Plüderhausen Schau-Übung: Menschen gerettet, Flammen gelöscht

Lagebesprechung: Die Kameraden sind bestens aufeinander eingespielt. Foto: ZVW/Benjamin Büttner

Plüderhausen. Die Sirenen heulen, der Rauch qualmt aus der Tiefgarage. An den Fenstern, auf dem Balkon winken Bewohner. Hilfesuchend. Der Weg ist von Flammen versperrt. Aber Rettung naht. Die gesamte Kameradschaft der Plüderhäuser Feuerwehr ist auf dem Weg. Der Mannschaftswagen braust um die Ecke, die Tank- und Löschfahrzeuge, das DRK biegen um die Ecke.

Die Türen schlagen auf. Der Erkunder springt heraus, umschreitet das Wohnhaus an der Kantstraße 14. Ein technischer Defekt in der Tiefgarage hat ein Feuer ausgelöst, das sich über mehrere Fahrzeuge ausgebreitet hat. So die Annahme. Mit schnellen Schritten kehrt der Einsatzleiter zurück. Die Karabinerhaken an seiner Ausrüstung klappern. Dann das „Go“!. Die Kameraden geben Gas. Als hätten sie eine Choreografie einstudiert, läuft nun ab, was im Ernstfall Leben rettet: Die tragbaren Leitern lehnen sie an ein Fenster, sie helfen den Bewohnern heraus. Diese werden von den DRKlern zum Behandlungsplatz geleitet, untersucht, verarztet und in Sicherheit gebracht. Das Feuer in der Garage wird zügig gelöscht, das Wohnhaus gesichert.

Drehleiter muss aus Schorndorf oder Lorch beigezogen werden

Sämtliche Fahrzeuge und Gerätschaften, die die Kameraden zur Verfügung haben, wurden am Samstag zur Übung aufgefahren. Ebenfalls voll besetzt war das DRK am Start. „Die Schauübungen sind für die Bevölkerung wichtig“, weiß Kommandant Marc Angelmahr. Zu sehen, was die Wehr kann, stärke das Sicherheitsempfinden. Apropos. Noch sicherer könnten sich die Plüderhäuser fühlen, wenn sie nicht auf die Drehleitern aus Lorch oder Schorndorf angewiesen wären. Maximal zehn Minuten soll es dauern, bis die Rettungskräfte am Einsatzort sind. Müssen in Plüderhausen Menschen gerettet werden, die im dritten Stock oder höher wohnen, dauert es voraussichtlich länger. Im Zweifelsfall zu lange. „Wir arbeiten am Zeitfenster“, versichern Bürgermeister Andreas Schaffer und Kommandant Angelmahr. Immerhin: Im Flecken gibt’s recht viele Hochhäuser und damit etliche Menschen, die außerhalb der Reichweite von tragbaren Leitern leben.

50 bis 60 Einsätze stemmt die Plüderhäuser Feuerwehr jedes Jahr. Und da ist alles dabei: vom kleinen Mülleimerbrand über vorbeugende Sicherheitsdienste, bis hin zu großen Bränden. Dazu kommen zahlreiche Übungen und Schulungen. Häufig kooperieren die Plüderhäuser mit den Kameraden aus Urbach. Ein Teil der Plüderhäuser Wehr dient in Walkersbach, wo auch eines der Fahrzeuge untergebracht ist. Ende 2020 soll’s zudem einen neuen Mannschaftstransportwagen geben, der gleichzeitig als Führungsfahrzeug dient. Hier kann bei Einsätzen eine Zentrale eingerichtet werden: An einem Tisch können die Kameraden den Überblick im aufregenden Brandgeschehen behalten, dokumentieren, wer gerade, in welchem Eck des Einsatzortes gegen Flammen oder Wasser kämpft.

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