Postplatz in Waiblingen Sitzsteine gegen wildes Parken

Die Zufahrt zur Querspangen-Garage ist jetzt mit Sitzsteinen abgeteilt. Die meisten Fußgänger sind froh über die Lösung. Foto: Palmizi / ZVW

Waiblingen. Im Kampf gegen unbelehrbare Autofahrer auf dem Alten Postplatz wurde in diesem Sommer ein absolutes Halteverbot eingeführt – jetzt hat die Verwaltung noch nachgelegt: Seit kurzem trennen Sitzpoller die Zufahrt zur Tiefgarage vom Platz, so dass wildes Parken verhindert wird und Fußgänger und Gäste vor dem Café Mildenberger vor den Autos geschützt werden. Passanten und Gäste begrüßen die Sitzsteine sehr.

Freitagmorgen herrscht reges Treiben auf dem Alten Postplatz. Fußgänger schlendern an den Geschäften vorbei, viele Plätze vor dem Café sind besetzt. Vor dem Rewe-Mark steht ein Transporter, der Waren anliefert. Autofahrer steuern Richtung Tiefgarage.

„Die Poller tragen eindeutig zur Verkehrsberuhigung bei“

Ein einzelner SUV parkt allen Verbotsschildern zum Trotz direkt vor dem Schuhladen. Vorbei sind indes die Zeiten, in denen überall auf dem Platz wild geparkt wurde. Dafür sorgt nicht nur das absolute Halteverbot, dafür sorgen seit kurzem auch die Sitzpoller, die die Stadt probeweise aufstellen ließ.

Sie markieren die Zufahrt zur Tiefgarage auf einer Breite von 5,10 Meter. „Platz genug für Begegnungsverkehr, aber zu wenig Platz für wildes Parken“, sagt Oliver Strauß, Abteilungsleiter für Straßen und Brücken bei der Stadt. Noch zwei bis drei Wochen stehen die Sitzpoller auf Gummimatten. Dann soll ihr optimaler Standort klar sein und die Steine sollen endgültig festgeklebt werden.

„Dies ist ein öffentlicher Platz, kein Parkplatz“, sagt Oliver Strauß. Doch trotz Halteverbots und täglicher Kontrollen hätten dort regelmäßig Autos gestanden, weshalb die Stadtverwaltung nun mit den Pollern reagiert habe. Für Oliver Strauß sind sie schon jetzt ein Erfolg: „Die Poller tragen eindeutig zur Verkehrsberuhigung bei.“

Das meint auch Sarah Gerstner, die mit ihrem Baby an diesem Morgen vor dem Café Mildenberger sitzt. „Die Steine sind super, die Autos sind nicht mehr so nah“, freut sie sich. Zuvor hätten die Autos oft gestört, viele Autofahrer hätten beim Sprung zum Brötchenholen auch den Motor laufen lassen. „Das war sehr unangenehm.“

Ansonsten wünscht sie sich mehr Grün auf dem Platz: „Das wäre schön.“ So sieht es auch Dieter Schad. „Im Sommer ist der Platz ohne Bäume sehr heiß.“ Die Sitzsteine findet er okay. Allerdings, sagt er, sähen sie ein bisschen nach einer Notlösung aus. „Top und auf jeden Fall besser als vorher“, findet Alexander Melzer die veränderte Situation: „Das ist keine Geldverschwendung.“ Parkende Autos seien nicht der Sinn des Platzes, zumal dort Kinder spielen und viele Parkplätze zur Verfügung stehen. Tatsächlich gibt’s in unmittelbarer Nähe nicht nur die Plätze unter der Querspange, sondern auch die in der viel größeren Postplatz-Garage.

Super findet die Sitzsteine auch eine junge Mutter, die mit ihrer kleinen Tochter vor dem Café Mildenberger sitzt. „Es sieht hübscher aus und bietet mehr Sicherheit. Von mir aus könnten sie ganz dicht machen.“ Wobei auch sie sich über mehr Grün freuen würde.

Zwei Buchskugeln sind der traurige Rest

Zwei Kübel mit Buchs stehen am Eingang des Cafés. Sie sind der traurige Rest der Pflanzkübel, die früher mal dort gestanden haben. „Die wurden uns kaputtgemacht“, sagt Filialleiter Marcus Bürkle. Auch er wünscht sich mehr Pflanzen auf dem Platz, dessen Aufenthaltsqualität er eher mager findet. Weil seine Gäste unter den permanent parkenden Autos gelitten hätten, ist auch er froh über die Sitzpoller, wobei seiner Beobachtung zufolge die Autos aber nun schlecht aneinander vorbeikommen - zumindest dann, wenn ein Lieferwagen vor dem Rewe-Markt steht.

Das ist auch an diesem Morgen der Fall. Ein Transporter parkt direkt vor dem Supermarkt, der Fahrer liefert Waren an. Seit die Poller da stehen, habe er ein Problem, ärgert sich der Mann. „Das ist keine Schikane“, hält ihm Oliver Strauß entgegen. Zumal nur wenige Meter weiter in der Zufahrt zwischen Postplatz-Gebäude und Wand zur Querspange der Lieferverkehr ausdrücklich zugelassen sei.


Es wird teurer

Mehrmals täglich kontrolliert laut Ordnungsamtschef Oliver Conradt der kommunale Ordnungsdienst Falschparker auf dem Postplatz. Wer erwischt wird, muss zahlen: 10 Euro derjenige, der im absoluten Halteverbot hält, aber nicht aussteigt.

15 Euro zahlen Autofahrer, die dort parken, 25 Euro diejenigen, die dabei andere noch behindern. Wer bei Letzterem mehr als eine Stunde stehen bleibt, wird mit 35 Euro zur Kasse gebeten. Den Bescheid gibt es online oder per Post.

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