Plüderhausen Plüderhäuser Festtage eröffnet

Plüderhausen.

„Eins, zwei...neun, 15...20...“: Die Zimmerleute im Festzelt zählten laut mit. Aber anders als im vergangenen Jahr, als Bürgermeister Schaffer mit einem gekonnten Schlag den traditionellen Anstich schaffte, wollte das Fässlein diesmal nicht so recht. Das tat der guten Stimmung beim unterhaltsamen Auftakt der Festtage indes keinen Abbruch. Es herrschte, getreu dem Motto, ein gemütliches „Remmidemmi“! Die Remstalgartenschau im nächsten Jahr wirft ihren einladenden Schatten voraus, auch auf die Plüderhäuser Festtage. So war die Werbe-Biene „Remsi“ fleißig auch im Festzelt am Gänswasen unterwegs und schnell war das Gartenschau-Maskottchen ein von Kinderschwärmen umringtes Objekt für Dutzende Selfies.

Alle Ehrenamtlichen der Gartenschau waren eingeladen

Zudem hatten die Organisatoren der Gartenschau und der Festtage gut 250 ehrenamtliche Helfer des kommenden Events aus dem ganzen Remstal eingeladen – als kleine Anerkennung. Und viele waren denn auch gekommen. Dabei erlebten sie dann, wie man in Plüderhausens „fünfter Jahreszeit“, nämlich an den fünf Festtagen, zu feiern versteht und gemeinsam Spaß hat. Das Wetter hielt, und schon am frühen Abend war das Festzelt sehr gut gefüllt.

Viele Tische waren reserviert von Vereinen und Gruppen. Die Leute sichtlich gut gelaunt und bereit, sich zu amüsieren. Und beim bunten Eröffnungsprogramm gab’s dann auch kein Halten. Es ging tatsächlich Schlag auf Schlag. Bis hin, wie schon erwähnt, beim Fassanstich, bei dem ein schließlich quer gelegtes Fässle dann doch ein bisschen Bier aus sich heraus schäumen ließ. Andreas Schaffer nahm’s mit Humor: „Das ist das erste Mal seit 33 Jahren, dass es mich erwischt hat. Aber da war kein Gummi drin“, ließ der Schultes als Erklärung die lachende Festgemeinde wissen.

Die hatte zuvor bereits die wehenden Fahnenschwinger der Musik- und Spielgemeinschaft „Trääs“ aus Sulzbach/Murr erlebt. Wurde musikalisch bestens eingestimmt von der heimischen Blaskapelle des Musikvereins Hohberg. Und acht junge Frauen der „Dancing Teens“ erinnerten in ihrer Show mit weitaus mehr tänzerischem Elan als unsere Nationalelf noch einmal eher charmant und voller Grazie an die vergeigte Fußball-WM. Balsam auf die Wunden der Fans, oder sagen wir: versöhnliche Trost-Ball-Gymnastik!

Zwölf Zimmermänner auf dem schaukelnden Dachstuhl

Mit viel Schwung trugen auch die vier Pärchen der Volkstanzgruppe Remstäler Landjugend zur Hebung der Stimmung des Festpublikums bei. „Lass uns Polka tanzen, oder Tango Argentino, ganz egal“ war die internationale Losung. Und was immer sonst Bedrängendes auch in Plüderhausen passiert – der Weltoffenheit wird hier dennoch nicht gekündigt. Und wenn einem der Tänzer mal eine Partnerin entgleitet und sie auf den Boden rutscht, dann wird sie eben wieder aufgehoben. Was für eine schöne, menschliche Geste. So ist das Leben, und das macht eben auch den besonderen Charme eines solchen Festes aus! Und dann gibt's halt doch immer noch ein besonderes Highlight. Und das war diesmal der sagenhaft schnelle Aufbau eines hölzernen Dachstuhls von zwölf Plüderhäuser Zimmerleuten auf der kleinen Nebenbühne. Vollprofis, die da ein kleines Kunstwerk ihres Könnens schweben ließen, um dann auf den Kanten der Hölzer Platz zu nehmen und sich zur Musik der Hohberger den traditionellen Zimmermannsklatsch zu geben. Zurecht Jubel und Begeisterung beim Publikum. Heimische Wertarbeit mit artistischem Augenzwinkern, das muss gefeiert werden – und danach ein Festbier. Und natürlich ermutigendes Mitzählen bei Bürgermeisters Schaffers Fassanstich.

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