Plüderhausen Weihnachtsfest mit Happy End

Plüderhausen-Walkersbach.
Schnatternde Gänse nach dem Weihnachtsfest? Doch, die gibt es auch. Bei Nick Schuppert in Walkersbach. Der 29-Jährige hält fünf mitteilsame Federtiere. Die hat er jedoch viel zu gern, um sie dem Kochtopf zu übereignen. Nicht gefährdet durch begehrliche Blicke oder Bratenrezepte, besteht die Freundschaft zwischen Mensch und Gans über die Feiertage hinaus fort.

Eifriges Geschnatter empfängt Nick Schuppert, wenn er zu seinen gefiederten Haustieren geht. Diesig ist es hier am Hang von Walkersbach, wo die Tiere Stall und Auslauf haben. Die Gummistiefel quietschen über den nassen Weg, der rote Taschenschirm, warnt Nick Schuppert vorsorglich, könnte insbesondere Gustav, dem Ganter, nicht gefallen.

Doch diese Sorge ist unbegründet. Zum einen durch respektvollen Abstand, zum anderen, weil es für das Tier Interessanteres gibt, bittet doch der Fotograf zum Gruppenbild mit Gans. Kein Problem. „Nummer eins“, so genannt, weil sie einst als Erste aus dem Ei geschlüpft war, lässt sich willig und schnatternd auf den Arm nehmen und streicheln.

Wie überhaupt die Tiere recht mitteilsam sind. „Man wird schon unterhalten den Tag über“, schmunzelt Nick Schuppert. Grundsätzlich nehmen die Tiere regen Anteil an dem, was passiert. „Sie sind sehr intelligent. Sie merken sich unheimlich gut Gesichter und Menschen“, weiß ihr Halter. Als Küken aufgezogen, erweisen sie sich außerdem als recht anhänglich. Geht Nick Schuppert zu seinen Bienenkästen nahe dem Stall, stehen ihm die Gänse um die Beine und schauen zu, was er tut. Räumt er im Sommer den Grill heraus, sind sie auch dabei. „Sie suchen immer den Kontakt.“

Sie lassen sich sogar streicheln. Nicht immer allerdings. Ganter Gustav beißt die Freundin von Nick Schuppert nicht ungern. Überhaupt sind die Gänse unbestechliche Wächter des Geschehens. „Da hilft keine Wurst und kein Salat. Sie schreien weiter.“

Die Freude an der Gans hat bei Nick Schuppert eine lange Vorgeschichte. „Seit der Kindheit war das immer mein Lieblingstier.“ Als Knirps mit sechs, sieben Jahren bekam Nick Schuppert einst während eines Spaziergangs im Haghof ein Ei geschenkt. „Wir haben es bebrüten lassen.“ Heraus kam Gans Frieda, die das stattliche Alter von 13 Jahren erreichte.

Die alte Freundschaft bekam neuen Schwung, als Nick Schuppert, inzwischen erwachsen und Vollzugsbeamter in Schorndorf, vor einigen Jahren bei einem Bekannten in Urbach von einer in der Nachbarschaft lebenden Gans hörte. „Sie hat immer so geschrien.“ Der Nachbar gab die Gans an Nick Schuppert ab - und besucht sie heute noch dann und wann. Ganter Gustav kam dazu, inzwischen ist die gefiederte Schar auf fünf Tiere angewachsen.

Die kann sich ihres Lebens in Walkersbach freuen, hat viel Gras, reichlich Weideland und muss nicht fürchten, durch Weihnachten Mitglieder einzubüßen. Freilich, Anfragen gab es schon auf die Feiertage hin, sagt Nick Schuppert. Und räumt freimütig ein, selbst kein Vegetarier zu sein. In der Familie gibt es als Weihnachtsessen traditionell Bratwurst oder Fisch mit Kartoffelsalat.

Gänsefleisch wird zwar grundsätzlich auch gegessen, aber nicht von den eigenen Tieren, und auch nur, wenn es aus guter Haltung kommt, erzählt Nick Schuppert.

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