Plüderhausen Tiefgarage am Marktplatz wird kostenpflichtig

Dauerparker müssen hier künftig zahlen: Die Tiefgarage am Plüderhäuser Marktplatz, der gerade umgestaltet wird. Foto: Schneider / ZVW

Plüderhausen. Ab 1. Dezember wird das Parken in der Marktplatz-Tiefgarage kostenpflichtig. Allerdings erst ab der dritten Stunde – und nur montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr. Außerdem werden die Parkplätze rund um den Marktplatz zur Kurzparkzone. Und das Rathaus bekommt künftig eigene Mitarbeiter- und Besucher Parkplätze ausgewiesen.

Begründet wird diese Regelung von der Verwaltung mit der zugleich beschlossenen Erweiterung des Eigenbetriebs um die Bereiche Parkraumbewirtschaftung und Wärmeversorgung. Darunter fallen künftig die Parkplätze am Badesee sowie die Tiefgarage am Marktplatz. Um als Eigenbetrieb wirtschaftlich tätig sein zu können, ist es erforderlich Einnahmen zu erzielen. Diese Änderung der Betriebssatzung wurde nun vom Gemeinderat bei einer Enthaltung (Klaus Harald Kelemen, SPD) beschlossen.

38 Parkplätze ab 1. Dezember gebührenpflichtig

Eine kontroverse Diskussion gab es zuvor über die neue Nutzungsordnung für die Tiefgarage. Die 38 öffentlichen Parkplätze werden ab dem 1. Dezember montags bis freitags gebührenpflichtig. Die ersten beiden Stunden bleiben kostenlos. Zwei bis sechs Stunden kosten 1,50 Euro, jede weitere 50 Cent. Das Monatsticket kostet 15, die Jahreskarte 180 Euro. Ein überschüssiger Parkticketautomat vom Badesee wird dafür in die Tiefgarage verlegt.

Neun Parkplätze am Rathaus für Mitarbeiter und Besucher

„Das Zeichen, das wir setzen, ist ein falsches“, findet Thomas Reißig (SPD). Auch dass neun Parkplätze am Rathaus montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr als Mitarbeiter- und Besucherparkplätze ausgewiesen werden, stieß bei Reißig auf Ablehnung.

Für GLU-Rat Erich Wägner sind die Gebühren hingegen „mehr als moderat“. Dem Handel werde das aus seiner Sicht überhaupt nicht schaden. Auch die ausgewiesenen Mitarbeiterparkplätze bewertet Nagel positiv. „Das könnte ein Plus sein bei Vorstellungsgesprächen.“

Kritik an kostenlosen Mitarbeiterparkplätzen

Klaus Harald Kelemen kritisiert die kostenlosen Mitarbeiter-Parkplätze scharf – und begründet dies vor allem mit dem Klimaschutz. Statt kostenlosen Parkplätzen sollte die Gemeinde lieber die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs unterstützen. Der SPD-Rat fordert daher eine Gebühr für die Nutzung, wie dies etwa auch im Landratsamt üblich sei. (Ganz kostenfrei sind die Parkplätze nur für die Mitarbeiter. Die Gemeinde wird dafür eine Gebühr an den Eigenbetrieb bezahlen, wie Bürgermeister Andreas Schaffer klarstellt.)

17 oberirdische Parkplätze auf dem Marktplatz

Ulrich Scheurer (CDU) nennt die Tiefgaragen-Regelung mit zwei kostenfreien Stunden „komfortabel“, stimmt Kelemen aber bei den Mitarbeiter-Parkplätzen zu. „Ein moderater Preis wäre gerechtfertigt.“

Für Thomas Häussermann (FW-FD) sind die Mitarbeiter-Parkplätze indes „ein Zeichen der Wertschätzung“. Dass es am Marktplatz auch künftig 17 oberirdische Parkplätze geben wird, kritisiert er aber. „Das trägt nicht unbedingt zur Attraktivität des Marktplatzes bei“.

Zustimmung erhält er dabei von CDU-Rätin Susanne Pfeiffer, die sogar dafür plädierte, den Platz für den Autoverkehr komplett zu sperren, denn „das ist eigentlich ein Marktplatz und kein Parkplatz.“ Beide Gemeinderäte sprechen sich dafür aus, einen Gastronomen an den Platz zu holen.

Schaffer: Tiefgarage bleibt letztendlich kostenfrei

„Wir sind uns einig, dass wir dort ein Café wollen, aber erzwingen können wir es nicht“, sagt Bürgermeister Andreas Schaffer, der die Mitarbeiterparkplätze damit begründet, dass viele im Rathaus von auswärts kommen. Zugleich verteidigt er die Gebühren für die Tiefgarage, denn: „letztendlich bleibt das kostenfrei“. Wer in Plüderhausen einkaufe, dem genügten die zwei Stunden in der Regel. Außerdem fänden Veranstaltungen in der Staufenhalle in der Regel außerhalb der gebührenpflichtigen Zeiten statt.

SPD-Räte lehnen neue Benutzungsordnung ab

Argumente, die auch die Mehrheit des Gemeinderates überzeugten. Die neue Benutzungsordnung für die Tiefgarage wurde lediglich von den beiden SPD-Räten Kelemen und Reißig abgelehnt. Gerda Rost (FW-FD) und Ulrich Scheurer (CDU) enthielten sich bei der Abstimmung.


Kurzparken: 90 oder 120 Minuten?

Vom Gemeinderat (bei einer Nein-Stimme von Klaus Harald Kelemen, SPD) beschlossen wurde auch die Ausweitung der Kurzparkzone in der Ortsmitte. Rund um den Marktplatz gilt künftig die Parkscheibenregelung (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr, Samstag von 8 bis 12 Uhr).

Dass in der Tiefgarage 120 Minuten, oberirdisch aber nur 90 Minuten kostenfrei geparkt werden darf, hält CDU-Rat Michael Gomolzig für verwirrend.

Dies ist, wie Bürgermeister Andreas Schaffer betont, eine Regelung, die für die gesamte Ortsmitte gelte. Gomolzigs Fraktionskollege Reiner Schiek stellte deshalb den Antrag, diese Regelung zu ändern und auf 120 Minuten auszuweiten. Dieser wurde von der Verwaltung aufgenommen und wird in einer der kommenden Gemeinderats-Sitzungen thematisiert. 

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