Plüderhausen Nach Schowo-Vorfällen: Keine Änderungen bei den Plüderhäuser Festtagen

Mehr Polizeipräsenz folgte auf die Vorfälle bei der SchoWo. In Plüderhausen sind bislang keine Änderungen vorgesehen. Foto: Gabriel Habermann

Plüderhausen. Mehr Sensibilität für Sicherheit ja, aber die Polizei bereitet sich auf die Plüderhäuser Festtage nicht anders vor als in den Vorjahren und geht nach den Vorfällen bei der SchoWo nicht notwendig von konkreten Gefahren aus.

Gibt es nach den Ereignissen beim Schorndorfer Stadtfest Änderungen beim Sicherheitskonzept für die Plüderhäuser Festtage? Nein, sagt Bernhard Kohn, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Aalen. „Da gibt es keine Änderungen zu den Vorjahren.“ Und die Vorkommnisse in Schorndorf? „Wir gehen davon aus, dass sie sich nicht notwendigerweise auf andere Feste durchschlagen.“ Die Folgetage nach den Vorkommnissen in Schorndorf hätten bewiesen, dass sie so abliefen, wie man es in den Jahren vorher gewöhnt war. „Wir haben überhaupt keinerlei Besonderheiten nach diesem besonderen Tag erlebt.“

Keine Änderungen geplant

„Wir machen uns natürlich viel mehr Gedanken“, räumt Kohn ein, man bewerte schon enger und sensibler. Bei den Plüderhäuser Festtagen sind jedoch keine Änderungen geplant. Wenn Gefahren bekannt wären, würde man unter anderem mit mehr Personal reagieren, erklärt Kohn, das sei aber nicht der Fall. „Wir können mit unserer Polizei nicht jedes Fest für derzeit nicht bekannte Eventualitäten ausstatten.“

Brennpunkte werden bestreift, ja. Aber: „Es ist nicht so, dass wir in der Vergangenheit nach solchen Punkten nicht geschaut haben.“ Natürlich werde man ein durchaus kritischeres Auge darauf haben. Man versuche, Gefahrensituationen zu erkennen, auch schon in der Vorbereitung, und auch, die Auslöseschwelle noch niedriger anzusetzen, so Kohn. Grundsätzlich hält er aber fest: „Wir wollen vernünftig mit Präsenz, Personal und Bedeutung des Fests umgehen.“ Der unbeschwerte Festcharakter soll erhalten bleiben, betont Kohn. „Wir werden uns zeigen, werden da sein, werden ansprechbar sein.“ Per se soll nicht mehr Polizei bei den Festtagen vor Ort sein, da man von keiner konkreten Gefahr wisse.

Erhöhte Sensibilität

Und wenn doch etwas größer aus dem Ruder laufen sollte? Die Polizei hat Reservekräfte für Brennpunkte, sagt Kohn. Aber: „Nicht für jedes Fest kann man Reservekräfte in der Hinterhand halten“.

Auch der Plüderhäuser Bürgermeister hat die Nachrichten von den Vorfällen auf der SchoWo aufmerksam verfolgt. Mit welchem Gefühl sieht er nun den Festtagen entgegen? Mit Aufmerksamkeit, aber natürlich auch mit Freude, sagt Andreas Schaffer. Und mit erhöhter Sensibilität. Ein nochmaliges Gespräch mit der Polizei war für gestern angesetzt, um zu sehen, was zusätzlich zum Sicherheitskonzept getan werden kann. Es gibt seit Jahren an jedem Festtage-Tag um 18 Uhr eine Lagebesprechung mit Polizei, DRK und Security, berichtet Schaffer. Zudem wurden die Helfer der Arbeitsgemeinschaft der Festtage und die Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts auf erhöhte Aufmerksamkeit hin sensibilisiert.

Nebenfeiern: Bisher kein großes Konfliktpotenzial

Wie sieht es im Ort mit Treffpunkten außerhalb des Festgeländes aus? In früheren Jahren hatten sich die Sportplätze als Ort eines „Nebenfests“ entwickelt. Es wurde das Flutlicht eingeschaltet für Ausleuchtung und Überblick. Das wird wieder getan. Von den Sportplätzen hat sich die „Nebenfeier“ ans Remsufer verlagert, so Schaffer. Dort habe es schon mal 500 Leute gehabt. „Sie kann man von der Brücke aus relativ gut überwachen.“ In den vergangenen zwei, drei Jahren war dort relativ wenig los, weil das Wetter nicht gut war. Wobei Schaffer sagt, dass früher auch seine Kinder dabei waren. „Das sind Leute, die laufen ins Fest, um ihren Eltern etwas zu sagen oder etwas zu trinken zu holen.“ Bisher habe es dort kein großes Konfliktpotenzial gegeben.

Bambule gibt es immer

Bislang waren die Festtage ein friedliches Fest. „Es gibt immer wieder mal ein bisschen Bambule bei so Festen“, weiß Schaffer. Etwa, dass sich zwei mal „verhauen“ oder zu viel trinken, gibt er Beispiele. Aber: „In Plüderhausen lässt man seine 15-Jährigen allein aufs Fest.“ Die Festtage seien immer noch ein Fest der Bürger. „Wir haben eine gute Festorganisation.“ Die Security sei professionell, es gebe Einlasskontrollen zu mitgebrachtem Alkohol. Und zur Sicherheitslage für viele Fälle Ablaufpläne. „Unser Problem sind außerhalb des Fests die Sachbeschädigungen“, etwa, wenn Betrunkene nach Hause laufen. In den vergangenen Jahren habe es mit der Polizei Absprachen gegeben, dass sie nach Festende in den Straßen mehr Präsenz gezeigt hat.

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