Plüderhausen Plüderhäuser Festtage: Rockende Lederhosen, wirbelnde Dirndl

Plüderhausen. Vor dem Zelt feuerte die Schützenkompanie drei Mal Salut, drinnen ließ Bürgermeister Andreas Schaffer mit einem gekonnten Schlag das Bier aus dem Fass fließen – viel war bei der Eröffnung der Plüderhäuser Festtage Tradition und Routine. Ansonsten präsentiert sich das große Volksfest in seiner 57. Auflage jung und bunt – auch auf der Speisekarte.

Wer mit Hunger zu den Plüderhäuser Festtagen kommt, der findet ein vielfältiges Angebot vor, richtig international ist die Speisekarte im Zelt: Neben Klassikern wie dem halben Göckele oder der Roten stehen dort auch Pizza, Gyros-Pita und erstmals auch Döner zur Auswahl.

Dazu gab es am Freitagabend bei der Fest-Eröffnung ein Musik- und Tanzprogramm mit einer ebenso bunten Mischung. Während auf der Hauptbühne der Musikverein Hohberg blies, traten auf der kleineren Tanzgruppen auf. Den Reigen eröffnete „DWA Crew“ des Tanzhauses Schorndorf mit Hip Hop. Wer dann dachte, bei der Volkstanzgruppe der Remstal-Landjugend würde es jetzt urtümlich-traditionell, der sah sich getäuscht: Die Jungs und Mädels legten in Dirndl und Lederhose eine ebenso flotte Sohle aufs Parkett wie die Hip-Hop-Tänzerinnen zuvor. Die Musik: moderne Party-Hits wie „I mog die so“ der Band „Voxxclub“ oder „Mach mer Party miteinand“ der Folklore-Rocker „Troglauer“.

Und auch der Unterschied zu den Rock’n’Roll-Tänzerinnen und -Tänzern der Crailsheimer Landjugend, die danach über die Bühne fegten, war nicht besonders groß. Da vermischten sich dann mit der vom selbst betitelten„Volks-Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier eingesungenen Version des Dschungelbuch-Klassikers „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ endgültig die Musikstile über die Generationen hinweg.

Der Ausnahmezustand wird noch größer sein als sonst

Während die Tanzgruppen schweißtreibend über die Bühne hüpften und wirbelten, ließen es die Festzeltbesucher am frühen Freitagabend tatsächlich eher gemütlich angehen. Zu größerer Bewegung kam es erst mit dem Einzug des Festkomitees und beim Fassanstich von Bürgermeister Andreas Schaffer. Dem gelang der Anstich nach dem etwas misslungenen Versuch im vergangenen Jahr, mit einem einzigen Schlag.

Der Auftakt zu einer besonderen Ausgabe der Plüderhäuser Festtage unter dem Motto „Unendlich beliebt“ war damit gemacht. Vor allem am Sonntag wird im Ort der Ausnahmezustand noch ein bisschen größer sein als in normalen Jahren. Zum Festzug kommen zum Kreismusikfest Ostalb und anlässlich des Jubiläums des Musikvereins Hohberg 34 Kapellen mit rund 1400 Musikanten. Sie spielen zum 50. Geburtstag der Plüderhäuser Bläser auf der Festwiese und reihen sich dann ein in einen gigantischen Festzug ein.

Die Festtage sind die fünfte Jahreszeit für Plüderhausen – da sieht Bürgermeister Andreas Schaffer seine Gemeinde auf einer Ebene mit Großstädten wie München und Stuttgart mit ihren Volksfesten. Ähnlich wie dort in den Festzelten ist es auch in Plüderhausen unter Umständen nicht so einfach einen guten Platz vor der Bühne zu ergattern. Moderatorin Isabel Haspel warnte bei der Eröffnung schon mal: Wer zum Beispiel am Sonntagabend zum Auftritt der „Fäaschtbänkler“ kommen wolle, der sollte früh da sein. Viele Plätze seien nämlich schon reserviert.

Das Programm bis Montag

Der Festtagssamstag beginnt um 14.30 Uhr mit dem Entenrennen. Start ist an der Mittleren Brücke, Ziel an der Heuseebrücke. Hauptgewinn in diesem Jahr ist eine Ballonfahrt für zwei Erwachsene und ein Kind. Ab 15 Uhr spielen die „Jongen Remstäler“ böhmisch-mährische Volksmusik. Ab 20 Uhr unterhalten die neunköpfigen Partyfürsten, die regelmäßig auf dem Wasenfestzelt beim Göckelesmaier gebucht sind.

Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Musikverein-Jubiläums. Um 9 Uhr gibt es aber zunächst einen ökumenischen Gottesdienst mit der Sängervereinigung und dem Posaunenchor. Ab 10 Uhr gibt es Ochs am Spieß und ein Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein „Frohsinn“ Walkersbach. Um 12.30 Uhr schmettern dann 34 Kapellen schmissige Melodien zum Geburtstag des MV Hohberg, bevor um 13 Uhr der Jubiläumsfestzug startet. Moderierter Fahneneinmarsch ins Festzelt ist dann um 15 Uhr. Ab 15.30 Uhr spielen die Bang Bags Live-Rock’n’Roll. Zum Abschluss des Jubiläums bringen ab 19.30 Uhr die Fääschtbänkler aus der Schweiz Volksmusik, Schlager, Rock, Pop und House auf die Bühne.

Zum Finale am Montag gibt es ab 11.30 Uhr einen Mittagstisch. Unterhaltung zum Schunkeln, Singen und Mitklatschen mit dem Kreisseniorenblasorchester Ostalb ist dann um 14 Uhr beim Familientreff angesagt. Es schließt sich um 15 Uhr bis 17 Uhr ein Spielfest für Kinder von zwei bis 12 Jahren an. Das große Finale nehmen dann die Plüderhäuser Musikanten ab 19.30 Uhr in Angriff. Den traditionellen Abschluss bildet dann das von Schaustellern inszenierte Feuerwerk über dem Festgelände Gänswasen.

Auftritt der Volkstanzgruppe der Remstal-Landjugend bei der Eröffnung der Plüderhäuser Festtage am Freitagabend. Foto: Steinemann

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