt. Ein zweiter Rettungsweg für die Empore in der Halle ist dabei aber nicht enthalten. Dieser zweite Rettungsweg wird ein kostenintensives Unterfangen, über ihn soll im Rahmen der Haushaltsberatungen befunden werden.

Mehr Sicherheit hat ihren Preis. Im Fall der nun anstehenden Brandschutzmaßnahmen für die Staufenhalle sind’s Kosten von rund 75 000 Euro für einen zweiten Rettungsweg aus dem Gymnastikraum im Untergeschoss, den Umbau, die Ergänzung und den Austausch der Innentüren sowie eine neue Steuerungsanlage für die Notbeleuchtung.

Ganz neu ist das Thema Brandschutz für die Staufenhalle allerdings nicht. Bereits im vergangenen Jahr stand eine Brandverhütungsschau mit Mitarbeitern des Landkreises in der Staufenhalle an. Erste Maßnahmen wurden dabei grob umrissen, ein Brandschutzkonzept wurde gefordert.

Für Empore muss Treppenhaus als zweiter Rettungsweg gebaut werden

Die Gemeinde machte sich an die Arbeit. Zu den gewichtigsten Maßnahmen gehörten ein brandschutzgemäßes Abtrennen des Veranstaltungssaals zur Küche hin durch entsprechende Türen sowie ein zweiter Rettungsweg für die Empore. Das Rathausteam plante 30 000 Euro für Maßnahmen ein, nahm aber den zweiten Rettungsweg für die Empore bewusst aus. Es sollte nämlich noch geprüft werden, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gibt, den Bau eines Treppenhauses für den Notfall zu vermeiden. Inzwischen steht aber fest: Es gibt keine Alternative: Will man die Empore nutzen, muss ein Treppenhaus als zweiter Rettungsweg gebaut werden.

Die Gemeinde reichte ein Brandschutzkonzept ein, und es folgte im Dezember ein Termin im Landratsamt mit dem Brandschutzsachverständigen, dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz sowie dem Baurechtsamt. Dabei wurden weitere Maßnahmen für unvermeidlich erklärt: Als da wären ein zweiter Rettungsweg aus dem Gymnastikraum, neue Türen zu den Kellerräumen, die im Notfall den Rauch 30 Minuten lang abhalten, und ebensolche braucht es zum Lagerraum im Erdgeschoss sowie vom Treppenhaus in den Gastraum. Die Türen zu den Umkleidekabinen sollen Obertürschließer erhalten. Die enthalten, vereinfacht gesagt, einen Magneten, der die Tür offen hält und sie im Fall von Rauch loslässt, damit sich dieser im Brandfall nicht ausbreiten kann. Außerdem muss die Gemeinde die Steuerungsanlage für die Rettungs- und Fluchtwegbeleuchtung erneuern.

„Die kriegen uns noch kaputt mit irgendwelchen Vorschriften“

Zusätzliche Maßnahmen, zusätzliche Kosten: Die im Haushalt vorgesehenen 30 000 Euro reichten nicht für alles Nötige, und so kam das Thema nun erneut in den Gemeinderat. An den Arbeiten selbst ließ sich nicht viel deuten, zudem müssen sie bis Ende August umgesetzt sein. Wie gesagt, mit Ausnahme des zweiten Rettungswegs für die Empore, die ja vorerst geschlossen ist. Die Räte beschlossen die überplanmäßigen Ausgaben und vergaben Arbeiten im Wert von 30 000 Euro.

Freude löste das Thema im Gemeinderat gleichwohl nicht aus. Ulrich Scheurer (CDU) sinnierte über die Empore mit dem oberen Balkon der Staufenhalle, „wo im Ernstfall viele Leute rauskommen“, fand es aber nicht sinnvoll, „sich mit dem Brandschutz beim Landratsamt anzulegen“. SPD-Rat Thomas Reißig sagte, er habe bei dem Thema einen „Tobsuchtsanfall gekriegt“. „Die kriegen uns noch kaputt mit irgendwelchen Vorschriften“, kritisierte er.

In den 1950er Jahren

Die Staufenhalle wurde Ende der 1950er Jahre erbaut und galt damals als eine der repräsentativsten Hallen im Umkreis. Anfang der 1990er Jahre wurde sie generalsaniert im Rahmen der Bebauung des Marktplatzes.

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