Plüderhausen Neue Flüchtlingsunterkunft in Plüderhausen

Plüderhausen. 50 Flüchtlinge, davon viele Kinder, werden heute in der neuen Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises an der Mühlstraße erwartet. Von den hellen, modernen Räumen, die in einer früheren Bäckerei entstanden sind, haben sich viele Besucher vorab bei einer Art „Tag der offenen Tür“ ein Bild gemacht. Auch der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe war vor Ort. Dessen Helfern würde Verstärkung gut tun.

Bürgermeister Andreas Schaffer begrüßte die Besucher, darunter viele Gemeinderäte und Mitstreiter des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe, zum „Tag der offenen Tür“ in der Gemeinschaftsunterkunft, die der Landkreis an der Mühlstraße für Flüchtlinge eingerichtet hat. Es handelt sich um die zweite Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Plüderhausen. „Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, dass wir offen mit der Einrichtung vor die Bürgerschaft treten“, sagte Schaffer und freute sich über das Interesse der Besucher. Er lud dazu ein, die Flüchtlinge in der Mühlstraße aufzunehmen und zusammen zu leben.

Ein Rundgang durch die Räume zeigte helle, freundliche, moderne Zimmer. „Die Unterkunft ist deswegen sehr gut, weil sie wie kleine Wohnungen strukturiert ist“, fand Stefanie Böhm, Leiterin des Fachbereichs Flüchtlinge vom Geschäftsbereich Besondere Soziale Hilfen des Landratsamts. So teilen sich die Bewohner mehrerer Mehrbettzimmer jeweils eine Küche und ein Bad. „Wir haben auch große Familien, die kommen“, weiß Stefanie Böhm. Insgesamt stehen sieben Wohneinheiten, verteilt auf zwei Etagen, zur Verfügung.

Bewohner aus Syrien, Afghanistan und dem Irak

Grundsätzlich werden in der neuen Unterkunft Familien und viele Kinder und Kleinkinder erwartet. Von den 50 künftigen Bewohnern werden 31 unter 18 Jahren alt sein. Die Flüchtlinge stammen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, bei Einzelnen sei das Herkunftsland noch nicht bekannt, so die Fachbereichsleiterin.

Die Einrichtung der Zimmer fällt schlicht aus. Doppelstockbetten, in den Gemeinschaftsräumen ein Tisch, Stühle und Spinde, ein Herd, eine Spüle. Die Kühlschränke haben teils auch in den Zimmern Platz gefunden. Aus einigen Zimmern im Erdgeschoss zur Rückseite hin kann man ebenerdig hinaustreten, im Garten stehen schon ein paar Kinderspielzeuge. Im Haus gibt es außerdem ein Büro für einen Sozialarbeiter. „Der Vermieter hat sehr viel Vorleistung erbracht“, berichtete ein Mitarbeiter der Rems-Murr-Immobilien-Management-GmbH, einer Tochter der landkreiseigenen Kreisbaugruppe, vor Ort. Diese habe dann noch die Küchen eingebaut und das Inventar für die Unterkunft gestellt.

Gemeinschaftsunterkunft, das bedeutet, dass die Menschen, die der Landkreis hier vorläufig unterbringt, nicht wissen, ob sie in Deutschland bleiben können, erläutert Stefanie Böhm.

Weitere Helfer gesucht

Klar, dass eine solche Lebenssituation, in neuer Umgebung zudem, erst einmal bewältigt sein will. Der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe nimmt sich der neu ankommenden Menschen an, kümmert sich aber auch schon um viele Flüchtlinge im Ort. Verstärkung täte den ehrenamtlichen Helfern gut. „Wir brauchen Leute, die mitarbeiten“, sagt Manfred Wagner vom Arbeitskreis, nicht zuletzt auch mit Blick auf eine Anschlussunterkunft, die in der Mühlstraße geplant ist (siehe Artikel unten) und auf die Anschlussunterkunft, die die Gemeinde in der Schulstraße baut (wie berichtet).

Info

Wer sich für eine Mitarbeit im Plüderhäuser Arbeitskreis Flüchtlingshilfe interessiert, der kann sich bei Manfred Wagner melden unter Telefon 0 71 81/8 23 11.

Weitere Unterkunft an der Mühlstraße geplant

In der Mühlstraße soll noch eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet werden. Sie ist geplant als sogenannte Anschlussunterbringung in der Obhut der Gemeinde. 14 Menschen sollen in ein Wohnhaus einziehen, sie werden in den nächsten zwei bis drei Monaten erwartet, gab Bürgermeister Andreas Schaffer unserer Zeitung Auskunft.

Für die Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises an der Mühlstraße, die nun in Betrieb genommen wird, ist eine Sozialbetreuung der Menschen vorgesehen. Diese wird durch den Kreisdiakonieverband erfolgen, sagte der Bürgermeister. Der künftige Sozialarbeiter / die Sozialarbeiterin wird sich mit einem Stellenumfang von etwas weniger als 50 Prozent um die Flüchtlinge, die in die frühere Bäckerei an der Mühlstraße einziehen, kümmern.

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