Plüderhausen „Plüderhäuser Theaterbrettle“ probt neues Stück

Zum Glück hat Amadeus Fischer alias Edgar Denk seine Lampe mit in die Diätklinik genommen. Die ist für spezielle Einsätze ausgerüstet. Schwester Lucy, gespielt von Ursula Ottenbacher, macht derweil Notizen. Foto: Benjamin Beytekin

Plüderhausen. „Jeder Versuch, mich weichzukriegen, ist zwecklos.“ So spricht die Ärztin und macht dem Patienten viel Pein. Amadeus Fischer träumt in der Diätklinik nur vom Essen. Er wüsste sich zu helfen, müsste er nicht einen unerwarteten Gast mitversorgen. Viel Humor, spielfreudige Schauspieler und der Charme schwäbischer Mundart sorgen in der neuen Inszenierung des „Theaterbrettles“ dafür, dass das Drama ums Abnehmen eine heitere Komödie bleibt.

Im Video: Ausschnitte aus dem Stück "Oin Joghurt für Zwoi" des Theaterbrettle Plüderhausen, hier mit Ursula Ottenbacher und  Edgar Denk.

„Sie sind immer so genügsam, so bescheiden“, flötet die Klinikmitarbeiterin charmant. „Dabei müssten Sie nur zugreifen.“ Das muss sie Amadeus Fischer nicht zweimal sagen. Denn die dem Flirt nicht abgeneigte Dame hat auf ihrem Rollwagen ausgebreitet, was der knitze Patient in der Diätklinik am meisten vermisst: Essen. Nun stünde dem ewig Hungrigen zwar nicht zuallererst der Sinn nach rohem Kohl, Lauch oder Möhren.

Doch in der Not ist das Gemüse besser als nichts und verschwindet eilig unter dem Bademantel des Patienten. Und während er die Dame bezirzt, nimmt das Angebot auf der Gemüseplatte ab.

„Das Geld ist nur so lang was wert, bis die Frau davon erfährt“

„Er ist ein Schlitzohr“, sagt Schauspieler Edgar Denk über die Figur des Amadeus Fischer, die er im neuen Stück „Oin Joghurt für Zwoi“ des Plüderhäuser Theaterbrettles verkörpert. Denn der Immobilienmakler, den der erfahrene Darsteller auf der Bühne mimt, macht krumme Geschäfte.

Dumm nur, dass er bald einen entflohenen Gauner bei sich in der Diätklinik beherbergen muss. Und der hat ein gutes Zahlengedächtnis für die Nummern der geheimen Auslandskonten. Zum Finanzamt will er darüber nichts sagen. „Schlimmer, zu deiner Frau“, kündigt der Gauner an. „Das Geld ist nur so lang was wert, bis die Frau davon erfährt.“

„Wie Sie duften! Nach Spiegelei ond Seidewürschdle“

Das ist nur eine der Schwierigkeiten, die der leidende Amadeus Fischer zu meistern hat. Doch der Umtriebige weiß sich zu helfen. Dank Edgar Denks überzeugender Darstellung glaubt es der Zuschauer gern. Denn der bringt Temperament und Witz in die Rolle, allein schon durch seine präsente Mimik und Gestik.

Mal hält er sich schmerzgeplagt den Magen und stöhnt jammervoll „I hab’ Honger“, mal ist’s schon hörbar schlimmer: „I ben so schwach, I könnt’ ned mal mehr den Hörer abnehmen, um mir einen Kranz zu bestellen.“

Der Anblick lässt schmunzeln

Doch auch andere Schauspieler, Ursula Ottenbacher beispielsweise als Schwester Lucy oder Sabine Paschuld als resolute Ärtin Dr. Schmalkopf, füllen ihre Rollen überzeugend aus, so dass sich die Komik nicht nur an den Dialogen festmacht. So schnuppert etwa Amadeus Fischer hingebungsvoll an der Diätassistentin.

„Wie Sie duften! Nach Spiegelei ond Seidewürschdle. Ond Königsberger Klopse.“ Zunächst schüchtern, dann hingebungsvoll, bricht es schließlich mit Leidenschaft aus ihm heraus: „Ich bitte Sie, nein, ich flehe Sie an: Hauchet Sie mich an.“ Ruft Edgar Denk und ringt die Hände. Der Anblick lässt schmunzeln. So verhält sich’s auch, als der Patient überraschend den Ganoven vor der Ärztin verstecken muss und es auch dank eines Absperrseils Verwicklungen gibt.

Bereits seit Oktober laufen die Proben

Im neuen Stück sind wieder viele langjährige, erfahrene Darsteller des „Plüderhäuser Theaterbrettles“ auf der Bühne zu erleben. Aber auch eine Premiere innerhalb der Premiere gibt es: Manfred Urban spielt zum ersten Mal beim „Theaterbrettle“ mit. Er mimt Georg Manning, den Zimmernachbarn der geplagten Hauptfigur.

Sieben Rollen wurden insgesamt für die neue Komödie besetzt, zwei von ihnen doppelt. Die Proben laufen bereits seit Oktober, und damit zur Premiere am Wochenende alles klappt, üben die Darsteller seit der vergangenen Woche jeden Tag. „Die Spannung steigt“, sagt Klaudia Rieger vom Team, das hinter der Kulisse, etwa bei der Technik, der Maske oder dem Bühnenbild, für das Gelingen der Aufführung sorgt.

„Abwarten - und Zitronenwasser trinken“

Welches Stück zur Aufführung kommen soll, darüber haben sich die Mitstreiter des „Theaterbrettles“ schon in den Sommerferien Gedanken gemacht. Eine schwäbische Mundartkomödie sollte es sein, einige Textbücher wurden gesichtet. Beim Stück „Oin Joghurt für Zwoi“ aus der Feder von Stanley Price hatte die Jury schon beim Lesen sehr herzlich gelacht. „Das hat uns überzeugt“, erinnert sich Klaudia Rieger.

Beim Probenbesuch nun saßen die Texte perfekt, wurde hier und dort noch ein wenig die Kulisse verfeinert, das Bett in die rechte Position gerückt, auch Regisseur Bodo Kälber gab noch kleine Hinweise.

Etwas getüftelt wurde außerdem noch am überraschenden Einsatz einiger Einrichtungsgegenstände. Aber was es damit auf sich hat, wird noch nicht verraten. Oder, wie der Diätpatient Fischer im Stück so treffend sagt: „Abwarten - und Zitronenwasser trinken“.

Vorstellung und Vorverkauf

  • Das neue Stück „Oin Joghurt für Zwoi“ ist die 24. Inszenierung seit Bestehen des Plüderhäuser Theaterbrettles.
  • Das Theaterbrettle zeigt die neue Komödie bis zur Sommerpause an folgenden Terminen: Freitag, 24. März, Samstag, 25. März, Freitag, 31. März, Samstag, 1. April, Freitag, 5. Mai, Samstag, 6. Mai, Freitag, 12. Mai, Samstag, 13. Mai, Freitag, 19. Mai, Samstag, 20. Mai, sowie am Freitag, 23. Juni, und am Samstag, 24. Juni.
  • Karten für die Vorstellungen gibt es im Vorverkauf im Plüderhäuser Theaterbrettle am Kitzbüheler Platz 1 montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 Uhr sowie montags und donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr. Karten kann man zudem telefonisch unter ) 0 71 81 /87 12 2 reservieren. Weitere Informationen gibt es unter www.theaterbrettle.de
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