Plüderhausen Restaurant "La Pineta" schließt nach über 30 Jahren

Restaurant-Inhaber Salvatore Giordiano wird ab Juli in Mutlangen als Koch arbeiten. Foto: ZVW/Alexandra Palmizi

Plüderhausen. Das „La Pineta“, oder „La Pi“, wie das Restaurant auch liebevoll genannt wird, in der Nähe des Plüderhäuser Bahnhofs schließt nach über 30 Jahren. Salvatore und Geli Giordano fällt der Abschied – besonders, wenn sie an ihre vielen guten Stammgäste denken – nicht ganz leicht. Sie erinnern sich gerne an die letzten Jahrzehnte zurück.

„Es ist schon ein bisschen komisch“, sagt Salvatore Giordano über die bevorstehende Schließung seines Lokals. Er sei bekannt, viele Stammgäste hätten gefragt, wo sie denn jetzt essen gehen sollen. „Das ist jetzt sehr heftig und emotionsgeladen“, fügt seine Frau Geli hinzu. Das Paar hat sich aus familiären Gründen dazu entschieden, aufzuhören.

Schon bevor die Giordianos das Restaurant 2004 übernommen haben, war es im Besitz von Salvatores Familie. Er selbst arbeitet, seitdem er 1988 aus Kalabrien nach Deutschland kam, in der Gastronomie, davor war er Pizzabäcker in Italien. Auch seine Frau Geli fand sich bei der Übernahme des „La Pineta“ in einer vertrauten Rolle. „Ich bediene schon, seitdem ich 15 Jahre alt war“, erzählt sie.

Die Giordanos haben ihr Restaurant im Zweier-Team geschmissen

Bis auf ein paar Aushilfskräfte hat das Paar das Restaurant zu zweit geschmissen. Salvatore war für die Küche zuständig, Geli für das Wohl der Gäste. 21 verschiedene Pizzas, 26 Pastagerichte, Fleisch und Fisch: Das war der Kern der Speisekarte, die Salvatore vor vielen Jahren schrieb. Seitdem hat sie sich nicht groß verändert, aber Variation gab’s trotzdem viel: durch die Wochen- und Tageskarten, aber auch durch Angebote wie Pizza- und Pastawochen.

Bei der Ideenfindung für die Spezialangebote hat auch Geli mitgewirkt. Auf ihrem Smartphone hat sie Bilder von verschiedenen Gerichten. „Essen tut man mit Liebe und Genuss“, findet sie. Deshalb müsse das Essen auch schön aussehen. „Mir war die Präsentation wichtig.“ Das Auge esse schließlich mit. „Wir haben oft gehört, das unsere Portionen zu groß seien.“ Sie lacht. „Der Teller war dann komischerweise trotzdem meistens leer.“

Mehrere Jahre in Folge den "Schlemmerblock-Award" gewonnen

Es gebe immer Gäste, die etwas nicht mögen. „Aber über die Jahre hinweg haben wir eine sehr positive Resonanz bekommen“, freut sich die Service-Chefin. „Ein paar Deutsche sagen sogar, dass ich den besten Rostbraten mache“, erzählt Salvatore Giordano. Auf der Karte des Restaurants standen aber nur zwei schwäbische Gerichte. „Wir sind unserem mediterranen Essen treu geblieben“, findet Geli.

Das Konzept ist aufgegangen: Das „La Pineta“ hat mehrere Jahre in Folge den „Schlemmerblock-Award“ in der Kategorie „Restaurants“ im Rems-Murr-Kreis gewonnen. Der Award prämiert die beliebtesten Gutschein-Anbieter aus verschiedenen Regionen. Bewerten dürfen dabei die Gäste.

Keine Sterne, aber fünf Herzen

Natürlich sei über die Jahre hinweg privat auch ein bisschen was auf der Strecke geblieben, so Geli Salvatore. An den Ruhetagen musste geputzt und gewaschen werden, die Küche haben die beiden jeden Tag von unten bis oben gereinigt. Alle paar Wochen waren dann die Kuschelbären dran, die überall im Restaurant für Kinder verteilt waren.

„Das Miteinander mit den Gästen hat mir am meisten Spaß gemacht“, sagt Geli Salvatore. Sie brauche Leute um sich herum. „Ein bisschen Herzlichkeit rüberbringen, das war eigentlich meins.“ Ein Gast aus Österreich hat sie besonders berührt. „Er sagte, er sehe, dass wir keine Sterne haben, aber er gebe uns fünf Herzen“, erzählt Geli. Immer, wenn er in Deutschland war, sei er wieder im „La Pineta“ vorbeigekommen.

Dekoration zum Wohlfühlen für jede Jahreszeit

Auch wenn die Gäste die Dekoration lobten, habe sie sich gefreut. Für jede Jahreszeit habe es eine gegeben, am pompösesten sei die an Weihnachten gewesen. „Mit Girlanden und allem Drum und Dran.“ Dabei ging es Geli Salvatore nicht nur um die Gäste, sondern auch um sich selbst und ihren Ehemann. „Mir war es wichtig, dass wir uns wohlfühlen. Wir haben ja einen Großteil unserer Zeit im Restaurant verbracht.“

Wehmütig sei es deshalb schon, dass jetzt Schluss mit dem „La Pineta“ ist. Aber die Giordanos seien ja nicht ganz aus der Welt und werden im Ort wohnen bleiben.

Wer in Zukunft Gelüste nach Salvatore Giordanos Essen verspürt, der kommt mit einer weiteren Anfahrt trotzdem auf seine Kosten: Er wird ab Juli im „Ristorante Pizzeria da Leo“ in Mutlangen kochen.


Süßer Abschied

Am Freitag, 21. Juni, gibt es zu Ehren der Schließung ab 14 Uhr Kuchen im „La Pineta“.

Danach ist das Restaurant geschlossen. „Wenn noch Essen übrig bleibt, dann gibt es das aber am Samstag noch“, sagt Geli Giordano. Lebensmittel wirft sie ungern weg. So oder so: Diese Woche macht das „La Pineta“ das letzte Mal für Gäste auf. 

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