Plüderhausen/Schwäbisch Gmünd Gentest verrät: Schwan Sieglinde lebt, Gustav ist tot

Schwan Sieglinde fühlt sich im Garten von Thomas Hurlebaus aus Plüderhausen wohl. Foto: ZVW/Ellwanger

Plüderhausen. Das Schwanenpaar Gustav und Sieglinde wurde anlässlich der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd ausgewildert, fand aber immer wieder den Weg nach Plüderhausen. Im Herbst vergangenen Jahres dann der Schock: Eines der Tiere wurde tot aufgefunden. Der verbliebene Schwan lebt inzwischen in Plüderhausen bei Thomas Hurlebaus, der verzweifelt auf der Suche nach einem Partner für Sieglinde ist.

Das Schwanenweibchen war eigentlich schon totgeglaubt. „Ich hätt’s nicht gedacht“, sagt Thomas Hurlebaus, in dessen Garten das Tier zurzeit lebt. Er war fest überzeugt, dass es sich bei dem Schwan um das Männchen Gustav handelt. Weil er aber unbedingt einen Partner für das Tier finden wollte, wandte er sich an das Institut für Molekulare Diagnostik in Bielefeld, um das Geschlecht endgültig zu bestimmen. Und siehe da: Sieglinde, nicht Gustav, leistet den Hühnern in seinem Garten Gesellschaft.

Mitarbeiterin schon lange sicher: "Weibchen lassen sich nicht fressen"

Im Gegenzug bedeutet das natürlich, dass Schwan Gustav tot ist. Was damals genau passiert ist, ist nicht bekannt, vermutlich wurde er aber von einem anderen Tier gerissen. Für Evelyn Schubert, Thomas Hurlebaus’ Mitarbeiterin, war schon lange klar, dass es sich bei dem überlebenden Vogel um Sieglinde handelt. „Weibchen lassen sich nicht fressen“, hat sie schon behauptet, bevor das Ergebnis feststand. Sehr zur Belustigung des Plüderhäusers, der die Geschichte gerne erzählt.

Jetzt, wo das Geschlecht endlich feststeht, sollte der Partnersuche für Sieglinde eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Doch so einfach gestaltet sich die Aufgabe leider nicht. „Ich habe Gott und die Welt angerufen“, sagt Hurlebaus. An die Wilhelma habe er sich gewandt, aber auch an die Schwanenzüchterin, die ihn überhaupt erst auf die Idee mit dem Gentest brachte – alles erfolglos. Dabei drängt die Zeit.

Die Partnersuche für Sieglinde gestaltet sich schwieriger als erhofft

„Bis März will ich ein Gegenstück finden“, sagt Hurlebaus. Denn dann fängt die Brutzeit der Tiere an. Der Plüderhäuser kann sich vorstellen, sie zu züchten. Etwas Hoffnung gibt es trotz der schwierigen Suche. Die Züchterin, mit der Hurlebaus in Kontakt ist, habe ihm gesagt, es sei gut, dass es sich bei seinem Schwan um ein Weibchen handelt. Denn die verstünden sich im Normalfall auch mit jüngeren Männchen. Andersherum wäre die Lage noch schwieriger.

Markus Herrmann, Pressesprecher der Stadt Schwäbisch Gmünd, hat dem Hobby-Schwanenhalter im Namen der Stadt zugesichert, dass er das Tier vorerst behalten darf. „Wir wollen einfach mal ein bisschen Zeit ins Land gehen lassen“, sagt er. „Wir werden das Tier sicher nicht zwangsumsiedeln.“ Das schwarze Schwanenpaar, das ebenso zur Gartenschau angeschafft worden war, fühle sich in Schwäbisch Gmünd wohl, aber Sieglinde und Gustav seien ja schon öfter Richtung Plüderhausen verschwunden. „Wir treffen keine finalen Entscheidungen“, sagt Herrmann. „Uns geht es um das Wohlergehen des Tieres.“


Wer ist Sieglinde? 

Bei der Ehren-Plüderhäuserin handelt es sich um einen Höckerschwan aus Ostdeutschland, der 2014 im Rahmen der Landesgartenschau nach Schwäbisch Gmünd kam.

Sieglinde ist nicht flugfähig, weil ihre Federn verödet wurden. Laut Markus Herrmann lebte sie noch nie in freier Wildbahn, sondern befand sich schon immer in Betreuung.

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