Plüderhausen/Schwäbisch Gmünd Schwan Sieglinde ist tot

Immer wieder sind die beiden Schwäne remsabwärts geschwommen, so wie hier im Januar 2018, als sie in Plüderhausen gesichtet wurden. Foto: Stütz

Plüderhausen/Schwäbisch Gmünd. Ihre Heimat war der Remsstrand in Schwäbisch Gmünd. Doch die Schwäne Gustav und Sieglinde, die dort zur Gartenschau ausgewildert wurden, büxten mehrfach bis nach Plüderhausen aus. Einer der beiden wurde dort mittlerweile tot aufgefunden. Der andere befindet sich in sicherer Obhut.

Im Oktober waren Gustav und Sieglinde wieder einmal flussabwärts geschwommen. Seit sie vor viereinhalb Jahren am Remsstrand ausgewildert wurden, hatten sie sich immer wieder auf diesen Weg begeben – und waren stets wieder zurückgebracht worden. Im Herbst brachen sie dann erneut auf Richtung Plüderhausen. Ihr Ziel: der Badesee. Martin Dannenhauer, bei der Gemeinde Plüderhausen für den See zuständig, hat sie dort ab Oktober quasi täglich beobachten können.

Ein anderes Tier hat den weißen Schwan gerissen

Die Tiere sind ihm mit der Zeit fast ein wenig zu Familienmitgliedern geworden. „Das waren liebe Kerle, zutraulich, kein bisschen aggressiv und von sehr gutem Charakter“, sagt Dannenhauer, der mit den Schwänen auch schon mal seinen Hefezopf teilte. „Die haben sich hier richtig wohlgefühlt.“

Doch der Badesee-Beauftragte spricht von den Schwänen in der Vergangenheitsform. Die Idylle am See, sie wurde, wie wir nun erfahren haben, jäh zerstört, als er eines der beiden Tiere tot auffand, vermutlich handelt es sich dabei um Sieglinde, das kann Dannenhauer aber nicht mit letzter Gewissheit sagen. Es war wohl ein anderes Tier, das dem Schwan bereits im vergangenen Jahr das Leben nahm. Ob Hund, Fuchs oder Waschbär, auch das ließ sich jedoch nicht mit Sicherheit feststellen. Dannenhauer vermutet, dass dem Tier seine Zutraulichkeit zum Problem geworden ist.

Botschafter der Landesgartenschau

Die beiden Schwäne hatten sich seit Herbst 2017 mehrfach in Plüderhausen aufgehalten – und waren dann wieder nach Schwäbisch Gmünd gebracht worden – auch um Gustav und Sieglinde vor wilden Tieren zu schützen. „Gegen die Natur“ sei das gewesen, findet Dannenhauer, der verstehen kann, dass sich die Tiere flussabwärts wohler fühlten als mitten in Schwäbisch Gmünd, wo sie einst ausgewildert wurden (siehe: Hintergrund).

Zusammen mit zwei schwarzen Schwänen sollten sie als Botschafter der Landesgartenschau dienen. Georg und Helga, das schwarze Schwanenpaar, habe sich von Beginn an wohlgefühlt in Schwäbisch Gmünd, berichtet Hans Stollenmaier, Schwanen-Botschafter der Stadt. „Die Weißen hingegen waren schon öfters weg.“ Dass sie nach diesem trocken-heißen Sommer erneut das Weite suchten, hält der Kleintierzüchter auch nicht für verwunderlich.

"Man muss Natur auch Natur sein lassen"

Der Wasserstand in Gmünd sei ziemlich niedrig gewesen, auch an Platz zum Grasen habe es gemangelt. Dass dann das ohnehin reiselustigere Pärchen ins ihnen bereits vertraute Plüderhausen aufbrach, „damit habe ich fast gerechnet“, sagt Stollenmaier. Pläne, sie wieder einzufangen, hatte der Schwanen-Beauftragte da längst nicht mehr. „Man muss Natur auch Natur sein lassen“, findet er. Auch die Stadt Schwäbisch Gmünd hatte zuletzt erklärt, dass sie nicht mehr beabsichtige, die Schwäne an den Remsstrand zurückzuholen.

Der überlebende Schwan befindet sich bei einem Züchter

Den Lauf der Natur sieht Stollenmaier auch bei dem getöteten Schwan am Werk. „So ist das Leben“, sagt er lakonisch. Vielleicht ja auch, weil es nicht der erste Gartenschau-Botschafter-Schwan ist, der seit 2014 gestorben ist. Helga, die Gefährtin von Georg, verschwand im Sommer 2017. Vermutlich fiel auch sie einem anderen Tier zum Opfer. Anfang des vergangenen Jahres bekam Georg deshalb einen neuen weiblichen Schwan an seine Seite. Der Einfachheit halber erhielt sie denselben Namen wie das verschwundene erste Tier.

Wo sich der überlebende Schwan, vermutlich Gustav, befindet, das will Dannenhauer vom Plüderhäuser Badesee momentan zum Schutz des Tieres noch nicht verraten. Nur so viel: Ein örtlicher Züchter habe sich ihm angenommen. Dort sei er in Sicherheit. Es gehe ihm gut. Was mit dem Schwan passieren wird, und ob er demnächst womöglich wieder eine Gefährtin bekommen soll, ist aber noch unklar.


Hintergrund

Während der Landesgartenschau 2014 wurden vier Schwäne an die Mündung des Josefsbachs in die Rems gebracht. Zunächst in einem Gehege unter der Remsbrücke lebend, wurden sie schließlich ausgewildert.

Ein Züchter aus der Nähe von Cottbus hatte das weiße und schwarze Schwanenpaar nach Gmünd gebracht – und zwei Weißwangengänse. Schnell wurden die Schwäne zu kleinen Berühmtheiten.

Initiiert wurde die Aktion vom Kreisverband der Kleintierzüchter Gmünd.

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