Regionenseite Ausgesperrt: Wenn die Tür ins Schloss fällt

 Foto: ZVW

Diese Schrecksekunde kennt fast jeder: Tür fällt ins Schloss, Schlüssel steckt von innen oder liegt seelenruhig auf der Kommode. Ich wollte ja nur kurz den Müll runtertragen. Jetzt ist die Türe zu und ich stehe davor. Auf der falschen Seite. Ausgesperrt!

Ein Schlüsseldienst kann weiterhelfen. Aber welcher? Von schwarzen Schafen der Branche ist häufig zu lesen. Die den Schließzylinder aufbohren, obwohl das nicht nötig gewesen wäre, oder den Türbeschlag unbrauchbar machen. Horrormeldungen von Rechnungen bis zu 800 Euro machen die Runde.

Polizei wie Verbraucherzentrale raten daher unisono: Am besten lässt man es gar nicht so weit kommen, sondern deponiert einen Ersatzschlüssel beim Nachbarn oder bei Freunden. Was aber, wenn die gerade im sonnigen Süden weilen und auch nicht erreichbar sind?

Also muss doch ein Schlüsseldienst her. Der ist im Übrigen nicht mal so teuer, wenn man eine seriöse Firma beauftragt. Das Problem: Oft hat man keine Nummer parat und ruft in seiner Not bei der Auskunft an. „Und die nennt den Erstbesten in der Liste“, sagt Eckhard Wenner von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Der Erste muss freilich nicht immer der Beste sein. Vor allem gibt er den Auftrag unter Umständen an eine Unterfirma weiter, die weite Anfahrtswege abrechnet. Daher stets am Telefon nachfragen, woher der Dienst kommt und was seine Dienste kosten, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Und: Wenn der Schlüsseldienst mit schwerem Gerät eine lediglich zugefallene Tür aufbohren will, sofort einschreiten, sagt Eckhard Wenner. Das ist nämlich nicht notwendig. Zugefallene Türen sind meistens leicht und ohne Beschädigung zu öffnen. Einen solchen Schlüsseldienst sollte man am besten gleich wegschicken. „Das muss man nicht mal bezahlen.“

Auch sollte man dem Schlüsseldienst nur die Zeit bestätigen, die er benötigt hat, und sich die Rechnung zuschicken lassen, damit man sie in Ruhe prüfen kann. „Nicht unterschreiben, dass eine bestimmte Arbeitsleistung erbracht wurde.“

Am sichersten ist es freilich, eine seriöse örtliche Firma zu beauftragen. Tagsüber helfen die ortsansässigen Schlosser weiter.

Seriöse Schlüsseldienste vermittelt auch die Polizei, informiert Anton Junker von der Polizeidirektion Waiblingen. Eine Liste der von der Polizei geprüften Errichterfirmen kann im Internet abgerufen werden. Es handelt sich dabei um Unternehmen, die Sicherheitstechnik anbieten. Allerdings bietet nicht jede auch Türöffnungen. „Wenn man nicht weiterkommt, bei der Polizei anrufen“, sagt Anton Junker. „Dafür sind wir da.“ Und zwar immer im örtlichen Polizeirevier. Ist das nicht besetzt, wird der Anrufer automatisch weitergeleitet.

Noch ein Tipp: Schon vor dem Ernstfall die Adressen von örtlichen Handwerkern recherchieren und eine Liste mit den Notrufnummern dort aufhängen, wo man immer Zugriff hat. In Mehrfamilienhäusern zum Beispiel im Hausflur.

Wer seine Türe immer hinter sich zuschließt, vergisst den Schlüssel nicht so leicht im Wohnungsinneren. Und macht Einbrechern das Leben schwer. Beim Türschloss sollte man sogenannte Gefahren-Zylinder einbauen lassen. Der Vorteil: Sie können auch von außen aufgeschlossen werden, wenn der Schlüssel innen steckt, erklärt Anton Junker.

• Nehmen Sie keine Firmen, deren Namen mit drei A beginnen, damit sie im Telefonbuch ganz vorn stehen.

• Wählen Sie nicht den mit der größten Anzeige, sondern ein Unternehmen aus der Nachbarschaft.

• Endpreis inklusive Mehrwertsteuer, Nebenkosten und Anfahrt erfragen.

• Festpreis vereinbaren: 50 bis 75 Euro, wenn die Tür nur zugezogen ist.

• Wo startet die Anfahrt? Einige Dienste mit Ortsvorwahl beauftragen Subunternehmer, um hohe Anfahrtskosten zu kassieren.

• Stoppen Sie den Monteur, wenn er etwas ramponiert.

• Scheint die Rechnung zu hoch, nur einen angemessenen Betrag zahlen. IHK oder Handwerkskammer können die Rechnung prüfen. (Quelle: Stiftung Warentest)

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