Plüderhausen Spatenstich für neuen Rossmann-Markt

Sie haben symbolisch zum Spaten gegriffen: Frieder Gaissert, einer der Geschäftsführer der Baufirma Härer (von links nach rechts), Bürgermeister Andreas Schaffer, Thomas Hoffmann, Geschäftsführer des Instituts für Immobilien-Consulting, und Stefan Blaser, Projektleiter des Ingenieurbüros „Planung und Service“. Foto: Büttner/ZVW

Plüderhausen. Im November sollen die Einkaufswagen durch den neuen Rossmann-Markt rollen. Den Eröffnungstermin kündigte Thomas Hoffmann, Geschäftsführer des Instituts für Immobilien-Consulting, beim Spatenstich gestern an. Dann wird der neue Markt nahe Bahnhof und Lidl auf 750 Quadratmetern Verkaufsfläche Drogerieartikel anbieten.

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Thomas Hoffmann, Geschäftsführer des Instituts für Immobilien-Consulting und verantwortlich für die Projektentwicklung, die Gäste des symbolischen Spatenstichs. Er stellte einige Daten des Drogeriemarkts mit einer Verkaufsfläche von 750 Quadratmetern vor (siehe auch Artikel unten „Der neue Rossmann-Markt in Zahlen“) und ließ die Vorgeschichte des Projekts Revue passieren. Diese habe im August 2013 begonnen, als man den Standort für richtig befunden habe. Eine anschließende Präsentation im Gemeinderat habe sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Sehr umfangreiche Diskussionen mit sehr vielen Argumenten sowie diverse Gutachten seien gefolgt, berichtete Thomas Hoffmann sinngemäß. Die Frage sei gewesen: Braucht man einen Drogeriemarkt in Plüderhausen, erinnerte sich der Redner. Damals gab es noch den „Drehpunkt“-Markt. Die Antwort habe dann im Sommer 2014 gelautet: „Ja, Plüderhausen braucht einen Drogeriemarkt.“ Der „Drehpunkt“ sei es da bereits Geschichte gewesen, erinnerte Hoffmann an diese und weitere markante Daten des Projekts.

„Fünf Jahre Planungszeit, fünf Monate Bauzeit“

2016 sei der Bebauungsplan geändert worden. Warum beginnt man erst jetzt zu bauen, fragte Hoffmann rhetorisch. „Es gibt einen weiteren Erzählstrang.“ Rossmann habe die Flächenanforderungen vergrößert. Man habe 250 Quadratmeter vom Nachbar Lidl benötigt. Lidl sei aber nicht der Eigentümer dieser Fläche gewesen, sondern ein europäischer Finanzdienstleister, der international aktiv sei. Die Bemühungen um die relativ kleine Fläche umschrieb Hoffmann so: Das sei gewesen, „als ob eine Fliege versucht, einen galoppierenden Elefanten dazu zu bringen, mal kurz stehenzubleiben“. Letztlich gelang es aber, das nötige Grundstück zu kaufen. „Fünf Jahre Planungszeit, fünf Monate Bauzeit, von außen betrachtet ist es kaum nachvollziehbar“, bilanzierte Thomas Hoffmann. „Wir haben es geschafft“, freute er sich. Er würdigte eine Teamleistung und dankte dem Bürgermeister sowie den Gemeinderäten, die ihre Meinung zum Vorhaben geändert hätten und auch jenen, die das nicht getan hätten –in letzterem Fall fürs Demokratieverständnis.

Bürgermeister Andreas Schaffer sprach ebenfalls ein kurzes Grußwort. In der Jugendsprache stelle man häufig das Wort „mega“ voran, um eine Empfindung zu verstärken, wusste er. Seine Gefühle beim Spatenstich bezeichnete er in diesem Sinne als „Mega-Erleichterung und Mega-Freude“. „Nach vielen Jahren der Planung mit nicht endenden Hindernissen, die im Weg standen, ist die Fertigstellung in Sicht.“

