Quattrex-Geschäfte des VfB-Präsidenten Dietrich steht in der Kritik - und verspricht Antworten

Am Dienstag bezog der VfB-Präsident Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart. VfB-Präsident Wolfgang Dietrich steht nicht nur wegen der aktuellen sportlichen Misere in der Kritik. Die Quattrex-Verflechtungen des 70-Jährigen sorgen für Wirbel. Fans und Mitglieder fordern Antworten. Die will Dietrich noch in dieser Woche geben.

In einem offenen Brief forderte zuletzt sogar ein offizielles Vereinsgremium, der Fan-Ausschuss, eine Stellungnahme und die Beantwortung eines Fragenkatalogs. Es geht um einen möglichen Interessenskonflikt aufgrund geschäftlicher Beziehungen des Präsidenten zu anderen Profivereinen. Vor seiner Wahl im Oktober 2016 war Dietrich am Unternehmen Quattrex beteiligt, das laut einem kicker-Bericht unter anderem den Fußball-Zweitligisten Union Berlin und 1. FC Heidenheim Darlehen gewährt habe - auf einen dieser beiden Clubs könnte der abstiegsbedrohte VfB in der Relegation treffen. 

Partizipiert der VfB-Boss weiter an den Quattrex-Geschäften?

„Es muss jeglicher Eindruck vermieden werden, der VfB Stuttgart nähme es mit der Integrität des Fußballsports nicht allzu genau“, heißt es dazu im offenen Brief des Fan-Ausschusses. Das Gremium will genau wissen, ob Wolfgang Dietrich über die VMM Consulting GmbH und deren Beteiligung an der Quattrex Finance GmbH an dem Fonds Quattrex German Opportunities partizipiert?

Der kicker legte in seiner aktuellen Ausgabe noch einmal nach und behauptete, dass Dietrich seine Anteile erst am 9. Dezember 2016 abgestoßen habe, also rund zwei Monate später als von Wolfgang Dietrich behauptet. Das Fachmagazin schreibt in dem Zusammenhang von „Dietrichs Nebelkerzen im Fall Quattrex“.

Am Dienstag bezog der VfB-Präsident in einer Presserunde Stellung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen und versicherte: „Ich habe bereits vor meinem Amtsantritt alles offengelegt und danach keine neue Investitionen im Profifußball getätigt. Das werde ich unseren Gremien auch nochmal darlegen.“ Dietrich kündigte noch vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr / ZVW-Liveticker) an, den Aufsichtsrat und die weiteren Gremien des VfB über die Vorgänge und Absprachen zu informieren.

„Ich partizipiere nicht am sportlichen Erfolg anderer Fußballvereine“

Im Kern geht es um den Vorwurf, Dietrich würde über einen Luxemburger Fonds am sportlichen Erfolg anderer Vereine (u.a. die möglichen Relegations-Gegner Heidenheim und Union Berlin) partizipieren. „Ich werde den Gremien in dieser Woche nochmals alle vor meiner Kandidatur mit der DFL und dem VfB geschlossenen Vereinbarungen offenlegen“, sagte Wolfgang Dietrich und ergänzte: „Es gibt keinen Sachverhalt, der nicht vor meiner Wahl dem VfB und der DFL bekannt war. Auch die Luxemburger-Beteiligung war ganz klar Gegenstand meiner Offenlegung dem VfB und der DFL gegenüber.“

Einnahmen aus den Verträgen seien lediglich aus den verzinsten Darlehens-Rückzahlungen dieser Clubs sowie seinen erfolgsunabhängigen Geldern an den Anteilsverkäufen geflossen. Dietrich: „Ich partizipiere nicht am sportlichen Erfolg anderer Fußballvereine.“ Alleine die Unterstellung sei für ihr "schmerzlich. Das trifft mich brutal." 


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