Radwege-Baustellen in Schorndorf Einbahnstraße gedreht, Stau gedreht

Seit die Gottlob-Bauknecht-Straße nicht mehr stadtauswärts, sondern stadteinwärts gesperrt ist, hat sich die Stauproblematik von den Abend- auf die Morgenstunden und auf Einfallstraßen wie etwa die Winnender und in die Welzheimer Straße bis zum Kreisel an der Mittleren Brücke verlagert. Am Montagmorgen etwa hatte sich gegen 8 Uhr ein Rückstau bis weit in Richtung Schornbach gebildet. Foto: Schneider/ZVW

Schorndorf. Raus aus der Stadt fließt er mittlerweile wieder einigermaßen, der durch die Radwege-Baustellen Gottlob-Bauknecht- und Stuttgarter Straße beeinträchtigte Verkehr. Dafür tun sich, seit die Einbahnstraßenregelung in der Bauknecht-Straße von stadteinwärts auf stadtauswärts gedreht worden ist, jetzt zumindest zur Rushhour die von den Berglen her und aus dem Wieslauftal kommenden Autofahrer schwer, durch und in die Stadt zu kommen.

Kurz vor 7 Uhr ist die Welt noch in Ordnung – und gegen 9 Uhr auch schon wieder. Dazwischen aber gab’s zumindest am Montag - und am Dienstagmorgen eine Zeitspanne, in der sich der Verkehr aus Richtung Schornbach und aus Richtung Haubersbronn/Miedelsbach weit zurückstaute. Im Wieslauftal, so berichtet ein Insider, soll der Stau kurzzeitig bis zum Netto-Kreisel in Miedelsbach zurückgereicht haben, was zu Zeitverlusten bis zu 50 Minuten geführt haben soll.


Der vorangegangene Artikel zum Thema: Das unternimmt Schorndorf gegen das Verkehrschaos


In Schorndorf haben sich die beiden Verkehrsströme dann am Dueviller Kreisel getroffen, von wo aus sich die Blechlawine durch die Welzheimer Straße weitergewälzt hat, ehe es dann vom Kreisel an der Mittleren Brücke aus entweder über die Benz-Straße stadteinwärts oder über die Waiblinger Straße weiter in Richtung B 29 ging. Im Vergleich dazu war das, was sich gleichzeitig stadtauswärts auf der Benz-Straße und der Westumfahrung abgespielt hat, schon beinahe wieder fließender Verkehr.

Hoffnung, dass die Autofahrer ihre ganz eigenen Wege finden

Man könnte also sagen: Mit dem Drehen der Einbahnregelung der seit vergangenem Donnerstag stadteinwärts gesperrten Gottlob-Bauknecht-Straße hat sich auch der Stau gedreht und hat sich die Stauproblematik verlagert. Was natürlich auch den Verantwortlichen bei der Stadt nicht entgangen ist, egal ob sie nun Hemmerich (Erster Bürgermeister), Englert (Bürgermeister) oder Schuck (Fachbereichsleiter Infrastruktur) heißen. Allesamt haben sie die Hoffnung, dass, wie auch schon bei anderen größeren Straßenbaumaßnahmen in der Stadt erlebt (Beispiel Uhlandstraße), dass die Autofahrer sich ihre ganz individuellen Wege suchen und sie auch finden, um dem Stau auszuweichen.

So ist’s ja eigentlich naheliegend, sich am Ortsende von Haubersbronn nicht weiterhin im Stau aufzuhalten, sondern stattdessen auf die B 29 abzubiegen und auf dieser bis zur Ausfahrt Schorndorf-West und von dort aus über die Stuttgarter Straße oder die Westumfahrung Richtung Innenstadt zu fahren. Und manche nehmen in und nach Haubersbronn wohl auch gleich den (Um)weg über Urbach. Und in Schornbach soll es Menschen geben, die, wenn sie pünktlich bei einem Termin sein wollen, lieber den zeitlich kalkulierbaren Umweg über Steinach, Hößlinswart, Rohrbronn und Winterbach in Kauf nehmen, als sich zwischen Schorndorf und Schornbach in den Stau einzureihen.

Und wer abends die Stadt verlässt und schon verschiedene Routen und Möglichkeiten ausprobiert hat, dem drängt sich durchaus der Eindruck auf, dass sich noch längst nicht bei allen Autofahrern herumgesprochen hat, dass die Stadt jetzt auch wieder über die Gottlob-Bauknecht-Straße verlassen werden kann – mit der Option, sich bei Rückstau über die Schlachthausstraße westwärts zu orientieren und sich in den Kreisverkehr beim ZiB (Einmündungsbereich Benz-, Schlachthaus- und Vorstadtstraße) in den Kreisel einzufädeln. Was übrigens erstaunlich gut gelingt, weil viele Autofahrer das Reißverschlussverfahren auch ganz ohne Zwang vorbildlich praktizieren.


Stellungnahmen

„Wir werden an der jetzigen Verkehrsführung und an den geltenden Umleitungsstrecken nichts mehr ändern können“, sagt auf Nachfrage der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich, der immer wieder seine Vollzugsbediensteten vor Ort hat, damit sie – unterstützt teilweise auch von der Polizei – den Autofahrern im Zweifel mit Rat und Hinweisen zur Seite stehen können.

Keine Chance auf Realisierung hat der immer wieder geäußerte Vorschlag, die Einbahnstraßenregelung in der Bauknecht-Straße so zu variieren, dass sie morgens stadteinwärts und abends stadtauswärts offen ist. Das, so der zuständige Fachbereichsleiter Herbert Schuck, wäre – vor allem auch bezüglich der Beschilderung – zu kompliziert und würde die Verwirrung bei den Autofahrern vollends komplett machen.

Schuck will aber noch einmal bei der auch mit der Baumaßnahme in der Stuttgarter Straße betrauten Firma Rossaro Druck machen, damit die auch kostenmäßig kleinere Baumaßnahme in der Bauknecht-Straße forciert und früher fertiggestellt werden kann als die in der Stuttgarter Straße. Immer abhängig natürlich von der Witterung.

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