Plüderhausen Schauübung bei der Freiwilligen Feuerwehr

Plüderhausen/Schorndorf. Nach einer halben Stunde war alles vorbei. 20 Absolventen des zur Grundausbildung gehörenden Truppmannlehrgangs führten unter Beteiligung der benachbarten Freiwilligen Feuerwehren erfolgreich eine Schauübung in Plüderhausen durch. Zwei Verletzte konnten gerettet werden, der Brand wurde gelöscht. Beeindruckend demonstrierte diese Übung die Einsatzbereitschaft und hohe Motivation der Feuerwehren.

Das Szenario des angenommenen Ernstfalls in der Firma Fußbodentechnik Klingenstein in Plüderhausen sah so aus: Bei Schweißarbeiten ist ein Brand ausgebrochen. Es entsteht starke Rauchentwicklung. Erschwerend kommt hinzu, wie Ausbildungsleiter Joachim Schwab erklärt, dass „ein motivierter Mitarbeiter einen Gabelstapler bergen wollte und mit ihm aus der Halle fährt“. Dabei rammt er seitlich den Pkw eines anderen Mitarbeiters, der seinen Privatwagen in Sicherheit bringen wollte. Der Mann wird dabei schwer verletzt und in seinem Auto eingeklemmt.

Alle 20 Teilnehmer haben die Grundausbildung bestanden

So also die Ausgangslage für die Übung des sogenannten Truppmannlehrgangs. Alle 20 Teilnehmer haben den über achtwöchigen Lehrgang in Schorndorf nach einer theoretischen und praktischen Prüfung bestanden, und bekommen nun den Meldeempfänger. Das heißt, sie gehören ab jetzt zur aktiven Einsatztruppe und dürfen, wenn sie über 18 Jahre alt sind, bei einem Ernstfall ausrücken.

Bei der Plüderhäuser Übung nun geht es gleichzeitig um Löschen und technische Hilfe. „Wir wollen dabei auch den neuen Rüstwagen der Schorndorfer Feuerwehr der Bevölkerung präsentieren“, erklärt Schwab. Dieses Fahrzeug sei „ein rollender Werkstattwagen“, in dem auch die bis zu fünf Tonnen stemmenden Schneidescheren mitgeführt werden. Die braucht es nun, um den eingeklemmten Verletzten aus seinem Pkw zu befreien.

Beteiligt sind an der Übung Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus Schorndorf, Schlichten und Remshalden. Zwei Löschfahrzeuge, der Rüstwagen und die Kräfte vom Deutschen Roten Kreuz mit einem Rettungswagen sind vor Ort. Parallel zur Bergung der Verletzten findet der „Innenangriff“ eines Löschtrupps in der Lagerhalle statt. Mit einer Leiter ist ein zweiter Trupp zum Einsatz auf das Dach der Firmenhalle gelangt.

Rat eines Alten: „Wenn’s pressiert, musch langsam macha!“

Ausbildungsleiter Schwab ist nicht ganz zufrieden. „Der Schlauchsalat dort g’fällt mir net, des muss i saga“, sagt er mit Blickrichtung auf einen Haufen Schläuche, die wie ein riesiges Nest übereinander schlängelnder Kobras daliegen. „Aber deshalb üben wir ja“, sagt Schwab. Danach wird es eine Manöverkritik geben. Im Normal-, also Ernstfall sieht es so aus, dass ein Junger und ein Älterer zusammenarbeiten. „Die Kraft der Jungen und die Erfahrung der Alten“, sagt Schwab. Und, so hätte ihm mal ein alter Feuerwehrmann mit auf den Weg gegeben: „Wenn’s pressiert, musch langsam macha!“


Eingeklemmt

Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen in ihrem Auto eingeklemmt werden, sei rückläufig, sagt Joachim Schwab. Das liege auch daran, dass die Fahrzeuge sicherer geworden seien. Wenn aber doch mal eine Person eingeklemmt werde, „dann aber richtig und schwierig“.

Deshalb, so der seit 40 Jahren im Einsatz tätige Fachmann, sei es wichtig gewesen, dass die Feuerwehr Schorndorf so einen gut ausgestatteten Rüstwagen bekommen habe.

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