Plüderhausen Plüderhäuser Festtage: Mega-Festzug in der Musikhauptstadt

Plüderhausen. Dieses Riesen-Blasorchester war eine Wucht: 1400 Musiker aus 34 Vereinen versammelten sich am Sonntag in Plüderhausen, um auf dem Sportplatz neben dem Festzelt zum Jubiläum des Musikvereins Hohberg aufzuspielen. Und nachher ließen sie auch den Festzug auf eine Länge anschwellen, die dem Unendlichkeits-Motto der Festtage gerecht wurde.

Karl Kurz, der am Sonntag als Vertreter der Verwaltung des Ostalbkreises nach Plüderhausen kam, verschob am Sonntag angesichts der Blasmusiker-Masse einfach mal schnell die Kreisgrenzen: „Heute ist Plüderhausen die Hauptstadt der Musik des Ostalbkreises.“ Möglich ist die Grenzüberschreitung, weil Plüderhausen, was die Blasmusik-Welt angeht, tatsächlich zum Ostalbkreis zu rechnen ist: Der MV Hohberg ist Mitglied des dortigen Blasmusikverbandes.

Und weil die Plüderhäuser Bläser dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern, kam nun das Kreismusikfest Ostalb zu ihnen und damit 34 Kapellen samt Instrumenten, darunter auch ein paar aus dem Rems-Murr-Kreis. Alle nahmen sie am Sonntagnachmittag Aufstellung auf dem Sportplatz neben dem Festtage-Zelt und sorgten für ein musikalisches Massenerlebnis, wie man es nicht alle Tage hat. Unter der Anleitung des Verbandsdirigenten Matthias Weller schmetterten sie vier Stücke, darunter die Europa- und anschließend die deutsche Nationalhymne.

Die Begeisterung steigt bis in die Unendlichkeit

„Ein unglaublicher Sound“, befand Hubert Rettenmaier, der Vorsitzende des Blasmusikverbands Ostalb. Bürgermeister Andreas Schaffer würdigte auch die Optik: „Das ist ein Bild, das ist unendlich bunt, unendlich vielstimmig und unendlich musikalisch.“ Er bezog sich damit auf das Motto der Festtage, das „Unendlich beliebt“ lautet, wiederum in Anlehnung an den „Unendlichen Garten“ der Remstal-Gartenschau.

Das Wetter hat am Samstag und Sonntag auch harmonisch mitgespielt, bis auf kurze Güsse am Sonntag blieb es trocken. Ja, die Teilnehmer am Festzug mussten sogar ziemlich in der Sonne schwitzen, vor allem die Blaskapellen, die in schweren Uniformen aufliefen. Und natürlich die Zugteilnehmer aus Vereinen und von Betrieben, die auf der Straße oder auf Wagen teilweise sportliche und tänzerische Aktivitäten vorführten. Die Stimmung beim XXL-Festzug war jedenfalls bestens, ebenso danach beim Kontrastprogramm zur Blasmusik, dem Rock ’n’ Roll der „Bang Bags“ im Zelt – und überhaupt insgesamt bei den Festtagen bisher. Am Freitag sei es etwas „langsamer losgegangen“, sagt Bürgermeister Andreas Schaffer, wobei Jürgen Daberger, Vorsitzender des Musikvereins Hohberg, berichtet: „Die Stimmung war gigantisch.“ Der Samstag sei dann erst recht gut gelaufen, das Zelt voll gewesen, „fast an der Grenze“, so Daberger.

Dabei blieb das Festtreiben größtenteils auch friedlich. Dennoch musste sich die Polizei mit mehreren Schlägereien und Körperverletzungsdelikten beschäftigen. Stand Sonntagnachmittag „aber nichts Größeres“, wie ein Polizeisprecher gegenüber unserer Zeitung zu Protokoll gibt. „Es gab keine größeren Verletzungen.“ Sieben Personen wurden bei einem Vorfall verletzt, bei dem jemand Reizgas versprühte.

Bis Montag

Zum Finale der Festtage am Montag gibt es ab 11.30 Uhr einen Mittagstisch. Unterhaltung zum Schunkeln, Singen und Mitklatschen mit dem Kreisseniorenblasorchester Ostalb ist um 14 Uhr beim Familientreff angesagt. Es schließt sich von 15 Uhr bis 17 Uhr ein Spielfest für Kinder von zwei bis 12 Jahren an. Das große Finale nehmen dann die Plüderhäuser Musikanten ab 19.30 Uhr in Angriff. Den traditionellen Abschluss bildet das von Schaustellern inszenierte Feuerwerk über dem Festgelände Gänswasen.

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