Andreas Schaffer: „Wir haben dabei dicke Bretter gebohrt“

Er selbst, viele Gemeinderäte, Mitarbeiter der Verwaltung und Bürger seien froh, dass beim Projekt Drogeriemarkt jetzt der Bau beginne. Es sei absehbar, dass die Bürger ab November nicht mehr für Drogerieartikel nach Lorch oder Schorndorf fahren müssten, so der Bürgermeister. Das Bemühen, das Warenangebot im Ort auszubauen, sei der Grund gewesen, „warum wir uns hier so reingehängt haben“. Schaffer unterstrich: „Wir haben dabei dicke Bretter gebohrt.“

Als diese zählte er mehrere Punkte auf, unter anderem, zunächst kommunalpolitisch eine Mehrheit zu bekommen. „Bei der ersten Vorstellung des Konzepts im Januar 2014 überwogen noch kritische Stimmen.“ Die Fläche sei eine große Herausforderung gewesen. „Ideal wäre gewesen, die Costo Villa hinzuzuerwerben. Dann hätte man in die Höhe bauen können mit Wohnungen und einem Laden Richtung Hauptstraße.“ Der Erwerb gelang nicht. Das Baurecht zu erhalten, wurde möglich durch einen neuen Bebauungsplan, mit vielen Gutachten und Verhandlungen mit dem Regionalverband.

„Der heutige Tag ist ein wichtiges Datum“, so Schaffer, auch wegen des Beginns von weiteren Maßnahmen zur Aufwertung des Bahnhofsumfelds. Im Juni beginnen Straßenbauarbeiten in der Bahnhofstraße, am Güterbahnhof und am Bahnhofsvorplatz, kündigte der Bürgermeister an. „Das Bahnhofsumfeld wird auf jeden Fall attraktiver“, versicherte Schaffer, auch wegen der Fassadengestaltung des Rossmann-Markts, „auf die der Gemeinderat im Bebauungsplanverfahren Wert gelegt hat“.

Der Bürgermeister berichtete zudem, dass die Dachfläche des Drogeriemarkts extensiv begrünt werden soll, dass sieben Bäume und viele Sträucher gepflanzt werden und die Fassade entlang der Bahnhofstraße durch zwei vorgesetzte Heckenabschnitte gegliedert werden soll. Weiterhin bleiben die Bäume zwischen Lidl-Parkplatz und der Jakob-Schüle-Straße erhalten.

Andreas Schaffer wünschte eine gute, termingerechte und unfallfreie Bauzeit und dass eintrete, „was wir uns von dem Projekt erhoffen, nämlich eine Aufwertung des Bahnhofsumfelds und vor allem, dass die Aufwertung unseres Einkaufsstandorts ein wichtiger Baustein für eine gute Gemeindeentwicklung“ wird.

Der neue Rossmann-Markt in Zahlen

Der neue Rossmann-Markt ist im vorderen Bereich in Richtung Bahnhof zweigeschossig geplant, sonst ist er eingeschossig. Der eingeschossige Teil der Fassade entlang der Bahnhofstraße ist etwa 37 Meter lang. Der Kopfbau, der sich zum Bahnhof hin orientiert, ist rund zwölf Meter lang und etwa acht Meter hoch.

Der Eingang des Drogeriemarkts richtet sich zum Lidl hin aus, die Rückseite zur Bahnhofstraße.

Das Grundstück ist rund 1400 Quadratmeter groß. Die Nutzfläche im Erdgeschoss beläuft sich auf 840 Quadratmeter, die Verkaufsfläche auf 750 Quadratmeter. Letztere befindet sich mit Kunden-WC im Erdgeschoss. Im Obergeschoss haben Lager-, Technik- und Sozialräume Platz.

Zum Rossmann-Markt gehören 25 Parkplätze, gemeinsam mit denen des nahen Lidl-Markts stehen insgesamt mehr als 100 Stellplätze zur Verfügung.

„Das Investitionsvolumen liegt bei rund zwei Millionen Euro und wird durch die IVMG Gruppe aus Weinstadt realisiert, ein mittelständischer und schwäbischer Investor aus dem Remstal“, informiert eine Pressemitteilung zum Spatenstich.

  • Bewertung
    9
Der ZVW Morgen-Newsletter

Gut informiert in den Tag starten. Einfach kostenlos anmelden.

Heute in Ihrer Tageszeitung

Lust auf mehr?

Lesen Sie Ihre Zeitung immer und überall digital: Hier ePAPER-Angebote entdecken!